Zitat von Kiretty:Zitat von LonelyXmas:Als mir bewusst wurde, dass ich sie neun Tage am Stück nicht sehe, hätte ich kotzen können. Aber so ist das halt.
Ja, so ist das eben. Man heiratet aus Liebe. Es wird ein Kind geboren, man ist überglücklich. Jahre später fällt dem Partner ein, sich jemand Neues zu suchen. Betrifft mich ebenso. Das schlimmste ist, dass man sein Kind plötzlich nicht mehr ständig um sich hat. Klar gehen sie früher oder später aus dem Haus, aber so früh?

So hat man sich das ja nicht gedacht. Meiner war 12 und plötzlich ständig weg. Wir haben hälftig "geteilt". Also der Jung war mehr oder weniger genauso lang bei seinem Vater wie bei mir. Neben dem Betrug und dem Verlassenwerden war das genauso schlimm für mich. Ich habe sehr darunter gelitten. Also volles Verständnis für Deine Gefühle.

Heute, etwa vier Jahre später, habe ich mich so halbwegs daran gewöhnt. (Blieb mir ja auch nichts anderes übrig) Ich weiß, es hilft Dir momentan wohl nicht viel.
Zitat von LonelyXmas:Ist das jetzt wirklich ein nettes und faires Angebot ohne Hintergedanken ihrerseits?
Ja. Sieh es einfach so. Das ist das einfachste.

Sie so viel weniger zu sehen als vorher schmerzt.
Die Ex macht mit dem Next einen auf tolle Patchworkfamily. Wo bin ich? Der Next bastelt tolle Schiffchen mit ihr. Sie erzählt mir stolz davon.
Ich fühle mich manchmal überflüssig. Wie einfach hätten sie es, wenn ich nicht da wäre? Ok, den Unterhalt bezahlen, dafür bin ich gut. Arbeiten, um ihr das neue Patchworking zu finanzieren. Ich fühle mich in dieser Rolle nicht wirklich wohl. Wenn ich noch der wäre, der ich vor fünf Jahren war, dann wäre ich längst in der Karibik. Aber meine Tochter macht es mir unmöglich, ein Egoist zu sein. Ihre Existenz hat mich verändert. Ich liebe sie. Aber die Verantwortung ihr gegenüber hat mich handlungsunfähig gemacht, was die Flucht vor der ganzen schei. angeht.
Recht hat sie mich zu verlassen. Ich bin vom coolen Typ zum darlehensabzahlenden Vollspießer mutiert, in der irrigen Annahme, alles richtig zu machen. Ein Nest zu schaffen, in dem die kleine Familie behütet ist.
Warum bin ich nicht das A...... geblieben, das ich immer war? Da hatte ich weniger Sorgen.
Nicht mein Tag heute. Gut, dass ich jetzt nicht die Möglichkeit habe, das Rad zurückzudrehen. Ich wäre in Stimmung.