Lieber Jordis,
bei Dir bin ich mir unsicher, ob Du wirklich eine Antwort willst und diese dann für Dich persönlich valide ist oder ob Du Dein Wertesystem stützen willst. Ich geh mal auf beide Posts ein und erkläre, warum die Frage (also Deine eigene Motivation, der Einfluss eines Egos) dabei so wichtig ist.
Zitat:Das sehe ich anders. Welches Machtspiel soll gesund und konstruktiv sein? Wenn es um Macht geht, geht es um Dominanz und Unterwerfung, das hat für mich nichts Gesundes.
Aus meiner Erfahrung distanzieren sich Männer von diesem Themenkomplex aus folgenden Gründen:
- Anerzogenes (feminin geprägtes) Wertesystem, welches auf Grund von vielen Jahren eigenen Invests in dieses Wertesystem so sehr im Sattel sitzt (Ego), dass eine Distanzierung davon dem Eingeständnis gleichkommt, teilweise in etwas investiert zu haben, was eine Lüge ist.
- einhergehend mit dieser Distanzierung spielt gleichzeitig eine (oft unbewusste, weil ja anerzogen) Identifizierung mit einem Gegenteiligen Wertesystem (in diesem Fall der absoluten Gleichheit der Geschlechter) eine Rolle. Bedeutet, dass viele Männer denken, dass wenn sie sich mit den Frauen identifizieren, sie bei Frauen Erfolg haben. "Wenn Du im Haushalt hilfst, hast Du eine gute Ehe". Wer an solche Aussagen glaubt, glaubt auch an das Spabuch der Liebe.
- Und im
Sparbuch der Liebe steht ja, dass man nur ein toller Mann sein muss (also im Sinne der femininen Werte -> gut im Haushalt, viel Spaß im Bett) und die Ehe hält ewig. Ist leider auch eine Lüge, denn
Frauen lieben nicht bedingungslos. Sinkt Deine Anziehungskraft (aus welchen Gründen auch immer), dann bekommst Du den Laufpass und/oder kannst DIch auf eine Ehe ohne 6 einstellen. Da kannst Du auf das SParbuch der Liebe eingezahlt haben wie Du willst - am Tag der Trennung hast Du nur noch Deutsche Reichsmark in der Hand.
- Männer haben Angst, ein Mann zu sein, Grenzen zu ziehen, weil ihnen der Selbstwert, der Respekt vor sich selbst fehlt. Weil sie "Gleichheit" glauben, aber "Mann" leben. Und diese Widersprüchliche Lebensart sorgt dafür, dass diese Männer nicht glücklich sind. Weil sie gegen ihre Natur leben.
(absolute Gleichheit der Geschlechter ist oft ein Punkt, bei dem alle anfangen zu schwimmen. Denn biologisch betrachtet ist die Aussage quatsch - wissen alle. Aber dann wird Stück für Stück versucht eine Grenze zu ziehen, wo denn das Absolute aufhört und wo denn genau die
gleichen und die
ungleichen Elemente liegen. Das man da mit Zugabe von unterschiedlichen Emotionen (ja, auch keine Gleichheit) völlig den Überblick verliert, ist verständlich. Wo es aber völlig absurd wird, ist der Umgang mit der offensichtliche Essenz: Es gibt keine Gleichheit. Diese Aussage wird sehr ungerne in den Mund genommen.
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Zitat:Wenn es um Macht geht, geht es um Dominanz und Unterwerfung, das hat für mich nichts Gesundes.
Diese Aussage spiegelt Dein eigenes Wertesystem wieder. Und ohne Dir jetzt nahe treten zu wollen, wenn Frauen so etwas lesen, dann denken sie an den bösen Jungen auf dem Motorrad, der ihnen den Po im Bett versohlt und gleichzeitig denken sie, dass mit Dir im Bett nicht viel los ist. Weil Du in diesem Punkt die Natur der Frauen nicht verstehst.
Ich hab hier im Thread ja schon oft von meinem aktuellen Mädel erzählt. gestandene Frau, intelligent, tough. Hat viel Respekt vor mir und ich verhalte mich wie ein Gentleman. Es geht alles irgendwie Hand in hand und die Tests kann ich im Schlaf bestehen (noch). Vor zwei Tagen liegen wir Arm in Arm im Bett und sie lächelt mich an und sagt "Ich liebe das Gefühl, wenn Du im Bett zeigst, was Du willst und es Dir nimmst. Wenn Du mich benutzt." Diese Worte wirst Du im Leben nur von Frauen hören, wenn sie an Deiner Position keinen Deut zweifel haben - wenn sie nicht im Ansatz an Deinem Wesen als Mann zweifeln. Wenn sie wissen, dass die Worte im Prinzip nur beschreiben, was ich eh schon weiß. (Vergleiche: Männer, denen Frauen sagen müssen, wie sie ein Mann sind, erregen sie nicht.)
Zitat:Ob der vonDir angesprochene Film/Buch tatsächlich bei Frauen gefragt ist, kann ich nicht sagen. Ich empfinde es als vollkommen lächerlich.
Um es abzukürzen: DIe Aussage bedeutet, dass Du die Natur der Frau lächerlich findest, weil Du denkst, dass in Zeiten der Gleichheit die Natur überholt ist. Oder weil Du Deine Rolle als Mann nicht verstehst. Klar, dass Buch ist für uns Männer total Banane...aber für die Frauen nicht. Und an dieser Stelle sollte Dir spätestens schimmern, dass es keine Gleichheit zwischen Männern und Frauen gibt, wenn es um Anziehungskraft und die dahinter steckenden Dynamiken geht.
Es ist alles in Deinem Kopf. Wenn Du Deine Sicht der Welt justieren willst, dann musst Du Dir erst bewusst werden, wieviel Dein Ego Dich vor Dingen schützen will, die gegen bereits investierte Invests gehen.