Zitat von Dude0815:
Ricky, jetzt mal Spaß beiseite, streng Dich doch mal an. Informationen und deren Interpretation führen zu Neubwertungen von Sachverhalten. Du als Pädagoge solltest das doch eigtl. wissen. Über Generationen hinweg war bspw. Prügelstrafe okay, weil man dachte das "forme den Charakter". Heute wissen wir, dass es in erster Linie Menschen mit teils gravierenden Problemen und Baustellen produziert. Im Lichte neuer Erkentnisse ändert sich nun einmal so manche Wahrheit!
Das sind aber keine pädagogischen Ansätze gewesen, man. Das war: Ich erziehe mir Soldaten. So hat Schule mal angefangen. Und das hat nichts damit zu tun, dass man deshalb urplötzlich Emotionen kontrollieren könnte, Du kannst nur in einem gewissen Maß darauf einwirken. Du nimmst "Angst" um Dir Leute gefügig zu machen. Das wird auch heute noch gemacht, nur unter anderen Methoden (und auch nicht - siehe USA etc.). Also WO ist denn da die Änderung bitte? Dass Lehrer nicht mehr zuschlagen dürfen? Dass Eltern es mit dem Jugendamt zu tun bekommen? Du hast noch nicht einen Zentimeter mit den Institutionen zu tun gehabt, wenn Du wirklich glaubst, das habe sich alles so gravierend geändert. Dann bist Du erz-naiv.
Zitat:Was Gefühle anbelangt: diese entstehen weder im luftleeren Raum, oder sind irgend eine Form von Zauberei. Tatsächlich ist es ganz banal und hat viel mit Chemie und Sozialisation (welche Strategien habe ich gelernt wie in welcher Situation zu agieren, und was löst das in mir aus?) zu tun.
Also zu allererst entstehen einige Gefühle in der Tat nur im "luftleeren Raum", die verfliegen aber auch gern mal wieder und meist schneller als verfestigte, sozialisierte oder anerzogene Dinge. Zum Anderen ist es nunmal nicht so, dass Weisheit Dich automatisch vor Problematiken schützt. Nur weil Du erlernt hast, wie Du theoretisch in Situationen reagierst, heißt das doch nicht, dass Du es automatisch tust. Sorry, aber denkst Du zu automatisiert. Und das werden Dir hier so ziemlich alle Nutzer und Nutzerinnen auch bestätigen. Warum kommt wohl der Satz "ich weiß auch nicht warum, aber..." stetig und immer? Weil da dann wieder Ängste einhergehen usw. Klar, von außen betrachtet, ist es einfach das zu analysieren, aber das ist in der Praxis ne Nullnummer.
Zitat:Wenn man nun durch Beobachtung von Kausalketten Zusammenhänge erkennen kann, warum nicht entsprechende Maßnahmen ableiten?
Weil es nicht immer Kausalketten sind. Das ist doch ganz klar. Zumal die auch nicht komplett durchsichtig sind für jeden zu jeder Zeit. Nochmal: Hier geht es um Praxis. Um das Anwenden und nicht um: Wie kann ich in der Theorie damit umgehen, wenn meine Freundin vor mir steht: "Hey, ich bin fremd gegangen". Und da muss dann auch einen Lebensstil führen, der eben nicht abgelesen, sondern verinnerlicht wird. Hast Du das nicht, landest Du eben hier... oder bei welchem Schmerzforum auch immer.