brokenheart8372
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Ich spreche jetzt öfter auch so Dinge aus, die ich vorher so gut wie nie gesagt habe, also wie schön ich sie finde oder dass ich sie liebe. Und so kommt da stetig eine liebevollere Kommunikation rein und gegenseitige Zärtlichkeit in Situationen in denen es die sonst nicht gab.
Das Gespräch mit meinem Therapeut war sehr interessant. Er konnte das "Modell", wie es zu all dem kam, wie sie sich in eine Parallwelt geflüchtet hat, die in ihrer Wahrnehmung komplett abgekoppelt von unserer Realität war, klar nachvollziehen.
Und so ein "Erklär-Modell" sei eben auch wichtig wenn man mit so einer Situation klar kommen wolle.
Und dass es mehr als genug Ursachen dafür gab weil er ja auch über die Jahre mitbekam, wovon ich erzählte, welche Probleme bei uns herrschten.
Also dass es zu so einer Affäre kam kann er absolut nachvollziehen und ist auch aus seiner Sicht nichts was nicht öfter vorkommt.
Knackpunkte waren für ihn dann gewisse Momente in denen er ihr dann eine Unreife in ihren Entscheidungen zuspricht.
Z.B. nach dem ersten Mal Sex wäre es normal gewesen, dass sie mit dem Gewissen kämpft und dann für sich eine Klärung finden muss. Affäre beenden oder Partnerschaft beenden z.B.
Das hat sie aber einfach unreif ignoriert aus seiner Sicht. Ebenso wie dass sie ihn weiterhin treffen wollte nachdem sie heim kam und ich noch nichts von der Affäre wusste. Sieht er ebenso als primär unreife Entscheidung aufgrund ihrer Persönlichkeitsmuster, die ja auch aus dem Klinikbericht hervorgehen, den ich ihm auch in Kürze erklärt hab.
Da müsse sie dran arbeiten, dass wenn sie spürt ihre Bedürfnisse werden stark vernachlässigt, dass sie dann nicht mehr in diese Abdrift-Muster verfällt.
Er konnte sich sogar vorstellen, dass es ihr eigentlich nie um Sex ging in der Affäre. Und mir gegenüber hat sie das auch schon mehrfach geäußert, dass sie bei Kontaktaufnahme zu ihm 0.0 Sex im Kopf hatte. Und mein Therapeut kann sich dann vorstellen, dass sie das (initial ja nur per Chat) Sex-Game dann vorrangig mitgemacht hat, um wiederum "ihm zu gefallen", auch "ihn zu halten" als Ressource, die ihr Aufmerksamkeit und Verständnis und Zuwendung schenkt.
Selbst die Entscheidung, dann doch ungeschützten Verkehr (nach ihrer Aussage erst ab dem 2. Mal) mitzumachen konnte er sich vorstellen, dass sie gemacht hätte weil der AM das thematisierte und sie dann auch dort kindlich unreif mit einstieg - damit er glücklich ist und ihr im Gegenzug die Aufmerksamkeit gibt, die sie braucht.
Also seine Theorie ging so weit, dass Sex nur Mittel zum Zweck war, um die möglichst maximale Aufmerksamkeit und Zuwendung dieser Person zu erreichen. Und im Laufe der Affäre kamen dann mehrere Momente unreifer, gewissenloser Entscheidungen zum Tragen in einer Parallelwelt, die von unserer Beziehung abgekoppelt war.
Deshalb auch immer wieder ihre Worte "das war nicht wichtig". Weil es auch, und das fand er sehr wichtig, eben keine Liebesbeziehung war.
Also er glaubt ihr auch was sie sagt, hat nur eben Bedenken was diese Tendenz zu unreifen Entscheidungen angeht.
Davon abgesehen ist er auch kein Freund von "Draufhauen und Rauswerfen", sondern hält meinen bisherigen Weg für sehr gut und bestärkte mich, so weiter zu machen. Probleme wie Bilder, die ich mir nicht ansehen kann oder Orte, die ich nicht ertrage, seien Gedanken, die dann mit der Zeit vergingen wenn man auf diesem positiven Weg bleibt und sich neue Erinnerungen gemeinsam schafft. Dann hält er es auch absolut für möglich, dass unsere Beziehung besser wird als vorher.