Zitat von Yonda:Wir Menschen vereinfachen die Komplexität unserer Welt durch Kategorienbildung sprich "Schubladendenken". Das werden wir wohl nicht ablegen, aber der Lernprozess besteht darin, diese Schubladen nicht als Gottgegeben hinzunehmen sondern als veränderlich und eben konstruiert und sie nicht zur Bewertung einzelner Personen herzunehmen.
Ich will hier auch nicht behauptet haben, dass es "Geschlecht" nicht gibt. Ich habe ja Augen im Kopf. Selbst beim Thema Körperlichkeit gibt es ja schon so eine große Bandbreite in den Kategorien "Frau/Mann", allein schon was den jeweiligen Hormoncocktail angeht, der sich im Alterungsprozess auch noch ändert.
Danke dafür! Genauso sehe ich das nämlich auch.
Die konservativen Hardliner sprechen ja so gerne davon, dass es wichtig sei "gerne Mann" oder "gerne Frau" sein zu wollen. Und ich gehe mal stark davon aus, dass damit das klassische Bild von einem Mann bzw. einer Frau gemeint ist. Und GENAU DA steige ich komplett aus.
Da gab es in meiner "Frauwerdung" nämlich genug Punkte, in denen ich mich eher dem "klassischen Männerbild" zuordnen musste und man über kurz oder lang sich die Frage stellt "bin ich nun keine richtige Frau, oder was ist da los?"
Insgesamt habe ich viele Eigenschaften an mir, die der Kategorie "typisch Frau" zuzuordnen sind, aber eben auch genug der Sorte "typisch Mann". Und da ich überhaupt kein Problem damit habe eine Frau zu sein, gehe ich mal davon aus, dass das ok ist und die angestammten Kategorien eben nur eine Schublade sind.
Ein paar andere Frauen lernt man im Zuge seines Lebens ja auch noch kennen und merkt dann schnell "huch, die hasst es ja auch shoppen zu gehen und mag keinen Prosecco" ist aber weder ne Kampflesbe noch eine Frauenrechtlerin.
Und bei Männern die gleiche Nummer genauso. Mein Freund bspw. ist der maskulinste Mann, den man sich vorstellen kann. Optisch kriegt man bei ihm fast schon Angst, wenn man ihn so sieht. Hat auch eine Reihe typischer "Männerhobbies".
ABER er kann super Geschenke einpacken, stricken, rastet vor Süßholz bei jeder Katze aus, schmust unglaublich gerne etc....
Und das sind eben Tendenzen, die kann man doch bei den meisten Männern/Frauen beobachten. Da kann niemand vollkommen diese Schubladen bedienen.
Dass Männer und Frauen natürlich grundlegend verschieden sind, stimmt auch. Die Hormone spielen da eine riesige Rolle. Kenne ich aus eigener Erfahrung aus meiner Schwangerschaft.
Aber ich denke, dass der ein oder andere hier mit seinen konservativen "Mann/Frau-Thesen" seine Angst vor Frauen kompensiert.
So nach dem Motto "wüsste die Frau, wo ihr angestammter Platz ist und würde alles machen, was ich ihr sage", dann bräuchte ich keine so große Angst mehr davor haben, dass sie mir irgendwann wegläuft.