Liebe Florentine,
ich habe jetzt den größten Teil Deines Threads gelesen.
Ich finde, Du warst von Anfang an sehr bemüht, die Ehe wieder ins Lot zu bringen. Du hast Lösungen gesucht, Vorschläge gemacht, geredet. Du hast ihm gesagt, was Du Dir wünscht, was Dich verletzt hat. Natürlich hättest Du vielleicht hier noch dies oder da das nicht sagen können - eine Kommunikation Deiner Wünsche und Eindrücke hat aber stattgefunden. Du hast Deinem Mann die Chance gegeben, darauf zu reagieren. Hat er nicht.
Und das Thema ist vor einer ganzen Weile gestartet - wenn es zu einer Trennung kommt, würde ich nach dem Lesen hier sagen: Du hast alles Dir mögliche versucht. Mich hat das an einen englischen Blog erinnert, den ich vor einiger Zeit mal gelesen habe, dort schreibt ein geschiedener Mann, was er ihm nachhinein so alles erkannt hat. Paßt nicht 100%ig zu Deiner Situation - aber in Ansätzen schon. Ich pack Dir mal den Link hier rein - notfalls hilft der google translator
https://mustbethistalltoride.com/an-ope ... -husbands/Zum Thema Kinder und Trennung - die Kurzfassung:
ich bin selbst ein Scheidungskind. Meine Eltern haben sich getrennt, da war ich 15. Meine Mutter wurde mit 17 ungewollt schwanger, hat dann meinen Vater geheiratet, weil man das eben so macht. Es lief zum Zeitpunkt der Trennung schon Jahre nicht mehr gut, sie war unglücklich, hatte aber lange gebraucht, sich zu lösen. Im Endeffekt hatte/habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich wusste oder meinte zu wissen, dass sie nur wegen mir so viele Jahre dort unglücklich zugebracht hat.
Ich selbst bin auch geschieden. Meine Tochter war zum Zeitpunkt der Trennung 4. Wir haben es halbwegs auf die Reihe bekommen, denke ich. Sie wird (auf seinen Wunsch hin) im wöchentlichen Wechselmodell betreut. Ich habe auch die Abwertungen und verbalen Angriffe von ihm nicht mehr ertragen. Ich wollte nicht, dass meine Tochter glaubt, das sei normal in einer Beziehung, so dass sie sich später womöglich auch jemanden sucht, der so zu ihr ist. Mittlerweile habe ich einen neuen Partner, wir gehen liebevoll miteinander um, ziehen uns gern auf und lachen zusammen. Seit kurzem hat mein Ex wieder eine Partnerin. Die er -wie meine Tochter erzählt- schon innerhalb von ein paar Wochen öfter zum Weinen gebracht hat, weil er gemein zu ihr war. Sie erkennt da den Unterschied im Umgang, und ich hoffe sehr, dass sie mit ihren jetzt 8 Jahren ihre Schlüsse draus zieht.
Ansonsten finde ich es bemerkenswert, wie reflektiert und überlegt Du das Ganze bis hierher betrachtet hast. Auch wenn es schon ein wenig bitter war, quasi "Lesezeuge" zu sein, wie Deine Gefühle, und damit Deine Ehe, langsam verwelkt sind. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für das neue Jahr.