Ehemaliger User
Gast
> manchmal erzählst du einfach einen Stuss, dass es kracht.
Danke:-) Immerhin hat dieser "Stuss" schon oft dafür gesorgt, daß ich überhaupt eine Reaktion auf meine Beiträge bekam. Insofern ist das doch positiv zu bewerten?
> Liegt es nur daran, dass du ein Mann bist, nicht eingehen kannst, deinen eigenen gesellschaftskritischen Beitrag irgendwo unterbringen willst?
Ich wollte diesmal vermeiden, schon wieder eine Mann-Frau-Geschichte daraus zu machen, erstens weil ich nicht glaube, daß meine Ansichten geschlechtsspezifisch sind, obwohl meine persönlichen Erfahrungen eher durch "starke" Frauen als durch "starke" Männer geprägt wurden, und zweitens weil ich nicht schon wieder feministische Reaktionen heraufbeschwören will. Manche Frauen reagieren da offensichtlich sehr gereizt und DAS will ich nicht provozieren.
> Übernehm ich mal s Begriff vom "schwachen" Partner. Der ist meist gar nicht so schwach, der setzt moralisch unter Druck
Natürlich ist er nicht immer "schwach". Aber er gibt öfter nach, reflektiert mehr, ist eher bereit zu verzeihen, zu schlucken. Kurz gesagt: Er gibt früher auf als der "Starke". In Deiner letzten persönlichen Erfahrung ist das vielleicht nicht so der Fall gewesen, ich denke Du hattest diesmal einen gleich "starken" Partner gefunden und deshalb gab es ja vielleicht auch die Probleme die Du hattest.
> Auch macht er sich immer kleiner, übernimmt immer weniger Verantwortung, um mit dieser Legitimation den "starken" in eine bestimmte Richtung zu manipulieren
Der "Starke" nimmt ihm die Verantwortung fast gänzlich aus der Hand, ohne dem "Schwachen" Gelegenheit zu geben, sein Versntwortungsbewußtsein unter Beweis zu stellen, und macht ihn dadurch "klein" und "nutzlos". Das ist meine Erfahrung.
> Nach außen will so ein Mensch mit der tollen Frau angeben, im Innenverhältnis aber klein machen, damit er sich selbst nicht entwickeln muß, aber die Diskrepanz nicht steigt.
Das könntest Du mal deutlicher erklären bitte...
> Noch was, es ist eben nicht so, dass wir alle leben können, frei und unbeschwert wie die Vögel
Da gebe ich Dir Recht, ich bin auch Realist weil ich auch Familie und Besitz und Verantwortung habe/hatte. Aber wir sollten uns wenigstens bemühen, so viel wie möglich von den *beep* zu übernehmen ohne uns selbst oder anderen zu schaden, wir sollten immer wieder "festgeschriebene" Zwänge ganz bewußt hinterfragen die uns möglicherweise schon in der Kindheit von außen auferlegt wurden und so verinnerlicht das ganze Leben lang verfolgen können. Dazu zähle ich auch die unbewältigten Ängste.
> Genau darin liegt auch Stärke, nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, sondern sich den Anforderungen des Lebens zu beugen.
Beugen klingt mir zu unterwürfig. Positiver formuliert: Wir sollten das Leben annehmen können wie es kommt und es nicht sehen und verplanen wie ein strategisches Projekt.
> Es ist doch völliger Humbug, dass wir alle frei sind. Wo denn?
Auch ich denke einerseits so. Aber andererseits sind es doch die Ideale und Träume, die uns erst zu Menschen machen, weiter bringen und keine Roboter oder Zahnräder im Getriebe. Als Beweis dafür möchte ich die ideelle Einstellung der Forschenden, Musischen und Künstlerischen heranziehen, ohne die diese Welt nur noch rein materialistisch und "tot" wäre. Wer genau hinsieht wird feststellen, daß die Sehnsucht nach Liebe, Ehrlichkeit und Verständnis inzwischen eher größer als kleiner geworden ist, daß die Schere zwischen den "Masken" des Menschen in der Gesellschaft und der eigentlichen inneren Bedürfnisse größer geworden ist. Diese Schere wird sich immer mehr auseinandertun wenn wir nicht langsam was dagegen unternehmen.
> Ich messe an Taten, nicht am Gelaber.
Fast meine Worte:-) Schöne Taten sind besser als schöne Worte. Wir Realisten wissen das.
> Nein, es ist nur der einzelne, egal wie alt, ob männlich oder weiblich. Einfach nur, ob er/sie über seinen eigenen Schatten springen kann, an Ängsten arbeitet, sich nicht beugt und Verantwortung übernimmt.
Das ist schön geschrieben, und ich stimme Dir zu 100% bei. Es gehört aber sehr viel Mut und "Erniedrigungsbereitschaft" bzw. Bescheidenheit, Toleranz, Demut, eine Änderung der Sichtweise dazu, über seinen Schatten springen zu wollen und zu können. Und bei letzterem haben gerade die "starken" Menschen ihre Probleme, denn meistens setzt sich ihr selbstbezogener starker Wille, das Ego, durch, der die Annäherung an den Partner wirksam verhindert.
> die anderen können leben wie sie wollen, solange sie die Gesellschaft oder einzelne nicht ausnutzen.
Sie tun das aber, ob bewußt oder unbewußt. Wer heutzutage nicht so handelt wird doch als Volldepp hingestellt. Das setzt die Menschen doch zusätzlich unter Druck, wer will sich schon ausgrenzen?
> So Bemerkungen wie "Auszeit", "ich muß in mich gehen", usw. sind einfach das letzte und ist ausnutzen der Gefühle und Beständigkeit des anderen
Shanna, Du machst meiner Meinung einen kleinen aber entscheidenden Denkfehler: Deine letzte Beziehung war alles andere als ein "schwacher" Mann, soviel glaube ich nach ein paar intensiven Gesprächen mit ihm beurteilen zu können. ich glaube im Gegenteil, daß Du mit ihm letztendlich einen "gleich starken" Menschen gefunden, an dem Du Dich dieses Mal zerrieben hast, ihr euch zerfleischt habt. Lies mal dieses Buch "Starke Frau sucht starken Mann", in dem ziemlich einleuchtend beschrieben wird, wohin dieses unbewußte Bedürfnis der "starken" Frau letztendlich führen kann, und vielleicht sogar zwangsweise führen wird. Der Wunsch, ALLES in einem Mann zu bekommen, auch einen Partner, mit dem frau sich auf jeder Ebene messen kann, ist nach Meinung der Autorin, und auch meiner Meinung nach, nicht zu verwirklichen.
cu