Tonino
Gast
Letzte Woche zeigte sie mir eine Mitteilung einer Freundin auf ihrem Handy. Da sah ich, dass der andere am Donnerstag (30.5.) geschrieben hatte. Erst am nächsten Morgen hatte ich realisiert, dass das nicht aufging. Auf meine Frage hin, mir diese Mitteilung zu zeigen, sagte sie, sie habe sie aus Versehen gelöscht. Das ist der Grund der mich dazu veranlassen wird, eine Software auf ihrem Handy zu installieren. Ich weiss, der andere wird nicht locker lassen, auch wenn er voll auf Verständnis usw. macht. Auf dieser Basis kann ich nicht wirklich vertrauen.
Vertrauen: Die Mitteilung von Vivia hatte ich mir in meiner Woche, wo ich weg war, verinnerlicht. Ich weiss genau was ich will. Und keine der vermeintlichen Hürden, sind der Grund dazu.
Liebe Muzel, ja, ich habe Fragen: Meine Frau geht seit 3 Jahren in Therapie. Sie sagt, sie mache enorme Fortschritte. Sie sagt mir nicht welche. Sie sagt, dass die Therapie echt hart sei, die Therapeutin alles andere wie zimperlich mit ihr umspringe. Sie würde lernen, Nein zu sagen. Gegenüber den Kindern macht sie das m.E. zu wenig. Mir gegenüber macht sie es aus meiner Perspektive viel zu oft. Ich fühlte mich beiseite geschoben - aber egal. Gegenüber ihren Eltern gibt es das Wort "Nein" schlicht und ergreifend nicht. Wenn der Vater etwas will von ihr, dann pariert sie. Auch wenn wir zuvor über eine solche Situation gesprochen haben. Der Vater erhält nie ein "Nein". Nie! Egal was ist ... seine Ansprüche kommen immer auf leisen Sohlen daher ... sie konnte sich nie von ihm unabhängig machen. Schlafen: Sie hat Schlafstörungen seit die Kinder auf der Welt sind. Nach Aussen ist sie der Sonnenschein für alle. Innerlich ist sie völlig am Ende, das spüre ich genau. Oft braucht es nur ein Funken, dann flippt sie komplett aus. Da fliegt Geschirr ... Das aber natürlich nur in den eigenen 4 Wänden.
Die Auslöser ... - ich will ja da sein, ihr helfen dieses Muster zu durchbrechen. Deshalb unterstütze ich sie ja jetzt auch so gut es geht in dieser neuerlichen Auslösungs-Situation. Davonrennen - wären keine Kinder da, sie würde davonrennen. Ich sagte ihr auch, nimm doch eine Auszeit, ich schau auf die Kinder. Sie sagt nur, und wie soll das gehen. Sie vergisst, dass das dann mein Problem wäre, dass ich das Problem dann lösen muss. Egal wie. Sie soll an sich denken, aber nicht die Familie zerstören. Und ich liebe sie. Ich habe ihr gesagt, aus Mitleid will ich sie nicht zurück. Auch wenn ich leide ohne Ende. Sie will mich ja nicht verletzen, dass sagt sie ja auch.
In den Jahren zuvor, habe ich mir oft Gedanken gemacht, kann ich der sein, den sie verdient. Ich kann nur sagen, dass ich alles dafür tue. Bei unserer letzten Krise mit der Trennung dann sagte sie, dass ich zur Therapie müsse. Widerwillig habe ich das dann getan. Meine Fortschritte sind ehrlich gesagt spärlich. Doch in der Vergangenheit habe ich mir immer wieder überlegt, wer hier eigentlich ein Problem hat. Und ihr Problem erscheint mir sonnenklar, was die familiäre Vergangenheit in der Gegenwart bedeutet. In der Vergangenheit war ich immer für sie da, wenn sie mit mir diese Sachen diskutieren wollte. Auch wenn mir übel dabei wurde. Ich mochte es nicht mehr hören, habe aber dem Frieden zuliebe alles abgehört. Ich weiss nicht, wie ich dieses Problem lösen soll. Aber ich weiss, dass es ein Teil unseres Problems ist. Es ist nicht das Problem selbst, aber Teil davon. Sie ist schon lange am Ende. Dann kamen all die Unfälle. Einer nach dem anderen. Da blieb keine Zeit für sie selbst. Ich selbst war dann im Spital und war wochenlang schlecht gelaunt, weil ich traurig war, den Winter und die damit verbundenen Outdoor-Aktivitäten mit den Kindern nicht erleben zu können. Was ich will ist, ihr die Hand zu reichen, damit sie ihr Problem endlich lösen kann. Vielleicht erkennt sie dann, dass ich für sie genauso der Richtige sein kann, wie sie für mich.
Auch das spielt übrigens mit dazu bei, dass ich jetzt nicht einfach ausziehe. Auch wenn ich tagtäglich die schmerzende Ablehnung erfahren muss. Last but not least: k. ist für sie nicht ein so grosses Problem, wie ihr es darstellt. Und ein Dauerzustand ist das sowieso nicht.
Muzel: Wenn Du Dich zurückerinnerst in diese Situation hinein: Wie hätte Dir Dein Mann helfen können? Was hätte er auf gar keinen Fall tun sollen? Welche Änderungen hätte er helfen können herbeizuführen? Sie spricht nie wirklich mit mir über ihre Therapie. Sagt nur, dass die Therapeutin für einen Monat nicht da ist. Irgendwann habe ich hier aufgegeben und mir gesagt, wenn die Therapeutin ja so toll ist wie sie sagt, dann wird das ja auch gut kommen. Ich meine, seit mindestens einem halben, wenn nicht seit einen ganzen Jahr, brennt es bei ihr lichterloh. Ich stand nur hilflos daneben. Hab teilweise weggeschaut oder dann intensiv das gemacht, was ich seit 2 Wochen praktisch nicht mehr mache. Meiner beruflichen Arbeit nachzugehen. Wie gesagt, ich will nicht sagen, dass ihr Problem unser Problem ist. Aber es ist sicher Teil des Problems.

