Hallo!
@ KleinerPfennig
Vielleicht war einfach die Zeit zwischen der Trennung Deines Ex von seiner vormaligen Partnerin und der Beziehung mit Dir zu kurz. Ein halbes Jahr ist nämlich verdammt kurz, wenn man eine problematische Beziehung verarbeiten muß. Da kann es dann leicht sein, daß der neue Partner in eine "therapeutische" Rolle kommt und die Beziehung sich nach Art einer Therapie gestaltet.
Es spielt letztlich auch keine Rolle, ob die früherer Partnerin Deines Ex eine Narzisstin war oder nicht. Tatsache scheint zu sein, daß sich diese Beziehung auf Deinen Ex destruktiv ausgewirkt hat und in ihm einiges zerbrochen oder zumindest durcheinandergewirbelt worden ist. Und es ist dann sehr schwer, alles wieder zusammenzusammeln, sich wiederzufinden und wieder ganz man selber zu sein - das kann ziemlich lange dauern.
Und daher könnte es, wie gesagt, schlicht und einfach so sein, daß es zu früh war, daß Ihr Euch zu einer Zeit kennengelernt habt, in der er quasi noch zerschossen und desolat auf Krücken ging. In einem solchen Zustand eine Beziehung einzugehen, ist leider immer höchst problematisch, weil hier so viele Motive eine Rolle spielen können, die mit Liebe gar nichts zu tun haben. Die "Liebe" wird dann eher gleichsam zu einem Überbau, den man mehr herbeizwingt, herbeiphantasiert, als daß sie wirklich Substanz hätte und als etwas Eigenes vorhanden wäre. Sie setzt sich mehr aus den verschiedensten Splittern zusammen, könnte man sagen. Und bröckelt dann auch leicht.
Wenn jemand seelisch bankrott ist, kann er nicht viel geben, höchstens auf Kredit - und das ist irgendwie keine so gute Ausgangspostition.
Ich würde ihn jedenfalls einfach einmal in Ruhe lassen und mich auf mein eigenes Leben konzentrieren, so gut es eben geht. Wenn bei ihm tatsächliche tiefere Gefühle vorhanden waren, dann können diese, wenn er sich vielleicht doch irgendwann stabilisiert, wieder klarer hervorkommen. Nur würde ich dennoch meinen Weg weitergehen und mich nicht in einer Warteposition festnageln. Denn womöglich wartest Du vergeblich - und letztlich geht es immer um das eigene Leben und die eigene Zukunft. Das sollte man nie von den Entscheidungen anderer abhängig machen.
@ Groupie
Mit diesen Psychotheorien hast Du natürlich recht. Das sind Konstrukte, Theorien, Spekulationen, manche auch offenkundig völlig unsinnige, geprägt von ihrer Zeit, auch von Ideologien oder auch eigenen Störungen (siehe z. B. Freud).
Ich persönlich glaube Dichtern mehr als Therapeuten. Denn die einen wissen, wovon sie reden, die anderen reden, wovon sie nichts wissen. Sie geben halt von sich, was sie sich einstudiert haben und ihnen eingetrichtert worden ist. Aber das kann eben auch nur Mist sein. Behauptungen unterscheiden sich von Wahrheiten ja nur durch die unterschiedliche Schreibweise.
Gerade Narzissmus ist heutzutage ja eine Art Mode-Diagnose. Ich warte ja nur darauf, bis die ersten T-Shirts auftauchen mit dem Aufdruck: " I'm narcissistic - want you please love me!"
Auf der anderen Seite muß ich aber auch sagen: Grundsätzlich alles, was jemand sagt, für Lüge zu halten, ist auch zu einfach. Damit macht man es sich zu leicht und kommt auch nicht weiter. Denn das kann dann gewissermaßen selber zur Lüge oder zur Selbsttäuschung werden.
Mir ist das ja selber passiert, quasi auf der anderen Seite. Ich war nämlich plötzlich zum "Lügner und Betrüger" geworden, und ich kann Dir sagen, das war eine der schlimmsten und schmerzlichsten Erfahrungen bei dieser Trennung, wenn man jemanden zutiefst liebt (und zumindest ich weiß, daß das keine Lüge war) und dann zu hören bekommt: "Du hast mich ja gar nie wirklich geliebt, du hast mich nur belogen und betrogen und verarscht!" Da steht man da und kann nur in völliger Hilflosigkeit (weil keinerlei Argumente, nicht einmal die jedem Verstand einleuchtendsten, auch nur minimalst ankommen) zusehen, wie man mit Hilfe solcher völlig aus der Luft gegriffener Anschuldigungen und Verdächtigungen, die durchaus nahezu psychotischer Art sind, völlig demontiert und in den Mist getreten wird. Und das nur, weil die betreffende Person einen (oder vielmehr die Gefühle, die sie für einen hat) in sich selber irgendwie bekämpfen muß. Das kann sie auch gerne tun, wenn sie meint, sie müsse es tun - aber eben nicht auf diese Art und Weise. Denn das ist nichts weiter als eine große Selbstbelügerei und jedenfalls keine ratsame Methode, die Wahrheit auszugraben (aber darum geht es zumeist ja auch nicht).
@ Maus
Liebe Maus, wie geht es Dir denn? Du hast ja schon lange nichts von Dir hören lassen. Ich hoffe, Dir hat dieser unglückselige "Jahrestag" nicht zu sehr zugesetzt!
Liebe Grüße