Dann schreib ich was.
Mir geht es heute nicht so gut. Gestern und vorgestern habe ich mich recht ruhig gefühlt, fast ausgeglichen. Ich hatte viel zu tun und habe gedacht, dass ich ihn gar nicht so schlimm vermisse und dass ich mein Leben auch so auf die Reihe bekommen werde, ohne ihn. Nicht dass es besser ist ohne ihn, aber dass ich ein gutes Leben führen kann, dass vielleicht irgendwann auch mal wieder erfüllt sein wird. Ich habe mich nicht mehr so schwach gefühlt.
Heute geht es mir schon wieder bescheiden. Ich vermisse ihn sehr und er fehlt mir unglaublich. Ich fühle mich sehr alleine und einsam. Ich bin zwar heute Abend verabredet, aber mir fehlt der Partner, mein wichtigster Mensch, die Schulter zum Anlehnen, mein Gegenpol.
Ich weiß gar nicht wie das ist, ohne ihn durchs Leben zu gehen. Die Erfahrung kann spannend sein, heilsam, was weiß ich. Aber die Gedanken, dass ich das alles gar nicht will, schleichen sich eben doch immer wieder ein.
Und dann frage ich mich, wie das Menschen machen, die lange keinen Partner haben oder nie einen haben oder immer mal wieder einen anderen haben. Woher ziehen sie die Kraft? Vermissen sie nichts, weil sie es anders nicht kennen oder weil sie einen anderen Lebensnetwurf haben oder weil es eben auch anders geht?
Inzwischen scheinen alle Bekannten angekommen zu sein. Nur ich, die immer einen Partner hatte, bin jetzt allein. Ein Sonderling, wie ausgestoßen. Ohne Kinder, ohne Familie, ohne Haus ohne alles.

Ich hätte das alles mit dem Menschen haben können, den ich über alles liebe, wenn ich nicht so um micht gekreist wäre, meine Probleme, sondern mehr in unsere Beziehung investiert hätte. Bei dem Gedanken ertappe ich mich immer wieder. Und dabei weiß ich auch: er war nicht deri 100% Traumprinz, das ich wohl niemand, er hat auch nicht in der Form inverstiert, wie ich mir das gewünscht habe, er hatte auch eigenen Probleme, ihn kümmerte anderes. Er ist ganz und gar nicht unschuldig daran, dass es dahin kam, dass er es beendet hat. Im Gegenteil, also ich muss und kann ihn gar nicht auf ein Podeste heben. Aber er fehlt mir eben so sehr, weil es mehr Gutes als Schlechtes hab, mehr Liebe als Genervtheit, Vertrauhtheit und Geborgenheit, gemeinsame Wünsche, Ziele, Pläne, Vorstellungen. Und eben dieses ganz tiefe, gewachsenen Vertrauen, dass er von einer Sekunde auf die nächste mit Füßen getreten hat.
Ich möchte eigentlich nur eines: wissen ob sich dieses Jammertal gerade irgendwie lohnt. Weil wir wieder zusammenkommen oder weil ich mit einem anderen zusammenkomme oder weil ich sonst wie glücklich werde. Oder ob das jetzt mein zukünftiges Leben bestimmt, alleine einsam und unzufrieden sein und sich von Tag zu Tag hangeln, irgendwie, mal mehr oder weniger gut.
Und ich hasse die Nie-Mehrs und Warums. Ich hasse diese Fragen, auf die ich nie eine Antwort bekommen werde und bei denen die Antwort eigentlich auch egal ist, weil die Konsequenz die gleiche bleibt. Und ich hasse den Kontrollverlust, über unser Leben, über ihn in dem Sinne, dass ich nicht mehr weiß, was dieser Mensch macht und denkt, weil ich ihn aus dem Leben verloren haben, vielleicht für immer, was ich immernoch nicht hoffe, obwohl ich kein Wort von ihm höre (Kontrollverlust passt hier nicht, aber ich habe es eben nicht gesteuert, nicht die Beziehung beendet, bin dem ganzen passiv unterworfen usw.) und über mich. Ich versuche mir das Stück für Stück zurück zu erobern, mein Leben und meine Zukunft zu gestalten, aber die Trennung bestimmt mich trotzdem, jeden Tag. Etwas was ich nicht will, macht den Großteil meines jetztigen Lebens aus. Das ist doch schei. irgendwie.