Zitat von Und_jetzt: Einen Tag bin ich stark (gestern Abend hab ich ihm gezeigt, dass in unserer Nähe ein möbliertes WG Zimmer frei wäre, und ihn gebeten für 2 Monate, nach Weihnachten auszuziehen, ich war böllig klar und stark).
Heute morgen würd ich mich gern an ihn kleben. (Vermutlich spielen auch ganz arg meine Hormone mit, ich bekomm meine Tage höchst unregelmäßig, und heute morgen gings los)
Dieses Hin und Her der Gefühle kann ich gut verstehen. Immer wenn der Verstand übernimmt, weiß man, dass Abstand das Richtige wäre. Und wenn die Gefühle oder die Seele übernehmen, will man einfach nur in den Arm genommen werden und hören, dass bald alles wieder gut wird.
Mir ging es damals jedenfalls so. Und ich dachte eben die ganze Zeit, dass das
nicht er ist. Es ist seine
Krankheit, die aus ihm spricht. Ich dachte, dass ich doch die Böse bin, wenn ich einen kranken Mann verlasse. Das geht doch nicht! Also habe ich ausgeharrt. Ich habe mich zurückgenommen. Ich habe ertragen.
Das Problem dabei ist, dass man das nicht übertreibt! Man muss sich Ausszeiten nehmen. Ich bin damals immer wieder alleine mit den Kindern in Urlaub gefahren, um ihm, aber auch mir und den Kindern Auszeiten zu gönnen.
Als Partner eines depressiven Menschen läuft man Gefahr, mit in die Dunkelheit gezogen zu werden. Davor gilt es, sich zu schützen.
Aber in meinem Fall konnte ich immer mal wieder meinen Mann durchblitzen sehen. Er meinte zwar, er könne nicht lieben, er hätte keine Gefühle für mich, er wollte aber auch keine Trennung. Bei ihm wurden die Depressionen durch die Geheimnisse aufgrund seiner Affäre viel schlimmer. Er fand lange Zeit gar nicht mehr raus. Aber er wollte sie nicht beenden, denn er wusste zwar, dass es weder gut für ihn noch richtig mir gegenüber war, aber er fühlte sich/etwas, wenn er bei ihr war. Das war er lange Zeit nicht bereit aufzugeben. Deshalb erzählte er nicht mal der Therapeutin davon. Ihm war klar, sie würde ihm davon abraten. Er war aber damals nicht dazu bereit, die Affäre/sein Rückzugsort aufzugeben.