Hallo Ihr,
ich bin zwar schon recht verwirrt weil die Diskussion in alle möglichen Richtungen geht, möchte aber noch einen Gedanken anbringen.
Ich glaube, dass Stärke so wie ein Felsen gar nicht wirkliche Stärke ist. Er ist hart und es macht den Eindruck, dass man wenn man selbst hart wie ein Felsen ist, stark ist.
Aber kein Lebewesen kann hart sein, oben hat jemand geschrieben: 'emotional unabhängig'. Wie soll denn das bitte gehen, wenn man geliebt hat und verlassen, enttäuscht oder anderswie verletzt wird? Im Gegenteil jeder ist in gewisser Weise abhängig von seiner gesamten Umgebung. Ich bin nicht nur traurig wenn ich von einem Menschen verlassen werde, sondern auch wenn mein Tier stirbt, ich kann sogar traurig sein, wenn eine Sache kaputt wird, die ich gerne mag.
Die Traurigkeit und all die anderen angeblich so negativen Emotionen sind meiner Meinung nach eine völlig normale Reaktion auf Geschehnisse. Insofern kann man nicht wirklich wie ein unbeweglicher Felsen sein und nie was spüren und blind weitermachen.
Ich glaube wirkliche Stärke setzt hier ein. In der Trauer oder sonst schwierigen Situation muss eine/r ihren/seinen Weg machen. Obwohl es einem schlechtgeht weitergehen. Beides muss einfach möglich sein. Alle negativen Gefühle leben, toben und wüten

und sowie es einer/m möglich ist, weitergehen.
Sich zum Beispiel aus einer Beziehung verabschieden, weil man weiss dass sie nicht gut tut, dabei unglücklich sein, es aber - wissend warum - durchziehen.
Obwohl man große Angst vor einem Lernstoff hat sich jeden Tag dazusetzen.
Und wenns einmal nicht geht, nicht herumjammern, sondern sich am nächsten Tag wieder dazusetzen. Und wenn man die Kontaktsperre nicht durchgehalten hat, sich nicht schlecht fühlen, sondern sich verzeihen, die ganze Kraft zusammennehmen und es weiter probieren. Irgendwann schafft man es schon, wenn man am erstmal am Weg ist. Die Schwäche, das was mich persönlich so 'wahnsinnig' macht, ist das Hinfallen und Nicht mehr Aufstehen.
Die Couch-Frauen mögen ja recht süss und schnuckelig sein, für eine gewisse Art von Männern und auch umgekehrt gibt es solche Männer, die laut wehklagen, auf welch ungerechte Weise sie verlassen wurden, das Recht geliebt zu werden einfordern und sich ein liebend Weib suchen, das ihre verletzte Seele tröstet, aber ich bin heute mehr denn je der Ansicht, dass es in all meinen 98 Jahren, die ich leben werde ;) nur einen Menschen gibt mit dem ich immer zusammensein werden, und das bin ich.
Insofern werde ich mich in den nächsten 73 Jahren auf verschiedene Menschen verlassen müssen, weil die meisten ja nicht so lange bleiben (sie müssen mich ja nicht verlassen, sie könnten ja auch vor mir sterben). Aus dieser einfachen Rechnung lässt sich ganz allgemein sagen, dass es am besten ist seine/ihre Angelegenheiten selbst regeln zu können, anstatt sich jedes Mal wen zu suchen, der die Dinge zur Zufriedenheit erledigen kann (ist ja vielleicht auch ein Talent ;) )
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein Gutes Neues Jahr 2003!
Kathi