Für mich/uns ein gezüchtetes Problem. Ich nehme vorweg, dass ich sogar aus der IT-Branche komme, über 50 bin, und solche Instrumente und Mechanismen der Social Networks eher grundsätzlich ablehne. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Aussage eines sehr großen Kunden: "Für mich ist eMailing die zweit schlechteste Erfindung... ." Und das bei meinem ersten Kennenlernen von Herstellerseite mit dem Ziel einer neuen Infrastruktur - auch in Sachen "eMailing".
Ich ging auf ihn ein, verstand seine Ausführungen sehr gut - sie waren und sind noch immer berechtigt, und dennoch kommt man hier und da nicht drum herum. (Wir machten das Geschäft übrigens...)
Mich wundern heute in vielen Bereichen die Ansätze, dass der Mensch nach Mündigkeit schreit - sich aber sehr, sehr häufig (aus meiner Sichtweise) Lichtjahre davon bewegt. Das fängt schon direkt mit dem Wunsch nach Verbraucher- und Datenschutz an, während bereit- und genauso freiwillig an anderer Stelle alles preisgegeben wird.
Dabei lässt sich die Masse eher verleiten (mich teils einbezogen) und fremdsteuern, ist aber dann sehr häufig der Ansicht, dass genau das nicht gegeben ist. Man lässt sich manipulieren und will es teils nicht merken oder merkt es wirklich nicht! Diese Social-Trends bringen den Erfindern Millionen und mehr, während den "Schäfchen" vorgegaukelt wird, dass es ohne gar nicht mehr gehen kann. Dabei stehen gerade solche Systeme im ständigen Fokus von Überwachungen - weil es einfach ist und sich eben eine Masse darin bewegt. Ich erlebe selbst im privaten Umfeld eine Menge Menschen über 60, 70, die noch auf diesen fahrenden Zug aufspringen müssen...
Meine Frau lässt ihr Postfach durch mich pflegen und auch ich sitze häufig mit ihr zusammen, wenn es um die Klärung wichtiger Inhalte in meinem Postfach geht. Weder sind wir bei F...book noch bei anderen Plattformen dieser Art vertreten. Wenn wir Familienangehörige erleben möchten, machen wir es direkt oder nutzen so eine schwierige und altmodische Technik, die sich Telefonie nennt.
Konkret: wir machen das, was für uns wirklich Wichtigkeit besitzt und fertig! Wir haben ein wirkliches Leben und wissen neben Arbeit noch, was Menschen in unserer Familie und unserem Umfeld tatsächlich bedeuten. Selbst Smartphones sind für mich simple Arbeitsgeräte, die nach erforderlichem Minimalprinzip verwendet werden. Ich muss nicht jederzeit und binnen 10 Sekunden erreichbar sein, diese Zähne ziehe ich solchen ungeduldigen Mitmenschen sehr schnell. Noch immer entscheide ich für mich, was bei mir überhaupt und dann größere Beachtung erfahren darf - so hält es auch meine Frau. Zwar wundert sie sich ab und zu, warum ich kein Spiel auf meinem Smartphone habe...
...aber auch das wäre bei ihr nachvollziehbar, wenn man unsere "Story" kennen würde. Die ist aber hierfür unerheblich, meiner Frau sei ihr banaler Ablenkungswunsch hier und da aber voll gegönnt.
Und ja, wir scheinen mehr und mehr eine aussterbende Rasse zu sein...
Viele erfahren durch Vernetzung und derartige Trends offenbar einen Reiz, einen Kick..., den wir oftmals nicht nachvollziehen können. Das fängt schon auf Parkplätzen mit der Technik und Bequemlichkeit an. Keinen Meter zu viel machen - aber zum Arzt rennen, weil Rücken und Knie nicht so wollen...
Ich packe mir lieber den schwersten Rucksack auf die Schultern und stapfe im Tiefschnee die Spur für die Familie vor, während wir Beobachtungen in der freien Natur bevorzugen statt uns in Tubes & Co. über erschossene Tiere zu belustigen.
Wir haben auch unsere Lebensproblemchen, gehen aber offenbar anders ran und auch ebenso anders damit um und freuen uns auf jede freie Minute der Gemeinsamkeit.