Servus Pfandfinder,
immer wieder stehe ich fassungslos vor so manchen Schilderungen und Lebensgeschichten.
Bei deiner geht es mir ebenso. Ähnliches habe ich allerdings bereits bei einem früheren Kollegen erlebt (beide waren 35 Jahre alt, 2 Kinder unter 10 Jahren). Nebenbei erwähnt wohnt nun seine Ex nach einem Jahr wieder bei ihren Eltern. Ihr Liebhaber hat sich verzogen als diverse finanzielle Quellen versiegten.
Meine Anregungen/Überlegungen gehen nicht davon aus, dass das Verhältnis zu deiner Frau auf ewig „so gestört“ ist wie im Augenblick, das möchte ich vorausschicken. Sie sind rationaler Natur.
Ich hoffe für eure Kinder, dass sie aus ihrem Rausch erwacht bevor sie brutal hart aufschlägt. Während meiner Therapie hat mir der sehr erfahrene Psychologe von Männern und Frauen erzählt, die an dem, was deine Frau gerade abzieht, zerbrochen sind. Das wünsche ihr ihr wahrlich nicht.
Trotzdem musst du jetzt zwangsläufig agieren und organisieren. Alles laufen lassen ist m. E. keine Option. Aber du handelst ja bereits und bist hoffentlich bald bei einem Rechtsanwalt. Vlt. können dir ja bei dem Gespräch folgende Argumente und Überlegungen nützlich sein. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine offensive Haltung und das „Heft in die Hand nehmen“ einem vieles klarer erscheinen lässt und das Selbstwertgefühl enorm steigert. Zusätzlich hilft es, ein bisschen hoffnungsvoller für sich, die Kinder und auch für sie in die Zukunft zu blicken.
Sorgerecht für die Kinder
Hier geht es nicht darum, dass du die Kinder deiner Frau komplett und auf ewig entziehen möchtest. Stelle dies ggü. dem deinem Rechtsanwalt und ggf. später ggü. dem Jugendamt klar.
Ich rate dir, verdeutliche, dass es dir einzig und allein um das Wohl der Kinder geht. Bei einer Frau im Hormonrausch, die alle Brücken hinter sich abreißt, den Job aufgibt, die Familie zu Gunsten des eigenen „Wohlbefindens“ verlässt und deren Bedürfnisse hinten an stellt, besteht im aktuellen Stadium m. E. Handlungsbedarf.
Zusätzlich existiert ja noch ein Liebhaber, von dem du keine bis wenige Hintergründe kennst. Kannst du diesem mit ruhigem Gewissen die Kinder in einem Haushalt anvertrauen? Auch das Jugendamt wird sich hier schwer tun.
Ein unglaublich großes Plus für dich wäre der Rückhalt der Familie. Wenn sich die Schwiegereltern, deine Eltern oder evtl. Geschwister/Verschwägerte bereit erklären, dir bei der Versorgung deiner Kinder zu unterstützen, hast du wenig zu befürchten.
Trennungsunterhalt
Anwaltschaftliche Hilfe ist hier unerlässlich. Ich kann dich jedoch nur teilweise beruhigen. Trotz alledem ist es durchaus möglich, dass deine Frau
anfangs Unterhaltsansprüche während der Trennungszeit geltend machen kann.
Wenn dir die Kinder anvertraut werden, wird ihr Trennungsunterhalt jedoch sehr gering ausfallen. Zu Recht wird zudem dargelegt werden, dass von ihr erwartet werden kann, zügig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Nur so viel:
Dein Nettogehalt abzüglich
-berufsbedingter Aufwendungen/-Darlehen/-Kindesunterhalt ect.
Dabei wird auch noch dein Selbstbehalt berücksichtigt. Da kommt regelmäßig nicht viel bei rum für sie.
Ein Anwalt deines Vertrauens hat dir das schnell dargelegt. Bring jedoch die Belege (am besten die Kontoauszüge) mit euren monatlichen Ausgaben und deinen Einkünften mit.
Gemeinsame Konten
Geh zu deinem Berater in der Bank oder Sparkasse und erkläre ihm die Sachlage. Nicht alle Banker sind böse
Da ihr getrennte Konten habt, ist alles viel einfacher. Überlege, ob du einen evtl. Dispositionskredit für das gemeinsame Konto kündigst. Schließlich musst du dafür haften.
Hört sich bescheuert oder auch völlig überzogen an – Mache ein Testament
Willst du, wenn dir etwas zustoßen sollte, das Risiko eingehen, dass deine Frau mit ihrem Liebhaber alles, was du dir aufgebaut hast, verprasst? Dass ggf. für die Kinder nichts mehr bleibt?
Denke ich nicht.
Als ich davon erfahren habe, dass meine Frau einen Liebhaber hat, habe ich ein Testament gemacht und es von meinem besten Freund und seiner Frau gegenzeichnen/bestätigen lassen. Und meiner Frau es auch ganz offen gesagt. „Glaubst du, wir würden dir etwas antun? Für was hältst du mich denn?“ fragte sie.
„Nicht für die Frau die ich gekannt habe“ war meine Antwort. Da wurde ihr klar, was sie wirklich ausgelöst hatte.
Kein Scherz. Begünstige deine Kinder, das Kapital soll durch einen Vormund verwaltet werden. Enterbe deine Frau. Sollte sich alles zum Guten wenden etc. ist das Testament schnell widerrufen. Da genügt ein Federstrich.
Zu guter Letzt hoffe ich, dass alles für deine Kinder, dich und auch deine Frau „gut ausgeht“. Den Trip, den deine Frau derzeit macht. Unglaublich.
Das hört sich wie „Rosamunde Pilcher auf D.rogen“ an.
Viel Glück und alsbald eine gute Zukunft.