Zitat von Wirdschon:So sind Ansichten verschieden. Ich persönlich finde es spooky, ihr in dieser Situation einen Antrag zu machen. Es macht für mich Sinn, erst aufzuarbeiten, jeder seine Baustellen und gemeinsam die Beziehungsbaustelle . Wenn man dann wieder im Vertrauen ist, kann man ja die Eheschließung als gemeinsamen Neuanfang ...
Es gab keinen "Antrag". Ich habe sie gefragt wie gut ihr ihr Nachname gefällt

Aber klar, sie wusste dann direkt worums theoretisch geht und dann eben die leichte Rückzugsreaktion.
Von meiner Seite war das eher ein Test, weil sie das vor Jahren selbst ins Spiel brachte und auch mein Anwalt beim letzten Gespräch meinte "für viele Frauen kann den symbolischen Akt der Ehe nichts ersetzen wenn es darum geht, sich fürs Leben zu binden". Nicht, dass ich jetzt direkt vor hätte. Es war ein Abchecken / Abtasten. Aus einem kindlichen, unüberlegten Moment heraus.
Für sie ist grad wichtiger, überhaupt zu erleben wie es im positiven Fall laufen kann und dass sich dann nach und nach im besten Fall wieder der Glaube an eine langfristige Zukunft einstellt. Ich habe den Eindruck, jegliche Art von zu krassen emotionalen Ausbrüchen, negativ wie positiv, wäre ihr momentan zu viel.
Die klassische "du bist schuld, du musst büßen und mir jetzt beweisen" Tour wird hier nicht funktionieren. Würde ihr zu viel sein. Diese Schritte kommen wenn dann über einen längeren Zeitraum in kleineren Dosen, sobald sie wieder mehr Vertrauen in eine mögliche gemeinsame Zukunft fasst - ist meine Einschätzung.
Momentan ist da immer noch stark die Realität von vor dem Klinikaufenthalt präsent. Wo auch ihr Umfeld ihr mehrfach geraten hatte, sich zu trennen, weil es ihr so schlecht ging in der Beziehung und sie das ihrem Umfeld ja schon seit langer Zeit erzählte. Dass das jetzt ganz anders funktionieren könnte, muss auch für sie erst vorstellbar sein. Das waren jetzt erstmal nur ein paar Tage.
Und ich werde denke ich vorerst im "egal wie's kommt, die aktuelle Zeit, die wir hier so oder so haben, will ich mit dir genießen und schöne Erinnerungen schaffen" Modus, denke ich.
Es fühlt sich so an, als könne die richtige Aufarbeitung erst dann stattfinden wenn sie wieder an eine gemeinsame Zukunft glauben kann und nicht primär Angst davor hat wie es vorher war.