Zitat von Urmel_:Eine Gegenthese ist auf jeden Fall schon mal nicht eine Bestätigung der Standpunkte, die Urmel vertritt.
ich nehme bezug auf deine these gefühle sind nicht verhandelbar
für mich ist das ein satz, den therapheuten patienten gegenüber verwenden, die von einem partner der sich getrennt hat, nicht lösen können
der satz taugt nicht als argument oder begründung für eine änderung der gesellschaftlichen ordnung
es ist richtig, dass gefühle nicht verhandelbar sind
daraus folgt jedoch mitnichten, dass sich das gefühl für einen partner nicht grundsätzlich ändern können und zwar im positiven wie negativen sinne
ein beispiel:
eine junge frau berichtet in einem 30minutigen gespräch mit einer freundin folgendes:
sie sitzt in der arbeit und stellt fest, dass sie vergessen hat, tabletten, die sie dringend benötigt, zu kaufen. sie ruft daraufhin ihren freund an und bittet ihn, das medikament in der apotheke zu besorgen. der freund bejaht es. später, kurz vor dienstschluss, ruft sie wegen etwas anderem nocheinmal an und fragt, ob er die tabletten hat. der freund sagt, er hat es vergessen und würde aber auf dem weg, wenn er sie abholt, die tabletten kaufen. sie daraufhin (schon leicht gereizt), ja, aber bitte wirklich auf dem hinweg, weil ich bin totmüde und möchte sofort nach hause. dazu sagt er nichts. er holt sie später von der arbeit ab und hat die tabletten nicht. auf die frage wieso nicht, sagt (und jetzt kommt´s ) er, er hätte sich gedacht, das könne sie genauso selbst jetzt machen
so. aus dem gespräch mit der freundin habe ich entnommen, dass sie sich damit ganz schlecht gefühlt hat. anstatt mit ihm darüber ein offenes gespräch zu führen, hat sie es ihrer freundin erzählt. grund: es hat sich in der vergangenheit gezeigt, dass, wenn sie über ihre gefühle mit dem verhalten von ihm gesprochen hat, es streit gegeben hat, nach dem sie sich noch schlimmer gefühlt hat
zurück zum thema:
sie hat es nicht geschafft mit ihm offen zu reden (kann gelernt werden)
er hat sie, jedenfalls der kommunikation nach, nicht ernst genommen und damit bei ihr das gefühl erzeugt, sie werde nicht geliebt. der kommunikation nach deswegen, weil es durchaus denkbar ist, dass er die tabletten bei der fahrt zu ihr schlichtweg ein zweites mal vergessen hat. zu sagen, du kannst sie ja jetzt noch selbst holen, war vll gar nicht bös gemeint und wurde gesagt, um dem vorwurf man bist du vergesslich zu entgehen
so sehen die abläufe aus, bei denen die partner in zunehmenden masse den eindruck gewinnen, der partner liebe sie nicht
und diese abläufe, können mit hilfe von professionellen beratern verändert werden
insofern, dass die partner achsamer miteinander umgehen
um zum 6 zurückzukommen
sie, hat an dem abend sehr geärgert, unwahrscheinlich, dass es zu 6 gekommen ist
er hat sich nicht entschuldigt
die beziehung wird einfach weiter geführt
möglicherweise mit immer weniger 6
sollte es irgendwann BÄMM machen, weiß er vermutlich gar nicht, was er falsch gemacht hat