cybergnom
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meine NF (26) und ich (35) haben uns im April getrennt. Wir waren rund 5 Jahre zusammen, davon 6 Monate verheiratet. Für die Trennung gab es einige Gründe, offiziell war ich der Verlasser, wobei sich meine NF bereits eine Zeit vorher aus der Beziehung/Ehe entfernt hat.
Nun ist es so, dass wir eine wunderbare 3jährige Tochter haben. Sie lebt hauptsächlich bei Mama, ich habe sie jedes zweite Wochenende und jeden Mittwochnachmittag.
Bisher lief die Trennung relativ sauber, wir haben uns finanziell geeinigt (nächste Woche Notartermin zwecks Scheidungsvereinbarung inkl. Haus) und sind auch beide absolut der Meinung, dass wir das Beste, v.a. für unseren Zwerg, aus der Situation machen sollten.
Soweit, so gut. Das Problem an der Sache: Ich bin kein Ar***loch. Klingt komisch, ist aber tatsächlich der Casus Knacksus.
Um das zu verstehen muss ich ein wenig ausholen.
Meine Ex hat sehr wenig Selbstwertgefühl. Durch unschöne Ereignisse in Ihrer Kindheit und Jugend wurde sie geprägt, dass "alle Männer Schaize sind". Ihr Vater, ihr Ziehvater (nach der Trennung der Eltern), die Echsen, usw. Alle haben sie sehr enttäuscht und verletzt.
Zudem hat sie ihr Umfeld immer so gestaltet, dass ihre "beste Freundin" jemand ist, die entweder in einer beschissenen Beziehung lebt oder gerade von einem Mann verarscht wurde. Seit wir uns kennen hat sie inzwischen die dritte "beste Freundin", da sie diese immer wechselt, sobald die BF wieder normal bzw. glücklich lebt oder in einer neuen, guten Beziehung ist.
Psychologisch geht es noch tiefer, aber das würde den Rahmen hier sprengen. Nur so viel: Sie hat mich auf einen Thron gehoben, für sie war ich der "weiße Ritter", der ihr alles ermöglichte, was sie sich immer gewünscht hat (Kind, Ehe, Haus, etc.). Dadurch wollte sie immer perfekt sein, war von ständiger Angst getrieben, dass ich sie einfach sitzen lassen würde wenn sie mal irgend nen Fehler macht (so, wie sie es immer erlebt hat). Das hat am Ende dazu geführt, dass sie sich nicht mehr getraut hat etwas zu kochen, aus Panik, es könnte mir nicht schmecken.
Und jedes Mal, wenn ich versucht habe, ihr klarzumachen, dass alles gut ist (z.B. Essen ist lecker) wuchs der Druck in ihr, da sie mir das schlicht und ergeifend nicht glauben konnte ("das sagt er nur, weil er keinen Stress will. Schließlich hab ich das Essengemacht, das KANN ihm garnicht schmecken").
Nun stehe ich vor dem Problem, dass sie absolut und überhaupt nicht damit umgehen kann, dass ich auch nach der Trennung noch möglichst normal und freundlich mit ihr umgehe. Ohne böses Blut, ohne Drama und ohne negative Hintergedanken.
Das führt dazu, dass sie immer wieder mit Provokationen versucht, mich zu einer unbedachten/schlechten Handlung zu bewegen. Eben um dann sagen zu können: Siehst du, das ist genau so ein Ar**h wie alle anderen.
Das geht von erfundenen Vorwürfen bis hin zu "zufälligen" Terminänderungen wenn ich die Kleine haben sollte. Natürlich gibt es da von mir Ansagen, dass das nicht geht. Allerdings immer auf normalem Niveau, ohne Beleidugungen oder Niederträchtigkeiten.
All das führt dazu, dass sie absolut überfordert ist und nicht wirklich mit mir umzugehen weiß. Sie kann von mir keine Gefälligkeiten annehmen, weil sie immer vermutet, dass ich igrend einen perfiden Plan verfolge. Als Beispiel: Als ich die Kleine mal an einem Mittwoch geholt habe, habe ich gemerkt, dass Ex total erkältet ist. Das hätte sie natürlich nie von sich aus zugegeben (keine Schwäche zeigen). Ich musste ihr dann vier Mal anbieten, die Kleine über Nacht zu nehmen, damit Ex sich erholen kann. Bis sie letztendlich doch erleichtert zugestimmt hat.
Diese ganze Situation belastet natürlich die Elternebene. Sie torpediert manche Sachen einfach nur um des "Nein-Sagens" Willen. Um irgend ein Gefühl von "Macht" zu bekommen. Um nicht so extrem "klein" mir gegenüber zu sein.
Und ich weiß ehrlich gesagt nicht so wirklich, wie ich damit umgehen soll.
Sollte ich im Sinne von "Frieden" auf Abstand gehen, quasi eine Art Kontaktsperre halten und nur die allerwichtigsten organisatorsichen Dinge angehen? Oder sollte ich einfach so weitermachen? Ich komme mit der Situation grundsätzlich zwar klar, befürchte aber, dass meine Ex immer neue Kriegsschauplätze eröffnen wird, um mich in eine unbedachte Aktion zu locken. Und 100% ausschließen kann ich natürlich nicht, dass ich irgendwann mal auf ihre "Spielchen" einsteige und dann ist die Kacke richtig am dampfen.
Wie seht ihr das?