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Selbstwert nicht von anderen abhängig machen?

arija11
Hallo zusammen,

ich habe schon unzählige Bücher zum Thema Selbstliebe und Selbstwert gelesen und sowohl darin, als auch hier in diesem Forum steht in diesem Zusammenhang immer dieser eine Satz:

Mach deine/n eigene/n Liebenswürdigkeit/Selbstwert, nicht von anderen abhängig!

So und genau da komme ich weder gedanklich noch emotional weiter. Weil bei aller Liebe - das ist doch letztendlich nichts anderes als eine schön klingende Floskel, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Seid mal bitte ehrlich: Jeder von uns will GELIEBT werden oder etwa nicht? Und zwar VON ANDEREN. Wir sind Menschen und gerade das macht uns doch aus. Und in Wirklichkeit sind wir sogar extrem abhängig von der LIEBE anderer Menschen, wir könnten ohne diese gar nicht überleben. (Ohne Mutterliebe z.B.)

Und so gehts doch letztendlich immer weiter. Als Baby/Kind sind wir in erster Linie abhängig von der Liebe/Zuneigung der Eltern, als Teenie kommen dann schon die Freunde dazu, später dann Partnerschaften und Arbeitskollegen.

Das ist nun mal Fakt!

So und nun kann es doch tatsächlich passieren, dass man sich im Leben immer irgendwie ungeliebt fühlt. Nie die Liebe bekommt, die man brauchen würde und dadurch logischerweise immer mehr das Gefühl bekommt NICHT LIEBENSWERT zu sein.

Und jetzt soll man sich einreden, dass man seinen Wert nicht von anderen abhängig machen soll? Da belüge ich mich doch selbst.

11.09.2018 18:54 • x 4 #1


Arnika
Also ist ein Einsiedler weniger Wert als du? Da wäre ich auch vorsichtig damit.

11.09.2018 18:59 • x 2 #2


A


Selbstwert nicht von anderen abhängig machen?

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Secura
Bestimmt hast du schon erlebt dass es Menschen gibt die gut ohne Partner klar kommen und eine innere Sicherheit und Zufriedenheit ausstrahlen , durch die sie weniger auf Bestätigung und Anerkennung angewiesen sind, als andere

11.09.2018 19:04 • x 4 #3


A
Ich denke es geht darum, seinen Selbstwert nicht komplett oder zu stark von anderen abhängig zu machen.

Das ist ein guter Schutz und wichtig.

Ansonsten: klar will jeder geliebt werden.

11.09.2018 19:07 • x 6 #4


F
@Arnika
Das war, glaube ich, nicht im Sinne von was ein Mensch wert ist gemeint, sondern es ging darum, dass sehr sehr viele Menschen (also außer einigen wenigen Einsiedlern) ihr Selbst durch Bestätigung von außen, z.B. in Form von Liebe oder Zuwendung, Lob und Anerkennung positiv gespiegelt bekommen möchten.
Ich glaube auch, arija, dass es ein menschliches Bedürfnis ist, da der Mensch als soziales Wesen angelegt ist und Babies eben OHNE diese liebevolle Zuwendung auch einfach sterben/verkümmern (also auch dann, wenn die Grundbedürfnisse nach Nahrung, Schlaf etc gestillt werden).
Man kann sicherlich in Einzelfällen auf Grundlage von Erfahrungen diese Bestätigung ablegen, beispielsweise nach schweren Konflikten mit dem Eltern, wenn bewusst der Kontakt abgebrochen wird.
Und ich glaube auch, dass es die meisten Menschen freut, wenn sie als nett oder freundlich wahrgenommen werden.
Der Punkt ist, nicht im Boden zu versinken wenn es mal jemand NICHT tut. Oder wenn die Anerkennung nur auf Wegen der Selbstverleumdung, Lüge o.Ä. zu bekommen ist. Liebe nur gegeben wird, oder geglaubt wird, sie zu bekommen, indem man sich klein macht, bettelt, Abstriche macht und sich mit dem Minimum zufrieden gibt um überhaupt etwas zu bekommen.
Da wird es dann ungesund.

11.09.2018 19:12 • x 2 #5


C
Aber wenn du dich nicht selbst lieben kannst, wie soll es dann jemand anderes können?

Wenn du dir nicht selbst der wichtigste Mensch in deinem Leben bist, wirst du immer dein Glück bei anderen suchen. Die Erwartungshaltung, dass jemand anderes dich glücklich machen soll, ist ein Irrweg.
Akzeptanz und Bindung ja, aber nicht sich verbiegen, um anderen zu gefallen. Sich unterordnen, um beliebt zu sein.
Wie oft erwischt man sich gerade bei der Partnersuche dabei (oder sieht es bei anderen) wie sie sich erniedrigen, selbst verleugnen und sich selbst verlieren, nur um zu gefallen und nicht allein zu sein.

Sich selbst soviel wert ein, um voll und ganz zu sich und seinen Bedürfnissen stehen. Weg vom Ego und von Aussen.

11.09.2018 19:16 • x 8 #6


L
Damit ist gemeint dass man sich von anderen geliebt fühlt weil man sich selbst liebt und weil man darauf vertraut dass man geliebt wird und man macht sich überhaupt keine Gedanken dass es anders sein Könnte. Und wenn eine einzige Person einen nicht liebt, natürlich hat man liebes kummer, trotzdem weiss man dass das nichts mit einem selber zu tun hat. Derjenige der nicht liebt kann ja nichts dafür! Wieviele Menschen kann man lieben, nur wenige. Wie wahrscheinlich ist es dass das gerade ich bin? Oft ist es wie im Lotto.
Ein Baby lernt dass es geliebt wird von der Mama, weil die immer kommt wenn es ruft. Im Idealfall muss es nicht Mal schreien.
Wenn da was schiefläuft am Anfang wird das erwachsene Baby sich immer ungeliebt fühlen.
Du hast leider keinen selbst wert denn sonst würdest du verstehen was gemeint ist.

11.09.2018 21:05 • #7


A
Interessantes Thema, das mich auch schon länger beschäftigt. .. Selbstfürsorge, Selbstliebe. Ich glaube, dies zu können hat vor allem mit den Beziehungen und Ereignissen der Kindheit, sowie dem eigenen Charakter zu tun...

11.09.2018 22:19 • #8


arija11
Das alles was ihr schreibt, ist richtig - keine Frage. Rein verstandesgemäß kann ich das nachvollziehen. Aber Liebe für mich zu empfinden, unabhängig davon, ob das andere tun, damit tu ich mir in der Tat sehr schwer. Und ich rede jetzt nicht davon, mir meinen eigenen Wert bewusst zu machen. Ich rede vom EMPFINDEN.

Vielleicht ist der Begriff Selbstliebe einfach nicht stimmig für mich. Denn ich fühle keine Liebe, wenn ich an mich denke. Das was ich für mich fühle würde ich eher mit Selbst-Achtung vergleichen. Weil ich meine Grenzen habe und nicht alles mit mir machen lasse.

Mir geht es wirklich darum, wie man das gefühlsmäßig umsetzt. Beispielsweise wenn da ein Mensch ist, den man liebt und von dem man auch gerne geliebt werden möchte und dieser das nicht tut/ nicht kann/ nicht zeigt. ganz egal. Dann tut das weh und in solchen Momenten frage ich mich immer, wo meine Selbstliebe hin verschwindet.

12.09.2018 09:47 • #9


arija11
Zitat von Catwoman2017:
Aber wenn du dich nicht selbst lieben kannst, wie soll es dann jemand anderes können?

Wenn du dir nicht selbst der wichtigste Mensch in deinem Leben bist, wirst du immer dein Glück bei anderen suchen. Die Erwartungshaltung, dass jemand anderes dich glücklich machen soll, ist ein Irrweg.
Akzeptanz und Bindung ja, aber nicht sich verbiegen, um anderen zu gefallen. Sich unterordnen, um beliebt zu sein.
Wie oft erwischt man sich gerade bei der Partnersuche dabei (oder sieht es bei anderen) wie sie sich erniedrigen, selbst verleugnen und sich selbst verlieren, nur um zu gefallen und nicht allein zu sein.

Sich selbst soviel wert ein, um voll und ganz zu sich und seinen Bedürfnissen stehen. Weg vom Ego und von Aussen.



Das klingt übrigens auch sehr gut in der Theorie. Ich kann es gefühlsmäßig aber überhaupt nicht greifen.
Warum soll mich jemand nicht lieben können, nur weil ich diese Liebe für mich selbst nicht empfinde?

Und natürlich, möchte ich dass mich ein anderer Mensch glücklich macht. Wer will das denn nicht? Wir sind alle keine erleuchteten Mönche, wir alle wollen geliebt und auch von anderen Menschen glücklich gemacht werden. Sonst bräuchten wir dieses Forum hier nicht zum Beispiel. Oder warum trennen sich Menschen dann? Wenn mich eh keiner glücklich machen kann, dann kann mich auch keiner unglücklich machen.

Für mich sind das alles nur Floskeln.

12.09.2018 09:51 • #10


Rinah
Ich finde es sehr schwer sich selbst zu lieben. Warum weiß ich gar nicht so genau. Mir fällt es leichter andere zu lieben.

12.09.2018 09:55 • #11


M
Zitat von Rinah:
sich selbst zu lieben.

Das ist einer der schwierigsten Aufgaben im Leben, sich selbst zu Lieben und auch damit innen reinen zusein, aber das muss man erstmal schaffen was eben nicht leicht ist, aber ohne selbstliebe zerstören wir uns selbst und davon kann ich lied singen, ich war öfters mal auf blöden selbst zerstörschen weg

12.09.2018 10:05 • x 3 #12


S
Zitat von arija11:
Und natürlich, möchte ich dass mich ein anderer Mensch glücklich macht. Wer will das denn nicht?

Ich denke es geht mehr darum mit dir selbst im Reinen zu sein und dich selbst zu achten und zu mögen. Wissen wo deine Grenzen sind und dich selbst mit allen Stärken und Schwächen zu kennen und diese auch anzunehmen.
Und dass du dir auch selbst genug bist / sein kannst ohne jemand zu brauchen und auch ohne jemand anderen glücklich bist.

Der Partner soll einfach nur die Kirsche auf der Sahnehaube sein.

12.09.2018 10:12 • x 5 #13


M
Zitat von Shibb:
Ich denke es geht mehr darum mit dir selbst im Reinen zu sein und dich selbst zu achten und zu mögen. Wissen wo deine Grenzen sind und dich selbst zu kennen und deine Stärken und Schwächen zu kennen und diese auch anzunehmen.
Und dass du dir auch selbst genug bist / sein kannst ohne jemand zu brauchen und auch ohne jemand anderen glücklich bist.

Der Partner soll einfach nur die Kirsche auf der Sahnehaube sein.

Damit is wohl alles gesagt so ist es

12.09.2018 10:14 • x 1 #14


hahawi
Zitat von Rinah:
Warum weiß ich gar nicht so genau. Mir fällt es leichter andere zu lieben.

Das funktioniert aber nicht.
Wenn du es auf einen Anderen projizierst, dann ist das nicht Liebe sondern Abhängigkeit.

12.09.2018 10:20 • x 4 #15


A


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