Zitat von Piper2603:@Pinkstar was Du gemacht hast ist aber nicht loslassen sondern loswerden 😉 Loslassen wäre, egal was sie sagen, ich mache es so wie ich will
Das sehe ich anders; mal ganz abgesehen davon, dass man weder seine Eltern noch seine Kinder jemals "loswird". Sie sind und bleiben nun einmal Teil der eigenen Geschichte; auch dann, wenn man nie wieder mit ihnen zu tun haben will.
Was die Eltern betrifft, wie heißt es so schön und richtig: Du sollst dafür sorgen, dass Deinen Kindern Flügel wachsen, Du sollst ihnen das Fliegen lehren - aber fliegen müssen sie alleine. DAS ist für mich loslassen und ich denke, in diesem Sinn hat es @Pinkstar auch gemeint.
Wenn das nicht klappt, dann ist es für mich ein Zeichen für mangelndes Vertrauen. Wenn Eltern nicht loslassen und auch erwachsenen Kindern nicht zutrauen, dass sie ihren eigenen Weg gehen. Ein paar Abstürze hier und da gehören zum Erwachsenwerden dazu; außerdem heißt es ja auch nicht, dass man sie niemals mehr im heimischen Nest aufnimmt und bewirtet (tatsächlich und im übertragenen Sinne, durch Zuspruch und Ermunterung).
Wenn ich als Kind dieses Vertrauen nicht erlebe, dann kann ich auch meine Eltern loslassen. Indem es mir z. B. völlig egal ist, was sie mir sagen und ich selbstbewusst meinen eigenen Weg gehe. Oder, wenn ich das nicht schaffe und mir ständige Auseinandersetzungen zu viel werden, indem ich den Kontakt abbreche. Das heißt nicht zwangsläufig, dass man seine Eltern nicht mehr liebt oder dass man sie "loswerden" will. Sondern es ist ein legitimer Weg, um sein eigenes Leben zu leben.
In der "Bringschuld" des Loslassens sind jedoch in erster Linie meiner Meinung nach immer die Eltern.