Florentine
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Das meinte ich in meinem Post vorher. Da bemühe ich mich. Ich ändere mich, arbeite, gehe zur Therapie.
Was tut er?
Er bleibt, wie er ist. Tut alles weiter wie zuvor.
Ich weiß nicht, ob er depressiv ist. Er ist nicht mehr so lethargisch wie vor ein paar Wochen...aber da geht es um Nuancen.
Er meint, er braucht keine Hilfe. Nur Ruhe.
Er SAGT, dass er mich liebt. Ob das stimmt?
Er mag meinen Körper scheinbar nicht mehr. Er lehnt meine politische Einstellung ab, mag nicht, was ich koche, diskreditiert meine Arbeit ("das ist doch keine richtige Arbeit"), mag meine Musik nicht.
Da frage ich mich dann schon, was da noch großartig "geliebt" wird?
Meine Gefühle für ihn?
Ich mag seinen Humor sehr. Ich schätze seine Loyalität und seinen Ordnungssinn und dass er mir zumindest etwas hilft.
Liebe ich ihn noch?
Nein.
Ich habe ihm gestern lange in die Augen gesehen und für mich versucht zu ergründen, was da noch ist.
Aber ich erreiche da keine wirkliche Gefühlstiefe mehr. Überwiegen tun da Bedauern und Mitleid.
Ich bezweifel, dass das eine tragfähige Basis ist.
Gestern kam er doch tatsächlich ins Bad. Polterte rein mit den Worten: "Na, dann zeig mal deine Narben."
(allein schon diese Art...kann ja sein, dass er Schwierigkeiten mit sowas hat, aber Herrgott nochmal, das muss doch anders gehen. Wie als er mir vor ein paar Monaten das Spielzeug in die Wanne warf mir "Hier, das hab Ich gekauft probier das mal.")
Ich habe dankend abgelehnt mit Verweis auf seine letzte, unangemessene Reaktion und dass ich da gut drauf verzichten kann.
Er habe sich eben erschreckt.
Entschuldigung?
Fehlanzeige.
Ich sagte ihm, dass mich das verletzt hat, insbesondere, dass er auch nach dem ersten Schreck nicht mal in Ruhe mit mir gesprochen hat, sondern meinen *beep* Anblick gemieden hat wie der Teufel das Weihwasser.
Schlussendlich habe ich ihn einen Blick drauf werden lassen.
Reaktion?
Keine.
Nur die Frage:"Das Rote geht aber noch weg oder? Das ist ja ziemlich breit."
Ich sagte:"Du, das ist mir völlig egal. Von mir aus kann es auch so bleiben, ich bin glücklich damit. Alles besser als vorher. Aber vermutlich wird es noch blasser."
Keine Antwort.
Er tritt ab.
Ich wieder alleine in Bad und denke: na, dann eben nicht.
Später am Abend nach einem kurzen Gespräch sagt er im Vorbeilaufen zu mir:"na los, gib mir mal einen Kuss." und hält mir seine Wange hin und bewundert meinen Hintern ("bleib stehen, lass mich mal anfassen.")
Scheinbar ist Zeit für das zweite Mal Sex pro Jahr.
Genieße ich solche Komplimente noch?
Nein. Innerlich denke ich mir nämlich: du, ich weiß, dass ich eine mordsmäßig gute Kehrseite habe, ich sehe die nämlich regelmäßig. Im Übrigen hat das die letzten 8 (!) Monate auch nicht interessiert.
Genieße ich das Anfassen noch?
Nein. Ich wollte mich föhnen, unser Sohn lief da rum.
Später habe ich mich geärgert, das überhaupt zugelassen zu haben. Signalisiere ich so doch etwas, was nicht da ist.
Warum habe ich das?
Weil ich irgendwo doch dachte: mensch, du bist seine Frau, du kannst jetzt doch nicht alles abblocken und ablehnen.
Das ging in Sekundenbruchteilen und später habe ich mich geärgert, weil ich genau daran mit meiner Therapeutin grade arbeite: ERST Gefühle wahrnehmen, DANN danach handeln und nicht das eigene Selbst vergewaltigen und sich nach anderen und deren vermuteten Wünschen ausrichten gegen die eigene Gefühlslage.
Da habe ich offensichtlich noch Therapiearbeit vor mir.
@Gretel
Ja, mein Entschluss steht soweit.
Hier, so geneinsam, wird es keine Chance geben. Das wird höchstens darauf hinauslaufen, dass wir uns anfrusten oder einer von uns jemand anderen kennenlernt irgendwann.
Sie werden sich NICHT scheiden lassen!"
) und Dir vorgeführt bekommen.