
In der Tat. Wie oft ich heute Draußen schon die Tränen zurückhalten mußte weiß ich nicht. Ich habe schon seit ca. 20 Jahren eine Praxis wo ich auch schon lange regelmäßig meine Medikamente hole (#AntiDepressiva). Aber nicht wegen ihm ... Nun heute war ich wieder dort, hatte im März schon gesagt ich möchte einen Therapieplatz und man sagte die Wartezeiten sind ca. 3 Monate.
Ich hoffte so sehr daß ich heute positives Feedback bekomme. Nein. Es ist kein Platz frei. Und ich bin am Ende meiner Kräfte angelangt, so fühlt es sich an. Bevor mein Sohn gleich von der Schule kommt werd ich die Tränen rauslassen, er soll nicht noch mehr mitbekommen. Innerlich schreibe ich schon den ganzen Vormittag im Kopf den Abschiedsbrief. Und er fängt an mit: Ich WILL nicht mehr warten ... h eißt auch: erwarten. Ich kann es nicht mehr. Es brennt mich aus, macht mich krank.
Er sagt ja immer nein, er straft mich nicht ... Er tut es. Immer wenn er Frühschicht hat bekomme ich entweder einen kurzen Anruf von ihm in einem seiner Pausen oder ne Guten Morgen sms. Heute - TotenStille. Natürlich-würde ich es nachher ansprechen würde er sagen: Oh nein, geht daaas schon wieder los. Wegen einer nicht gesendeten sms ... Krieg ich daswegen jetzt wieder ans Bein gepißt. DAHER - darf er nicht mitbekommen daß ich mich ärgere darüber. Daß ich es sehe als Abstrafung für mein Benehmen am Wochenende.
Es IST eine Abstrafung. Was sonst? Es sind genau diese 3 Sekunden Zeit die es ihn kosten würde diese Woche positiv gemeinsam zu beginnen. Es ist es ihm nicht wert, es ist ihm sicher nicht danach nachdem ich ihm gestern sagte daß es SO insbesondere wegen meinem Sohn nicht weitergeht. Daß Niklas ihn nicht anrufen möchte. Daß auch er Fehler gemacht hat im Umgang mit meinem Kind. Daß auch sein Leben furchtbar langweilig und eingefahren ist. Daß ich nicht weiß ob ich bereit bin mich für ihn noch mehr zu ändern ohne daß er bereit ist irgendwas zu ändern.
Es fühlt sich an wie an einem Abgrund stehend. Warum wage ich den Sprung nicht? Feigling. Ich hab Angst. Reißts mir den Boden unter den Füßen weg? War er denn jemals ein Boden auf dem ich festen Halt hatte? Hie und da, ja. Noch Freitag Mittag war ich fotografieren und er auch und wir schickten uns die Bilder von den Orten wo wir sind. Zwischendurch gibt es Phasen da fühle ich mich bei ihm auf festem sicheren Boden. Die Phasen werden immer kürzer und sie enden immer schlimmer.
Ich habe Angst und die Befürchtung daß ich innerhalb kurzester Zeit - sollte ich diesen Schritt der Trennung nun endlich gehen - rückfällig werde. Daß ich anfange die Fehler wieder bei mir zu suchen. Daß ich tief traurig sein werde den Mensch der mich doch eigentlich liebt "abgeschossen" zu haben. ABer - dieses Warten, diese Wut, dieses Nicht verstehen warum nun auch diese Woche wieder so beschissen anfängt macht mich krank. Ich war in der Stadt, hab mir mal meinen Lieblingsduft gekauft, es hat sich so gut angefühlt.
Wir haben immer gesagt es sind die kleinen Dinge. Die kleine sms, wünsch Dir nen guten Start in die neue Woche ... Und da ist Nichts. Und dann nachher ab halb 3 nach Feierabend wieder warten. Ich fühl mich in einem falschen Film und will raus aus diesem Film Einerseits dieser Mist jetzt, andererseits fahre ich übermorgen zu ihm.
Ich kann nicht mehr. So ist das grade. Und ich werde anfangen diesen Abschiedsbrief zu schreiben. Und ich habe sovieles anderes zu tun. Mein Sohn fährt morgen nach Lyon, muß noch bügeln und und und ... mich gemeinsam mit ihm freuen. Er macht es mir kaputt. Klar, man kann sagen ich mache es mir selbst kaputt. Aber - ich bin Gefangene meiner Gefühle, ich bin emotional, ich weiß genau wie ich gegensteuern könnte aber ich habe die Kraft nicht mehr. Ich kann diesen Absprung nur sehr geplant schaffen. Und dafür brauche ich einen Psychotherapeuten der mir zur Seite steht. Ander bin ich, ich gebe zu, so schwach wie all die Jahre zuvor.
Obwohl mir der Gedanke daß ich auch meinen Sohn guttun würde mit dieser Trennung immens hilft. Als er auf die Welt kam wußte ich Er! ist das Beste was mir passieren konnte. Sein Vater hat sich nie gekümmert, hab das Alles alleine gemeistert ... Und nun bin ich ein kleiner mickriger Haufen Nichts geworden. Wegen einem Mann. Okay, ich gebs zu, ich brauche Euch hier jetzt mehr denn je. Auch Dich Acid - als Mann in der Runde. Wenn Ihr mir was sagen könnt, was mir nur über den heutigen Tag hilft dann danke ich Euch schon jetzt dafür ...
NIcky. Ich freu mich für Dich.