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SMS zu Weihnachten Wie soll ich das deuten?

T
Hallo liebe Geroelli

Nimm mir das jetzt bitte nicht übel, aber ich denke du solltest es dir mit der Ks vielleicht noch mal überlegen.Glaub es würde euch beiden gut tun mal nen klaren Kopf zu kriegen. Auch wenns schwer fällt. Ich mein ihr zwei seid aufgrund der Ereignisse dieser Woche ziemlich durch den Wind. Kommt mir zumindestens so vor wenn ich deine Texte so lese. Das kann ich auch voll nachvollziehen, da das ziemlich krass war.Du springst momentan extrem! Lies dir mal deine letzten Texte von heute durch und Vergleich das mal mit dem was du vorher so gesagt hast. Denk dann wirst du verstehen was ich meine. Ihr könnt halt beide Momentan keine klaren bzw. richtigen Entscheidungen für euch treffen. Glaub das dir und ihm helfen würde ein besseren Blick auf das ganze zu kriegen.

Hoffe du verstehst was ich meine.

Fühl dich mal gedrückt. trost spenden

x 1 #2026


F
Zitat von Geroellheimer:
Aber wie bitte soll er sich finden wenn er eine neue hat? Je mehr ich mich zurück ziehe, desto mehr treibe ich ihn in ihre arme...


Das glaube ich z.B. überhaupt nicht. Eher sogar im Gegenteil, je mehr du jetzt präsent bleibst, desto eher treibst Du ihn langfristig weg oder es geht auf eine freundschaftliche Schiene. Wie soll er zur Ruhe kommen, wenn du immer um ihn rum tanzt? Die Freundin ist, glaube ich, bei Euch beiden eher nebensächlich. Es nimmt ihn mit oder ohne sie mit. Und wenn er viel für sie empfindet, dann tut es das auch, wenn Du da bist. Also kannst Du auch wegbleiben, dadurch empfindet er nicht mehr und nicht weniger für sie. Das sind zwei getrennte paar Schuhe und zwei unterschiedliche Lebenssituationen. Sie ist seine Übergangslösung, wenn da mehr draus wird, dann weil er so empfindet, darauf kannst Du keinen Einfluss nehmen. Du kannst sowieso keinen Einfluss auf ihn nehmen, auf seine Empfindungen nicht, auf seinen Verarbeitungsprozess nicht und auf seine Entscheidungen auch nicht. Es sind seine. Du musst Deine treffen und Deinen Weg gehen. Dafür braucht ihr beide Raum. Wenn Du etwas für Dich und Euch tun willst, dann musst Du ihm auch den Raum geben. Das machst Du im Moment nicht. Und er macht es mit Dir auch nicht. Ihr seid beide noch nicht weit genug, das Leben des anderen zuzulassen. Aber dass muss man, wenn man sich noch mal auf Augenhöhe begegnen will, denke ich. Ihr seid beide völlig verwirrt. Und Du wirkst nicht stark im Moment, eher im Gegenteil. Also genau so, wie Du ihm eigentlich nicht entgegen treten wolltest, alte Muster und so. Wie willst Du das hin und her noch länger aushalten? Was kannst Du aushalten? Was willst Du? Er lässt sich im Moment nicht auf Dich ein, was bringt Dir der Kontakt außer Schmerz, Leid, Hoffnung und Enttäuschung? Das ist eine ernst gemeinte Frage an Dich, kein erhobener Zeigefinger. Vielleicht bringt es Dir wirklich etwas, weil es für Dich in Deiner Sitution genau so richtig ist, aber hinterfrag es mal. Gibt es wirklich gute Gründe und wenn ja, welche sind das?

x 1 #2027


A


SMS zu Weihnachten Wie soll ich das deuten?

x 3


W
Hei du!
Ich glaub eher das er ein Romantiker ist. Eine Trennungsabsicht wird meist anders übermittelt! Für was noch die Mühe?
Es gibt kein Leben ohne sterben und das hat er gemeint im übertragenen Sinn.
Und das kleine Pflänzlein das dann wieder wächst ist eure neue Liebe!
Meinst du das du von mir nochmals Weihnachtsgrüße kriegen tätst, wenn ich dir das dann eh nicht wünsch? Für was denn?
Eure Beziehung war dahin, also warum dann noch?
War aber nicht jedes Treffen von euch trotzdem schön?
Zwischen euch zwei wirds wieder werden!

x 2 #2028


F
Ihr schreibt alle so wenig im Moment. Traurig

#2029


F
Dann schreib ich was. durcheinander

Mir geht es heute nicht so gut. Gestern und vorgestern habe ich mich recht ruhig gefühlt, fast ausgeglichen. Ich hatte viel zu tun und habe gedacht, dass ich ihn gar nicht so schlimm vermisse und dass ich mein Leben auch so auf die Reihe bekommen werde, ohne ihn. Nicht dass es besser ist ohne ihn, aber dass ich ein gutes Leben führen kann, dass vielleicht irgendwann auch mal wieder erfüllt sein wird. Ich habe mich nicht mehr so schwach gefühlt.

Heute geht es mir schon wieder bescheiden. Ich vermisse ihn sehr und er fehlt mir unglaublich. Ich fühle mich sehr alleine und einsam. Ich bin zwar heute Abend verabredet, aber mir fehlt der Partner, mein wichtigster Mensch, die Schulter zum Anlehnen, mein Gegenpol.

Ich weiß gar nicht wie das ist, ohne ihn durchs Leben zu gehen. Die Erfahrung kann spannend sein, heilsam, was weiß ich. Aber die Gedanken, dass ich das alles gar nicht will, schleichen sich eben doch immer wieder ein.

Und dann frage ich mich, wie das Menschen machen, die lange keinen Partner haben oder nie einen haben oder immer mal wieder einen anderen haben. Woher ziehen sie die Kraft? Vermissen sie nichts, weil sie es anders nicht kennen oder weil sie einen anderen Lebensnetwurf haben oder weil es eben auch anders geht?

Inzwischen scheinen alle Bekannten angekommen zu sein. Nur ich, die immer einen Partner hatte, bin jetzt allein. Ein Sonderling, wie ausgestoßen. Ohne Kinder, ohne Familie, ohne Haus ohne alles. Traurig Ich hätte das alles mit dem Menschen haben können, den ich über alles liebe, wenn ich nicht so um micht gekreist wäre, meine Probleme, sondern mehr in unsere Beziehung investiert hätte. Bei dem Gedanken ertappe ich mich immer wieder. Und dabei weiß ich auch: er war nicht deri 100% Traumprinz, das ich wohl niemand, er hat auch nicht in der Form inverstiert, wie ich mir das gewünscht habe, er hatte auch eigenen Probleme, ihn kümmerte anderes. Er ist ganz und gar nicht unschuldig daran, dass es dahin kam, dass er es beendet hat. Im Gegenteil, also ich muss und kann ihn gar nicht auf ein Podeste heben. Aber er fehlt mir eben so sehr, weil es mehr Gutes als Schlechtes hab, mehr Liebe als Genervtheit, Vertrauhtheit und Geborgenheit, gemeinsame Wünsche, Ziele, Pläne, Vorstellungen. Und eben dieses ganz tiefe, gewachsenen Vertrauen, dass er von einer Sekunde auf die nächste mit Füßen getreten hat.

Ich möchte eigentlich nur eines: wissen ob sich dieses Jammertal gerade irgendwie lohnt. Weil wir wieder zusammenkommen oder weil ich mit einem anderen zusammenkomme oder weil ich sonst wie glücklich werde. Oder ob das jetzt mein zukünftiges Leben bestimmt, alleine einsam und unzufrieden sein und sich von Tag zu Tag hangeln, irgendwie, mal mehr oder weniger gut. Augen rollen

Und ich hasse die Nie-Mehrs und Warums. Ich hasse diese Fragen, auf die ich nie eine Antwort bekommen werde und bei denen die Antwort eigentlich auch egal ist, weil die Konsequenz die gleiche bleibt. Und ich hasse den Kontrollverlust, über unser Leben, über ihn in dem Sinne, dass ich nicht mehr weiß, was dieser Mensch macht und denkt, weil ich ihn aus dem Leben verloren haben, vielleicht für immer, was ich immernoch nicht hoffe, obwohl ich kein Wort von ihm höre (Kontrollverlust passt hier nicht, aber ich habe es eben nicht gesteuert, nicht die Beziehung beendet, bin dem ganzen passiv unterworfen usw.) und über mich. Ich versuche mir das Stück für Stück zurück zu erobern, mein Leben und meine Zukunft zu gestalten, aber die Trennung bestimmt mich trotzdem, jeden Tag. Etwas was ich nicht will, macht den Großteil meines jetztigen Lebens aus. Das ist doch schei. irgendwie.

#2030


Traumtänzer
Liebe Freya,

Zitat:
Ich möchte eigentlich nur eines: wissen ob sich dieses Jammertal gerade irgendwie lohnt. Weil wir wieder zusammenkommen oder weil ich mit einem anderen zusammenkomme oder weil ich sonst wie glücklich werde. Oder ob das jetzt mein zukünftiges Leben bestimmt, alleine einsam und unzufrieden sein und sich von Tag zu Tag hangeln, irgendwie, mal mehr oder weniger gut.


Das kann dir niemand anderes beantworten, als du selbst. Du kannst dich jetzt dauerhaft nur treiben lassen und darauf hoffen, daß dich die Strömung irgendwann und irgendwo an Land treibt. Da kann es aber passieren, daß es dir gar nicht gefällt, wo du angelandet bist. Oder aber du raffst dich nach und nach auf, machst immer mal wieder ein paar Schwimmzüge in die Richtung, die dir richtig erscheint in diesem Augenblick und bestimmst dadurch immer mehr, wohin das Leben dich treibt. Denn die Verantwortung dafür trägst ganz alleine du selbst. Es ist schwer, sich aus dieser Lethargie zu befreien. Ohne Frage. Aber früher oder später muß man wieder selbst das Ruder und die Verantwortung über sein Leben übernehmen. Ob man dabei vom bisherigen Weg abweicht oder nicht, muß man dann einfach entscheiden und manchmal auch ein Risiko eingehen.

Schau, du hast ja sicher oft genug hier von mir gelesen, wie sehr ich für eine KS bin. Und ich war und bin auch nach wie vor davon überzeugt, daß eine KS sinnvoll ist. Aber es kann auch irgendwann nach ein paar Wochen das Bedürfnis aufkommen, noch etwas zu sagen. Vielleicht weil man dadurch besser abschließen kann. Oder um sich einfach Gewissheit zu verschaffen, ob es überhaupt einen Weg zurück gibt. Aus Gründen, die ich hier und jetzt nicht näher erläutern will, hab ich mich heute dazu entschlossen, meiner Ex eine lange Mail zu schreiben. Ich hab das gebraucht, damit ich irgendwann richtig abschließen kann. Ich hab ihr einfach geschrieben, zu welchen Schlüssen ich mittlerweile gekommen bin und das ich diese Mail eben für mich selbst geschrieben habe, weil ich das jetzt so gebraucht habe. Ich sitz aber jetzt nicht hier und erhoffe eine Reaktion. Ob und wann sie sich meldet, hab ich ganz klar ihr überlassen. Ich hab ihr mitgeteilt, daß die Türe zu einer späteren Wiederannäherung nicht zu ist. Das ich ihr nicht böse bin und auch eben verstehe, warum es besser ist, daß wir erst mal getrennte Wege gehen. Es haben sich quasi bei mir selber die Fakten verändert und ich war bereit, die KS kurzfristig zu brechen. Und grade geht es mir gut dabei.

Ich will dir jetzt hiermit nicht sagen, was du machen sollst. Denn wie oben geschrieben, mußt du das für dich selber rausfinden und dann eine Entscheidung treffen. Wäre ich mir nicht grade im Augenblick sicher, daß ich mit jeglicher Reaktion von ihr halbwegs klarkomme, hätte ich die Mail auch nicht geschrieben, bzw abgeschickt. Wenn sie sich meldet, werde ich mich wohl erst drüber freuen. Völlig unabhängig davon, was drin steht. Und dann schauen wir mal weiter zwinkern.

Wegen dem Vermissen von deinem Ex. Das ist doch ganz normal. Und da wirst du auch immer mal wieder rein rutschen. Geht mir ja auch so. Aber wenn du immer mal zwischendurch schon Phasen hast, wo du dich gut fühlst, werden die auch weiterhin auftauchen. Die Phasen werden immer länger werden und irgendwann hast du dann auch den nötigen emotionalen Abstand. Zum Thema entlieben. Ich denke, wenn man wirklich aus tiefstem Herzen geliebt hat, hat der Mensch auch immer einen Platz im Herzen, sofern er sich nicht wie der letzte Ar. benommen hat. Nur wandelt sich das Gefühl mit der Zeit. Es gibt ja auch verschiedene Arten von Liebe. Ein Vater oder eine Mutter lieben ihre Kinder anders, als sie sich gegenseitig lieben. Und genauso ist es mit den ExpartnernInnen, die uns wirklich sehr viel bedeutet haben. Lass es zu, daß man dich ab und zu aus deinem Schmerz rausholt und beginne wieder, diese Ablenkungen bewusst wahrzunehmen und auch ein stückweit zu genießen. Letzten Samstag war ich auch kurz davor abzusagen. Dann bin ich doch weg und die Zeit verging wie im Flug. Heut gehe ich mit einem Freund und dessen Schwester auf ein Konzert. 60er Jahre Rock. Etwas abtanzen dazu und einfach Spaß haben. Morgen ist dann brunchen angesagt und der Mittag gehört dann mir. Mal sehen, was ich da so mache.

Ich drück dich mal trost spenden

#2031


G
Ich melde mich auch mal wieder zu Wort, habe eure Beiträge grade gelesen.

Ich bin momentan eher ruhig, denke viel nach über die letzten Tage und nehme mir diese zeit auch bewusst. Ich war so aufgewühlt, konnte nicht mehr so klar denken. Jetzt geht's besser. Ich habe mich in den letzten Tagen falsch ausgedrückt, ich war sehr sprunghaft und versuche jetzt wieder ein Gleichgewicht zu finden. Ich verstehe Was ihr mir sagen wollt ubd bin sehr dankbar für eure Worte. Ich weiß das Kontakt jetzt nichts bringt, es war auch nicht so gemeint, dass ich ihm jetzt jeden Tag irgendwas schreibe oder anrufe. Ich weiß, dass er eine Freundin hat, wieso ist jetzt mal egal, er hat sie auf jeden fall. Das was er mir in den letzten Tagen gesagt hat, hat gesessen... Und darüber denke ich viel nach, weil mir seine Sicht der Dinge so nicht bewusst war. Ich wusste nicht, dass ich ihm ein Jahr das Signal vermittelt habe, dass ich diese Beziehung nicht mehr will und ihn nicht mehr liebe. Ich habe das oft gesagt, das stimmt wohl, aber irgendwie habe ich im Kopf anders gedacht und damit mein gegenüber natürlich sehr verletzt. Für ihn bin ich diejenige, die die Beziehung beendet hat und er ist der, der von der großen liebe verlassen wurde, er hat den Satz nur ausgesprochen weil ich einfach so weiter gemacht habe, obwohl ich geistig schon weg war... Er kann nicht verstehen wieso ich mich in der Beziehung verabschiedet habe und aufgehört habe ihn zu lieben, einfach so. Dabei war es gar nicht so, es hatte viele andere Gründe aber nicht mangelnde liebe. Noch nie hat er mir das so gesagt, erst nach 6 Monaten sagt er mir das. Vorher hat es immer geheißen: wir passen nicht zusammen oder sowas. Jetzt heißt es, ich hätte ihn nicht geliebt und er wäre gegangen um mir zu helfen, glücklich zu werden. Seine Wunden heilt ihm halt jemand anderes. Er kann mit diesem Schmerz nicht umgehen, hat mich immer und immer wieder nach Erklärungen für mein verhalten gefragt. Ich habe alles erklärt, stundenlang meine Situation in der Beziehung wiedergegeben. Es ist schwer für ihn mir zu Glauben, weil meine Taten 1 Jahr lang anderes gesprochen haben.

Nur wir macht man so etwas wieder gut?!

#2032


F
Das ist lieb von Dir! freunde

Ich habe schon begonnen zu Schwimmen, lasse mich viel weniger Treiben, unternehme was usw. Aber das sind eben nur Momente, wenige. Es bleibt viel relativ ungefüllter Raum, eben der, den man sonst mit dem Partner verbracht hat, der jetzt einfach nicht mehr da ist. Ich weiß noch nicht, wie und wann sich das ändern wird oder ob es eben normal ist, wenn man ohne Partner ist, viel allein zu sein, sich das Gefühl aber irgendwann wandelt. Ich kenne das ja so nicht. Okay, ich habe auch keine Lust, ein solches Leben kennenzulernen, aber ich muss es ja notgedrungen.

Ich würde gerne noch mal auf die Frage des Entliebens zurückkommen. Es ging mir dabei weniger um mich: ich fage mich, ob er sich so einfach entlieben kann. Ob das geht, dass gar nichts mehr da ist. Einfach so? Wie ist das, wenn man eben noch sein Leben miteinander verbringen will und dann plötzlich Schluss macht? Ist das Flucht, weil man die Umstände nicht mehr aushält? Oder ist das wirklich "Liebe weg"? Gibt es dass so, auch wenn kein neuer Partner im spiel ist? Oder empfindet er das eben schon länger, weil es nicht von jetzt auf gleich geht, und hat sich selbst und mich belogen? Sowas frage ich mich halt. Ich weiß schon, dass diese Fragen eigentlich sinnlos sind, aber ich stelle sie mir eben trotzdem, die kommen einfach so.

Die KS will ich im moment nicht aufheben. Klar wünsche ich es mir sehr und würde es am liebsten tun, aber ich glaube, dass es mir im Moment nicht gut tut. In anderen Momenten denke ich wieder: ja, ich frage ihn jetzt: Heiraten, Kinder, Lebensabend - niemals? Und wenn er dann sagt: niemals. Dann brauche ich auch nicht mehr hoffen auf einen Neuanfang irgendwann. Aber wie sinnvoll so eine Frage dann wirklich wäre, weiß ich auch nicht.

Ich stelle fest, ich weiß im Moment recht wenig so insgesamt. Augen rollen

#2033


G
Freya, mein ex stellt sich im Prinzip die gleichen fragen wie du. Er hat sie mir alle genauso gestellt: hast du dich entliebt? Wieso warst du so komisch? Hattest du einen anderen? Was habe ich falsch gemacht? Wieso warst du unglücklich?

Er hat mich einfach danach gefragt, weil er es wissen muss für sich... Weil er es nicht versteht. Ich habe es erklärt, mehrmals, seine Hand genommen und mich entschuldigt. Für ihn wäre es ganz schlimm gewesen wenn ich ihm diese Antworten nicht gegeben hätte. Weil er sich sein eigenes Gedanken-Konstrukt gebastelt hat, nämlich dass ich ihn einfach nicht mehr geliebt hab und nicht die Eier hatte, ihm das zu sagen... Vielleicht wirst auch du irgebdwann diese Antworten bekommen. In 2,3 oder 4 Monaten!

#2034


F
Zitat von Geroellheimer:

Nur wir macht man so etwas wieder gut?!


Ich glaube nicht, dass Du etwas gut machen musst. Dein Verhalten war vielleicht nicht korrekt, aber in diesen Momenten, auch wenn es ein ganzes Jahr war, konntest Du Dich nicht anders verhalten, weil Du in Deinem Tun und Denken total gefangen warst. Ja, das ist schei.. Ich kann das so freimütig sagen, weil ich selbst etwas ganz ähnliches erlebe. Aber ich sehe das nur jetzt, mit dem Abstand so klar. Das ist für mich eine der vielen Chancen, die mir die Trennung gebracht haben. Eine der Chencen, die ich annehme und auch heute schon als solche erkennen: mich zu reflektieren. In den Situationen selbst, habe ich auch oft genug gemerkt, dass es gerade nicht so läuft, dass ich es schlimmer mache, obwohl ich es im Inneren eigentlich damit besser machen wollte. Aber mir fehlten offenbar die Strategien und vielleicht auch die Fähigkeit, Distanz einzunehmen, um mich selbst mal quasi von außen zu sehen, und Geduld. Jetzt sehe ich viele, ich nenne es jetz mal Fehler, auch wenn es das nicht richtig trifft, die ich gemacht habe. Klar ist das schei.. Aber das kann man nunmal nicht mehr ändern. Die Chance dazu haben wir nicht, weil es die Beziehung eben nicht mehr gibt. Aber wir können eine Sache tun: an uns selbst wachsen. Erkenntnisse gewinnen und unser Handeln im Hier und Jetzt und für die Zukunft verändern. Einfach wachsen! Ich glaube, zumindest für mich, wäre das vermutlich in der Beziehung nicht so oder nicht so schnell so gegangen, dass ich so viele Dinge plötzlich so klar sehe. Für mich hätte es dafür allerdings keine Trennung gebraucht. Abstand hätte gereicht. Ich habe schon nach einem Tag und einer Woche so viel klarer über mich und uns gedacht, was mir in all den Jahren vorher nicht möglich war, als ganz vielen Gründen, die ich jetzt hier gar nicht alle anführen will, vieles war einfach auch situativ für mein ganz persönliches Leben.

Jetzt bin ich in der Lage relativ klar zu formulieren, welche Erwartungen ich an eine Beziehung habe, was ich möchte, was ich mir wünsche. Und zwar nicht nur vom Partner, sondern auch von mir selbst. Und mir wird viel klarer, was ich zu geben bereit war und bin und wo meine Grenzen sind. Und vor allem auch, wie man mit Schwierigkeiten umgehen sollte, wie ich das machen möchte, was mir für Strategien noch fehlen, woran ich arbeiten will. Für meine ganz eigene Weiterentwicklung. Ich glaube, daran kann ich als Persönlichkeit wirklich wachsen. Natürlich hätte ich das auch in der Partnerschaft machen können. Aber ich habe es eben nicht getan.

Vielleicht geht es Dir ähnlich. Diese Chance haben wir eben jetzt, weil wie die Distanz gewinnen mussten, durch eine Trennung, die wir nicht wollten.

Was mir allein an Deiner Geschichte und Deinem Blickwinkel immer wieder auffällt und nicht gefälkt sind zwei Dinge:
- Ich finde, Du vergräbst Dich zu sehr in einer Schulzuweisung. Ich glaube nicht, dass der Gedanke über Schuld einen wirklich weiter bringt. Das hemmt eher. Ich glaube, Du solltest Dich dringend davon frei machen. Du hast einen Beitrag zum Scheitern geleistet, vielleich sogar den veiel größeren. Aber es war eben so und man kann es nicht rückgängig machen. Aber man kann sehr wohl darüber nachdenken und sich daraufhin ändern (oder eben auch nicht, je nach Erkenntnisgewinn). Dazu muss man sich mit sich beschäftigten, auch auf der Basis der Vergangenen, aber mit Blick auf die Zukunft und auf sich.
Natürlich kann man die Bezeihung trotzdem vermisse, traurig sein, Kummer haben. Man hat einen großen Verlust erlitten. Aber man kann sich gleichzeitig auch weiterentwicklen, ohne immer auf schuldig oder nicht schuldig herumzureiten.
- Die zweite Sache ist, wie Du Deinen Ex beschreibts. Da blitzt immer wieder durch, dass er ganz am Anfang des Erkenntnisprozesses steht. Es scheint fast so, als gefiele er sich in der passiven Rolle. Du hast Schuld, er hat nur reagiert. Damit macht er es sich ein bisschen sehr einfach finde ich, immer wieder. Aber genau das ist eben auch der einfache Weg, ein schwacher Weg, der Dich noch schwächer macht. Das finde ich nicht fair. Und solange er noch so denkt, beeinflusst er Dich nicht positiv. Daher glaube ich sehr, dass Abstand das einzige ist, um Dich nicht auf Deinem weiteren Weg zu behindern und ihn mal wirklich ins Denken zu bringen. Auch wenn er in der Beziehung und bei Euren Problemen vielleicht eher der passive Part war und mehr reagiert hat. Auch er hat gehandelt und für sein eigenes Handlen (auch Reagieren) trägt allein er die Verantwortung nicht Du. Das auf die abzuladen, und das tu er, so wie Du es beschreibst indirekt, damit macht er es sich sehr, sehr einfach.

x 2 #2035


Traumtänzer
Zitat von Geroellheimer:
Freya, mein ex stellt sich im Prinzip die gleichen fragen wie du. Er hat sie mir alle genauso gestellt: hast du dich entliebt? Wieso warst du so komisch? Hattest du einen anderen? Was habe ich falsch gemacht? Wieso warst du unglücklich?

Er hat mich einfach danach gefragt, weil er es wissen muss für sich... Weil er es nicht versteht. Ich habe es erklärt, mehrmals, seine Hand genommen und mich entschuldigt. Für ihn wäre es ganz schlimm gewesen wenn ich ihm diese Antworten nicht gegeben hätte. Weil er sich sein eigenes Gedanken-Konstrukt gebastelt hat, nämlich dass ich ihn einfach nicht mehr geliebt hab und nicht die Eier hatte, ihm das zu sagen... Vielleicht wirst auch du irgebdwann diese Antworten bekommen. In 2,3 oder 4 Monaten!


Genau das ist ja auch der Punkt, der bei mangelnder Kommunikation auftaucht früher oder später. Ich hab mich die letzten Wochen vor der Trennung auch von ihr zurück gesetzt gefühlt. Und da fängt man halt mit spekulieren an, wenn man vom Partner kein Feedback bekommt. Und da kommt man dann vom Hundertstel ins Tausendstel rein. Bis man irgendwann die Reissleine zieht. Bis dahin hat sich das eigene Gedankenkonstrukt zur absolut gültigen Wahrheit manifestiert. Da muß der andere dann erst mal durchbrechen, was oft genug in die Hose geht. Ich habs halt so gemacht, daß ich mir in den letzten Wochen meine Gedanken über alles gemacht habe. Und genau diese Gedanken hab ich jetzt in der Mail verfasst. Ob und wie sie darauf reagiert, ist erst mal nebensächlich für mich. Denn es ging ja darum, daß ich das losbekomme. Und ich erhebe da auch keinen Absolutsheitsanspruch darauf. Ob und wie es weiter geht, wird die Zeit zeigen. Ich werde auf alle Fälle heute nimmer meine Mails checken..lol. Will mir mit einer möglichen Antwort nicht den Abend versauen, falls sie denn überhaupt kommt zwinkern.

@Freya
Ich denke das Problem beim Entlieben ist, wenn man längers zusammen ist und auch wohnt, daß man dann vielleicht wirklich Liebe mit Gewohnheit verwechselt. Und irgendwann kommt man dann auf den Trichter und merkt es eben. Dann ist die Zeit der Trennung da, weil man sich bewusst wird, daß es so nicht mehr weiter gehen kann. Ob das dann nur verschüttete Liebe ist, mit der Chance auf einen Neubeginn, kann ich dir nicht sagen. Ich selber gehe da idR eher vom Standpunkt aus, daß das was einmal nicht geklappt hat, wird idR auch beim 2. Mal in die Hose gehen. Vielleicht bin ich da trotz meiner romantischen Ader zu sehr Realist, bzw gebranntes Kind. Wenn die Liebe geht, ist das aber auch mMn ein schleichender Prozess. Den bemerkt man nicht unbedingt gleich, was ihn so gefährlich macht. Denn meistens merkt man es ja wirklich erst, wenn es zu spät ist.

#2036


Traumtänzer
Klasse beitrag, Freya!

#2037


F
@Traumtänzer
Heißt das für Dich im Umkehrschluss auch, es gibt keine labenslange Liebe, weil irgendwann die Gewohnheit die Liebe ablöst und das nicht mehr reicht? Und kann Gewohnheit nicht auch ein wichtiger Teil der Liebe sein?

Woran merkt man, dass es so nicht mehr weitergehen kann? Das frage ich mich oft. Für mich hat das viel damit zu tun, dass Umstände und Verhalten o.ä. dazu führen könne, dass man die Beziehung so nicht mehr weiterführen will, dass man den Zustand so nicht mehr ertragen kann, dass man einfach selbst nicht mehr kann. Aber ist das gleichbedeutend damit, dass man nicht mehr liebt?
Ich kenne das nicht aus eigener Erfahrung, dass die Liebe geht. Verliebtheit ja, aber Liebe. Es gibt ein auf und ab, manchmal auch ein längere ab, auch verliebte Gefühle für einen anderen Menschen. Kenne ich. Das die Liebe verschüttet ist, kenne ich. Auch das man denkt, es geht so nicht mehr. Solche Phasen finde ich in einer wirklich lange Beziehung auch nicht abwegig. Aber dass die tiefe Verbundenheit, das Vertrauen, das sich angenommen und angekommen fühlen ganz weg ist, für immer. Das kenne ich eben nicht und das macht es mir auch so schwer zu verstehen. Wenn man dann mekt, dass es schleichend weg geht, meinst Du nicht, dass es auch nur für den Moment zu spät sein kann oder kann dass dann niemals wieder kommen. Das frage ich mich halt. Kann man sich wieder verlieben in die Person oder ist das totaler Quarkt? Die Sache mit der aufgewärmte Suppe kenne ich auch, das ist nicht meine Fragestellung, ob eine Beziehung dann ginge und wie die wäre. Ich stelle mir die Frage wirklich über das kommen und gehen von Gefühlen. Ob es nicht vielleicht doch eher so ist, dass man den leichteren Weg geht, sich zu trennen, irgendwann neu zu verlieben. Auch wenn die Liebe eigentlich noch da ist oder wiederkommen könnte. Hm etwas wirr alles, ich seh schon. lustig

#2038


Traumtänzer
So viele Fragen zwinkern. Ich glaube mal grundsätzlich daran, daß es die Liebe die ein Leben lang hält, gibt. Oder eben die Liebe des Lebens. Man begegnet Menschen, wo es einfach passt. Mit denen man sich total verbunden fühlt. Und diese Liebe mag vielleicht ihre Hochs und Tiefs haben. Aber sie wird nicht enden. Das hab ich bei meinen Eltern erleben dürfen zwinkern. Genau deshalb glaube ich auch daran. Ich selber bin innerhalb einer Partnerschaft schon eher so veranlagt, daß ich ich an den Problemen arbeiten will. Ich brauche eine gute Kommunikation. Das bedeutet nicht, daß ich alles zerrede. Aber wenn was im Argen liegt, dann sollte das auf den Tisch. Und zwar rechtzeitig. Ich stelle mir die Liebe einfach wie ein Feuer vor. Man muß immer mal wieder Holzscheite nachlegen, damit es nicht ausgeht. Oder man pustet in die Glut, damit sich das Feuer wieder neu entfachen kann. Unterlässt man beides, aus welchen Gründen auch immer, dann geht das Feuer eben irgendwann aus.

Die Erkenntnis, daß es nicht so weitergehen kann, sieht man doch daran, wenn man versucht aus dem Tief zu kommen. Vom Partner aber nichts kommt. Es müssen beide aktiv daran beteiligt sein aus einer Beziehungskrise zu kommen. Wenn ich immer nur gebe/kämpfe, sind meine Taschen(mein Herz) irgendwann mal leer. Es ist einfach nichts mehr da. Kommt man an den Punkt, ist es mMn zu spät. Man erkennt dann, daß es keinen Sinn mehr macht, weiter zu kämpfen und lässt los. Und nun futter ich mal was zwinkern. Lass dich heut Abend ablenken freunde .

#2039


G
Da ich unterwegs bin nur ganz kurz: freya, das war einer der besten Beiträge. Ich werde heute Abend nochmal drüber lesen und darauf Antworten. Es klingt so toll und verständlich was du schreibst ! Danke!

#2040


A


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