Zitat von Sarina80:Eine scheinbar neutrale berufliche Mail, ohne Not wird jede Frau als das lesen, was es ist, der Wunsch nach Kontaktaufnahme.
Sehe ich ähnlich.
Die letzte Aktion war die Nachfrage nach einem Link zu Dateien bei meiner Schwester mit dem direkten Hinweis, dass ich den habe. Da Ex den Link bereits beim letzten Projekt von mir bekommen hat und da auch schon gefragt hat, ob ich den Link habe, woraufhin ich ihr gesagt habe, dass sie den Link doch schon hat und sie daraufhin die Daten heruntergeladen hat, also beim letzten Projekt vor drei Monaten, gehe ich davon aus, dass sie sich bewusst war, dass diese Nachfrage eigentlich unnötig ist. Meine Ex macht sehr ungerne Fehler und ärgert sich dann maßlos.
Ich habe in dem Moment, als meine Schwester mir geschrieben hat, dass Ex den Link benötigt (da war ich übrigens im Urlaub, Ex hat sich mit dem Verweis auf mich so zusätzlich gut in Erinnerung gebracht) also durch Ex die Chance bekommen, ihr direkt per Mail zu schreiben, rein geschäftlich, ohne das Gesicht zu verlieren, ohne, dass ich das Gefühl haben müsste, mich zu überwinden.
Das kann man durchaus auch mal über die Wochen in Relation setzen. Am Anfang waren es Aktionen, bei denen ein Melden bei Ex nicht unüblich gewesen wären, dann der Hinweis über Schwester auf Melden, dann im Chat mit Bestis Mann nochmal die Absolution und ganz am Ende runtergedampft auf eine Mail in Orga-Kontext. Die Hürde, über die ich zu springen hätte, um Ex zu kontaktieren, hat sich also immer mehr verringert.
An der Stelle ein Hinweis an die Skeptiker, was ja auch gerechtfertigt ist. Das was ich beschreibe ist in meinem Leben real. Unabhängig davon, ob es bewusste Handlungen waren oder alles Zufälle. Hätten die meisten Männer mit Liebeskummer eine der "Chancen" ergriffen? Die meisten hätten doch schon beim Anruf bei Schwester den Hörer in der Hand gehabt. Spätestens, nachdem wenige Tage später im Chat "auf jeden Fall anrufen" gefallen wäre, hätte der Rest angerufen. Und die ganz Zaghaften hätten die Mail genutzt, um den Zeh ins Wasser zu halten. Und dazu noch die Einschläge Trennung, Rad, Überweisung, die die Verlustängste parallel anstacheln.
Wenn das alles Zufälle waren, dann wären die zufällig von der Abfolge und vom Timing her (immer erst ein Verlust wie beispielsweise Rad, kurz später der Anruf bei Schwester mit "Reden") so perfekt gewesen, dass man über Wochen ein hohes Niveau Verlustangst hat und dazu noch Kanäle zu Ex, die Schritt für Schritt immer weniger Invest von mir bedingt hätten.
Klar können das alles Zufälle sein, aber selbst meine Ex ist ja nicht blind. Die weiß also auch ohne Intention, was Ereignisse in einem Mann auslösen. Frauen spielen Männer wie Mozart das Klavier. Also auch bei Zufällen ist es für sie offensichtlich, dass ich alles ins Leere laufen lasse.
Und da kommen wir zu Punkt drei in Deiner Mail. Dadurch, dass ich alles ins Leere laufen lasse signalisiere ich, dass ich das Verhalten der Trennung nicht kommentarlos zu den Akten legen, weil so keine gute Beziehung möglich ist. Und das ist mir so wichtig, dass ich daran auch ein Regame scheitern lassen würde. Weil ich die Beziehung nicht um jeden Preis will. Weil ich meinen Wert kenne. Und deswegen bin ich auch nicht über den extrem niedrigen Stock mit der Orga-Mail gesprungen. Und es steht zu vermuten, dass das meiner Ex bewusst ist und die das nicht lustig findet. Und deswegen habe ich auch keine Glückwünsche bekommen.