Zitat von Urmel_:Manchmal habe ich den Eindruck, als wenn manche nur die arme Frau lesen, die selber sehr verletzt ist.
Aus einer Beziehung gehen beide als Verletzte raus. Jemand, der geht, wurde im Vorhinein so verletzt (und konnte damit nuicht umgehen), so dass er/sie gehen muss. Der andere ist spätestens dadurch wahnsinnig verletzt. Ich denke, wir drehen uns hier um dich, weil du nur auf dich EInfluss hast. Wir können auch nur deine ANteile spegeln, da wir ihre nicht kennen, bzw. nur aus deiner SIcht erleben.
Ich würde so auch meine "Aufgabe" hier verstehen. Dich spiegeln, Punkte zum Weiterdenken anstoßen, liebevoll da zu sein, während dein Herz bricht und du es mit deiner STärke wieder aufbaust. Neu und anders und gut!
Zitat von Urmel_:Und da geht es ja an sich mehr um Selbstliebe und eben sich selber zu versichern, dass man für sich da ist
SIcher geht es auch darum. Aber eines lässt du außer acht: Das innere Kind war mal der kleine Urmel und der kleine Urmel, der reale, hat von seinen Eltern gelernt, welche Aktion welches Gefühl bedeuten und wie er mit seinen Gefühlen umgehen kann.
Und das darf hinterfragt werden, ob das, was der kleine Urmel damals gelernt hat, so richtig ist oder er das Umlernen darf. Der innere kleine Urmel kann nämlich auch noch immer umlernen. Das ist halt wahnsinnig Arbeit für den erwachsenen heute realen Urmel, aber es geht.
Meist brechen diese Kindheitsverletzungen auf, wenn man getrennt wurde. Denn die Trennung von einer wichtigen Bezugsperson würde für ein reales kleines Kind in der WIldnis tatsächlich Existenzängste auslösen, wie wir sie auch ganz anfänglich nach einer Trennugn verspüren.
Deswegen sage ich: schau mal nach, was dein inneres Kind da gelernt hat und ob das so sinnvoll ist.
Zitat von Urmel_:uf jeden Fall eben Aktionen, die man schon irgendwo auch als Strafe sehen kann.
Hier bedienst du das Wort "man". So als wäre es objektiv so. Ist es aber nicht. Wir reden hier von Gefühlen. Erstmal macht deine Ex natürlich irgendwas oder macht in deinem Fall etwas nicht. Bei dir geht emotional los: dass du dich schuldig fühlst, suchst, was du falsch gemacht haben könntest, dass du so etwas verdienst usw. usf. Der kleine Urmel hat also gelernt, dass Liebesentug eine Strafe ist und er reflektieren soll, was er falsch gemacht hat.
Zum Vergleich: bei allen Nicht-Aktionen deiner Ex würde bei mir der Heimatfilm: "warum liebt er mich nicht genug?" ablaufen. Ich würde mich nicht schuldig oder bestraft fühlen, sondern als nicht wert, lieb gehabt zu werden.
Was ich sagen will, ist, mein Heimatfilm ist nicht "richtiger" als deiner. Er ist. So wie deiner. Meine kleine Femira hat da was ganz furchtbares in ihrer Kindheit lernen müssen und raus führt nur, dass ich ihr immer wieder klar mache, dass sie liebenswert ist - nur "er" sie halt nicht liebt oder in meinem jetzigen Fall er mich wahrscheinlich liebt, aber in seinen Verstrickungen gefangen ist und da nicht heraus kommt und ich nich daneben sitzen soll und warten, dass er da herausfindet. Ich bin mehr wert und verdiene einen Mann, der mich gut behandeln kann. (Hab heut keinen guten Tag...das Wetter nimmt mich mit...Sry, ist OT).
Und deine Schuldgefühle sind auch ein Heimatfilm, der aus deiner Kindheit kommt. Deine Ex handelt (außen). Du reagierst mit einem Gefühl. Das ist in dir. Warum fühlst du das, was du fühlst? Das ist die Frage. Und wie kannst du dann in der Folge gut zu dir sein?
Deswegen schickte ich dir den TED Vortrag über Scham. Strafe löst im Allgemeinen Scham aus.
So eine Trennung hat auch die Chance, Kindjeitstraumata zu heilen, weil die Schmerzen so intensiv nochmal hochkommen. Es tut weh und fühlt sich schrecklich an...ich weiß, aber das ist ne wirkliche Chance.
Zitat von Urmel_:Und ich kann Dir versichern, dass auch das Ausbleiben von Aktionen in der Lage ist, mich sehr zu verletzen und sehr zu verunsichern.
Zitat von Urmel_:Und da hast Du sicher Recht, dass ich da in mir auch mal nachschauen kann, warum mich das so verletzt.
Natürlich verletzen einen Nicht-Aktionen. MAnchmal mehr als Aktionen.
Nicht schauen, warum es dich verletzt, sondern warum ausgerechnet das Gefühl der STrafe/des bestraft werdens herauskommt.
Zitat von Urmel_:Meistens habe ich vermutlich Aktionen gemeint, die in irgendeiner Art und Weise Einfluss auf mich nehmen sollten.
Da würde ich dir auch widersprechen. Wir wissen nicht, ob die AKtionen das sollen. Sie tun es sicher. Aber ob deine Ex dieses Ziel hatte...nein, das wissen wir nicht.
Ich kann auch nur sagen, dass ich beispielsweise nicht gratulieren würde, weil es mich aufwühlen würde. Ich würde nicht so sehr darüber nachdenken, was das mit Ex macht.
Es ist eigentlich auch egal, ob sie sollen oder nicht. Du hast dich für kene Reakion entschieden. Nun gehe mit deinen inneren Gefühlen um. Das ist wichtig, denn sie werden dich noch eine Weile begleiten. Umso klarer du hast, warum welches in dir ist, desto leichter wird es, gut zu dir zu sein.