Schlurfi2020
Gast
Zitat von MelanieMurr:Schlurfi, du klingst ja genau wie mein nun Exfreund. Klar ist es sehr schön, wenn man gehegt und gepflegt wird, aber möchte man das nicht auch erwidern? Und wo bleibt der Mensch? Was soll das denn heissen, mehr als 6 hätte jemand nicht zu bieten? 6 ist doch nur ein kleiner Teil des Lebens, aber was ist mit dem ganzen Rest? Wolltest du nie Familie gründen? Für mich zB auch ein wichtiger Teil eines Lebens. Wem erzählst du vom Tag oder hast du für Gespräche dann nur Freunde? Und bei Krankheit? Gibt es einem nicht auch gute Gefühle, geliebten Menschen beizustehen? Einfach zu wissen, man hält zusammen und kann sich in den harten Tagen des Lebens auch mal bei jemandem verkriechen?
Es kann ja sein, dass du das an Eltern/Geschwister/Freunde auslagerst, mache ich auch, je mehr Unterstützer, desto besser, aber was macht mein Ex, frage ich mich? Er zB hasst seine Eltern und ist mit seiner Familie verfeindet.
@MelanieMurr
Hallo.
So viele Fragen, die Du da stellst, die ich mir mal auch gestellt habe. Und das ist alles solange her. Ich sage es mal so: Vieles im Leben, besonders im Eheleben, hatte sich nicht gut entwickelt. Ich war mit meiner damaligen Freundin später in die Ehe gegangen, auch in der Annahme und Planung, mal eine Familie zu gründen. Das hat nicht geklappt. Dann stellte sich heraus, trotz vorheriger langjähriger Freundschaft zu meiner Frau, dass sie nicht die richtige Frau war und sie enttäuschte mich zusehends. Da waren viele Punkte, wo ich sage, wäre mir das vorher aufgefallen und bewusst gewesen, dann wäre ich nicht in die Ehe mit ihr gegangen.
Während der Ehe kam bei ihr schnell ein Wandel durch, sie stellte sich in den Vordergrund und nahm sich, was möglich war. Zugleich "investierte" sie immer weniger in Ehe und gemeinsame Ziele und Projekte, durch berufliche Wechsel wurde sie zwar unabhängiger von mir, aber auch fordernder und egoistischer. Sie war beruflich sehr viel unterwegs und wie sich später herausstellte, hatte sie da schon einen Liebhaber. Das forcierte und intensivierte sie, wir hatten zwar dann wieder sehr guten 6, wo mir aber auch schnell auffiel, dass sich ihre Gemütslagen und Stimmungswechsel häuften. Ein neues Handy, regelmäßig neues Einkleiden und Kauf von neuen teilweise recht teuren Bekleidungsstücken (die ich aber selbst selten zu sehen bekam, wäre angeblich wegen der Geschäftstermine erforderlich), dann wurde sie zunehmend unzufriedener und am Ende wurde ersichtlich warum. Der Betrug wurde aufgedeckt, ich wollte auf Teufel komm raus die Ehe retten, bot sogar eine offene Ehe an, aber dann nur 6 in geschützter Form. Das tat sie nicht, ich war zusehends alleine und dann zog ich die Reissleine. Das brachte mir noch eine Menge Ärger ein (Exfrau räumte gemeinsames Konto leer), bei der Scheidungsvereinbarung hatte sie noch einen sehr gierigen Anwalt, der für sie noch viel herausschlug und ich ging voll in die Leeren. Als Folge eine Privatinsolvenz mit weiteren Konsequenzen, Burnout und weitere Probleme. Jobverlust. Ich hatte daran lange zu kämpfen und meine ex suhlte sich danach in Sonnenschein, Vermögen und genoß ihr Leben mit dem neuen Mann.
Unterm Strich bekam ich in der Ehe, gerade zum Ende hin, nur noch 6 von meiner Ex, ich organisierte Haushalt, putzte, kochte, machte und tat, arbeitete bis zu 6 x die Woche, auch mit vielen Überstunden, gab viele meiner Freizeitaktivitäten zugunsten der Ehe auf, machten und tat, was sie wollte und begehrte. Ich ging da völlig unter, keine Liebe mehr, keine Zärtlichkeiten, nur 6 am Abend und das war es dann. Das soll für mich ansprechend sein, um in eine feste Partnerschaft zu gehen?
Der Grund, warum ich nicht verbitterte, war der, dass ich mich zurück in mein (single-)Leben kämpfte und mir soweit es möglich war, das wiederholte, was ich bis vor dem Kennenlernen meiner Freundin und Exfrau hatte. Das ist nicht vollends gelungen, aber immerhin habe ich soviel zurück, dass ich (über-)leben kann. Optimal und schön ist was anderes, aber man muss sich anpassen, Stillstand bringt mich auch nicht weiter. Nur, wie gesagt, eine Frau kann mir nur 6 bieten. Keine würde den Invest leisten, den ich geleistet habe und zu leisten imstande bin. Dazu die Erkenntnis: Ein jeder Mensch kann betrügen. Es gibt keine Garantie. Dann bleibe ich lieber gleich bis zum Lebensende Single, ohne mir noch mal und zukünftige Schmerzen und Repressalien abzuholen. Und ich empfinde auch keine Reue oder Hass, ich hole mir das, was mir eine Frau einzig bieten kann und das ist eben nur 6. Wenn man in fester Partnerschaft mit einer Frau ist, geht es immer nur um sie. Es mag anderes Beziehungen geben, wo es anders abläuft, ich kenne es nicht so und viele meiner Freunde, die auch wirklich sehr menschlich sind, sehr engagiert und auch einige in sozialen (Berufs-)Feldern und Aktivitäten tätig, haben es ähnlich erlebt oder sind sogar mitten drin im Schlamassel.
Zuhause bin ich oft alleine, was mir aber eher entgegenkommt als mich belastet. Ich fühle keine Einsamkeit, ich bin halt nur alleine. Da ist niemand, dem ich Rechenschaft ablegen muss, ich kann mich nur um mich kümmern, etwas, was ich in der Ehe verlernt hatte. Wie könnte das eine Frau noch toppen? Die Ansprüche, die ich an eine Frau hätte, kann keine Frau mehr erfüllen. Da mache ich mir keine Illusionen und da Frauen gerne mit ihrem Körper und 6 arbeiten und das ausnutzen, ziehe ich daraus meinen Nutzen für mich und habe zeitweiligen Spaß und im Anschluss meine Ruhe.
Also meine Frage an Dich: Warum sollte ich das ändern? Besser kann es mir doch gar nicht ergehen - oder?