Zitat von Felix30:Gestern waren es wieder die Gedanken von unserem 1. Treffen,
Guten Morgen!

Konntest du dann noch ein wenig schlafen? Finde ja eine verstopfte Nase ganz schrecklich zum Einschlafen und war deshalb fast dankbar, dass es mich meistens vormittags in die Abgründe der Hölle geschickt hat.
Ich mochte irgendwie diese Erklärung:
Jeden Moment der Beziehung müssen wir verabschieden und betrauern. Umso schöner ein Moment war, desto häufiger ploppt es in unserem Kopf auf und wir müssen es anschauen und loslassen. Oder hast du das Gleichnis von @EmmaPee gelesen?
Zitat:.Du wirst merken, dass die Trauer in Wellen kommt. Wenn das Schiff sinkt, ertrinkst du, überall um dich herum sind Wrackteile. Alles um dich herum erinnert dich an die Schönheit und die Herrlichkeit dieses Schiffes, das es jetzt nicht mehr gibt. Und alles, was du tun kannst, ist, an der Oberfläche zu treiben. Du findest ein Wrackteil und hältst dich eine Weile daran fest. Vielleicht ist es ein Gegenstand. Vielleicht ist es eine glückliche Erinnerung oder ein Foto. Vielleicht ist es ein Mensch, der auch treibt. Für einige Zeit kannst du nichts anderes tun, als zu treiben. Und am Leben zu bleiben.
Am Anfang sind die Wellen 30 Meter hoch und stürzen gnadenlos über dich herein. Sie kommen im Abstand von zehn Sekunden und lassen dir keine Zeit, Luft zu holen. Alles was du tun kannst, ist, dich weiter festzuhalten und zu treiben. Nach einer Weile, vielleicht nach Wochen, sind die Wellen noch immer 30 Meter hoch, aber die Abstände zwischen ihnen werden größer. Wenn sie kommen, stürzen sie trotzdem über dich herein und nehmen alles mit sich. Aber zwischendrin kannst du atmen, du kannst funktionieren. Du weißt nie, was die Trauer auslösen wird. Es kann ein Lied sein, ein Bild, eine Straßenkreuzung, der Geruch von Kaffee. Es kann so ziemlich alles sein ... und die Welle kommt angerollt. Aber zwischen den Wellen findet das Leben statt.
Irgendwann, und es dauert bei jedem unterschiedlich lang, werden die Wellen nur noch 24 Meter hoch sein. Oder 15 Meter. Und obwohl sie immer noch kommen, vergrößert sich der Abstand zwischen ihnen. Du siehst sie im Voraus. An einem Jubiläum, an Geburtstagen, an Weihnachten, beim Landen am Flughafen. Du siehst sie kommen und kannst dich meistens vorbereiten. Und wenn sie über dich hinwegspült, weißt du, dass du irgendwie auf der anderen Seite wieder auftauchen wirst. Triefend nass, an ein winziges Stück eines Wrackteils geklammert, aber du wirst wieder auftauchen."
Oder das von @E-Claire
Zitat:Stell Dir mal vor, Du stehst auf dem Gipfel eines Berges. Ganz oben direkt neben Kreuz oder Fahne, was auch immer die da aufgestellt haben. Das ist der Gipfel des Schmerzes, der absolute Höhepunkt, mehr geht nicht.
Jetzt machst Du Dich auf den Weg, wieder herunter ins schöne grüne Tal, dort gibt es Gasthäuser mit tollem Essen, saftige Wiesen, nette Dörfer mit lustigen Dorffesten, dort möchtest Du hin.
Die Straße führt aber nicht direkt gerade aus vom Gipfel herab, das geht nämlich nicht, dazu ist der Berg zu steil.
Die führt wie ein Kreisel immer drumherum. Das macht den Weg natürlich sehr viel länger. Was schön blöd ist, aber auch nicht zu ändern, weil eben direkt vom Gipfel ins schöne Tal ist einfach zu steil, funktioniert schon naturwissenschaftlich nicht
Also ein Kreisel. Am Anfang sind die Kreise noch relativ eng (is ein Berg) und jedes Mal, wenn Du so einen Kreis gegangen bist, kommst du an einen Schlagbaum, der Dir zeigt, daß Du die erste, zweite, dritte und irgendwann so und so viele Runde geschafft hast. Aber wie das immer im Leben ist, der Schlagbaum zeigt nicht nur Ende der Runde, sondern konfrontiert Dich auch noch mal in aller Gewalt mit dem Schmerz. So als wäre es gestern gewesen. Die Runde war eigentlich ganz nett, so hoch oben gibt es natürlich noch keine tollen Bäume zu bewundern und man sieht auch keine Rehe, aber da waren nette Steinformationen und so ein bissl Moos, das leuchtete irre grün und hoffnungsvoll.
Jetzt wieder der Schmerz, weil am Schlagbaum, aber hier ist das Ding, die Runden werden immer größer. Die Abstände von Schlagbaum zu Schlagbaum größer und es gibt immer mehr zu sehen. Aus dem Moos werden kleine robuste Pflanzen, die ersten Blüten tauchen auf und die ersten Insekten und kleineren Tiere kreuzen Deinen Weg. Irgendwann stehst Du in einem wundervollen Wald, siehst einen Wasserfall oder Bachverlauf mit Fischen drin. stell Dir mal vor, wie toll das dort riecht.
Versuch Dir einfach vorzustellen, das Trauer, Verlust und eben Schmerz darüber nicht gradlinig sind. Es ist eher wie ein Kreisel, die Abstände werden größer, die Umwelt dazwischen farbiger und leuchtender. Aber auch immer wieder ein Schlagbaum.
Warum es diese blöden Dinger gibt?
Na geh, wenn es überhaupt nicht weh tun würde hin und wieder, was würde das denn darüber aussagen, wie viel sie dir bedeutet hat.
Oder von @hatdazugelernt das Gleichnis ist vielleicht auch was für @Gislason78
Zitat:das Gehirn ist nach einer Trennung im Alarmzustand und hat Unmengen zu leisten. In der Schmerz- und Schockzentrale geht es hoch her, die Jungs die für die Wasserversorgung der Tränendrüsen zuständig sind, schieben Doppelschichten, ständig schrillen Alarmglocken und bis der Laden mal wieder richtig läuft, dauert es eine Weile. Einzig die Mädels aus der Kuschel- und Romantikabteilung haben sozusagen gar nichts zu tun, gähnen und feilen sich die Nägel. Die Hellsten sind die auch nicht und wenn die jetzt eine Zeit lang weniger akute Schmerz- und Schockmeldungen auf den Schreibtischen hatten, denken sie , sie könnten mal wieder Sehnsuchtssignale rausschicken. Beim Rest der Mannschaft sind sie nicht sehr beliebt, weil sie den Betrieb ständig wieder aufmischen. Wieder Doppelschichten an der Wasserfront und so weiter.
oder nochmal @E-Claire
Zitat:Ich weiß nicht, ob Du grad in der Verfassung bist, aber wenn Du noch ein bißchen Kraft hast, versuch Dir mal den Schmerz wie eine wilde schäumende Welle vorzustellen, die an so einer einsamen Klippe hochschlägt. Irgendein Meer eine Küste, die Du sehr magst.
Dann stell dir vor, wie Du einfach auf dieser Klippe sitzt, ganz ruhig, vielleicht im Schneidersitz. Diese Welle überrollt Dich. Aber Du, Du bleibst einfach nur ganz ruhig weiter sitzen. Wartest.
Und schaust dann zu, wie sich die Welle wieder zurück zieht und mit dem Meer eins wird.
Alles, was Du tun mußt, ist nur ruhig sitzen zu bleiben und zu atmen.
Der Schmerz kommt, aber der Schmerz geht auch wieder. Versuch nicht vor der Welle wegzurennen. Renn auch nicht ins Meer hinein.
Bleib einfach sitzen, schau dem Schmerz dabei zu, wie angerollt kommt, aufsteigt, Dich unter sich für einen kurzen Moment begräbt und schließlich wieder im Meer verschwindet.
Alles aus meiner kleinen Sammlung....es sind so schöne Geschichten
