Hallo,
es gab in den letzten drei Tagen tagsüber viele Stunden, in denen ich wieder vollkommen frei war. Nachts weiß ich nicht, da habe ich einfach nur gut geschlafen.
Keine düstere Wolke über den Kopf, keine innere Schwere, kein Trauergefühl. Erst Recht keine Gedanken an sie in der Zeit. Ebenso aber auch keine übertriebenen Glücksgefühle.
Gestern musste ich während dieser Zeit mal kurz innehalten. Es fühlt sich im ersten Moment einfach so komisch an, wenn man genauer hineinhorcht. So fremd.
Die letzten Monate war ich mit durchhalten, den ganzen Schmerzen u.s.w. und teils krampfhaft nach vorne schauen beschäftigt.
Darüber habe ich völlig vergessen gehabt, wie sich normales Leben eigentlich anfühlt. Verständlich.
Jeder hier wird das nachvollziehen können.
Kurz hat es mir etwas Angst gemacht.
Was mache ich denn jetzt mit mir, wenn die Trauer anfängt wegzugehen? Wie geht es denn jetzt mit mir weiter?
Kurios, selbst an die Trauer gewöhnt man sich und es kann einem "was fehlen", wenn sie sich wie bei mir zumindest jetzt schon in Phasen komplett verabschiedet.
Dann musste ich lachen und dachte mir:" Na, bei dem ganzen Ärger in den letzten Monaten werde ich ein normales Leben auch schon noch wieder hinkriegen."
Der Dämon des Trennungsabend ist bisher nun auch verschwunden. War eine gute Idee gewesen, das nachzuspielen und spaßige Elemente einzubauen. Wenn ich seitdem daran gedacht habe, dann eher mit einem Lächeln darüber, wie absurd das alles so war.
Nicht mehr mit einem Gefühl des Schockes oder ähnlichem.
Hoffe, die guten Phasen halten sich noch ein Weilchen. Es ist wirklich angenehm und auf einen neuerlichen schweren Rückfall habe ich gerade so gar keine Lust.
Hilfreich zu dem Ganzen war sicherlich, dass ich zurzeit keinen Kontakt zu ihr habe. Eigentlich doch ganz nett von ihr, nicht mehr geantwortet zu haben.
Wirlich Schade, das ich in den ersten Wochen nicht genug Kraft hatte, die vollkommene KS durchzuhalten. Es hätte wahrscheinlich vieles vereinfacht. Aber hinterher ist man immer schlauer. Ich verbuche es jetzt unter Lebenserfahrung. Das Peinlichkeitsgefühl diesbzgl. ist zum Glück mittlerweile wieder verschwunden.
Der Weg ist noch nicht zu Ende, aber bedeutend weniger steinig.
Gruß
B.