@HarryKane
an dem Punkt war ich sogar schon 2 Wochen nach der Trennung. Ich habe relativ schnell gemerkt/gedacht, dass mein armes kleines Leben ganz schön langweilig ist ohne ihn und dass mir das gar nicht gefällt. Dass es mir in der Beziehung aber nie aufgefallen ist, obwohl er sogar öfter zu mir sagte "Such dir doch mal was, was dich auslastet. Du bist immer so unzufrieden."
Ich habe nur auf der Sachebene gehört (Schultz von Thun): "Such dir ein Hobby!" und habe mit Hundesport angefangen. Reichte aber nicht. Diese Sprüche seinerseits kamen immer mal wieder und ich dachte "Was soll ich denn noch tun? Ich habe doch nun mein Hobby!"
Ich habe gar nicht richtig begriffen was er meinte, aber ich denke, er konnte es auch nicht richtig ausdrücken, er hat nur gespürt, dass irgendwas in mir nicht in Ordnung ist, was ich nicht so ganz wahrhaben wollte, nur im Ansatz.
Dabei war es die ganze Zeit meine Abhängigkeit. Alles Spannende, alles was Wert hatte, kam von ihm. Ich fand sein Leben unglaublich beeindruckend und spannend und habe mich darüber identifiziert. Als die Partnerin von diesem spannenden Menschen. Und dann war er weg und ich war plötzlich NIX mehr. Loch. Boden weg. Leben zu Ende.
So in etwa habe ich ihm das auch in einem Brief geschrieben und auch gesagt, dass ich dankbar bin, dass ich das jetzt erkannt habe durch die Trennung, aber dass es tragisch ist, dass ich ihn dadurch verlieren musste.
(Wie schön klein ich mich ihm gegenüber da wieder gemacht habe)
Aber ich habe auch geschrieben, dass ich das nie wieder erleben möchte und an mir arbeite.
("Damals" u.a. noch mit dem Motiv: Ich änder mich, kannst also wieder kommen - auch wenn ich es nicht so formuliert habe)
Jetzt möchte ich es nur noch für mich. Und ich denke, wenn ich ein ganzes Stück weiter bin, dann sind auch diese kleinen Gedanken aus meinem Kopf verschwunden "vielleicht sieht er das ja...dass ich mich verändere, dass ich an mir arbeite und hat dann doch wieder Interesse/Neugierde." Aber ich kann es mir nicht vorstellen. Ich denke, er ist froh, dass er diesen Ballast los ist.
Ich bin längst nicht so kaputt wie seine Ex-Freundinnen, aber irgendwie hat er immer solche, die mit sich selbst nicht klar kommen. Gibt mir auch zu denken.
Er hat immer Freundinnen gehabt - und auch die Affären dazwischen - die entweder nicht sehr intelligent waren oder wirklich arge psychische Probleme hatten.
Durch die Bank weg ALLE. (Ich kenne sie nun mal auch alle persönlich, weil wir vor unserer Beziehung ja schon gute 5 Jahre Freunde waren).
Lustig, nur eine "normale" ganz Süße war mal dabei, da wurde aber nix draus. War ihm vielleicht zu anspruchsvoll? Zu selbstbewusst?
Interessant, was ich gerade während des Schreibens meine herauszufinden über ihn. Ich finde schon, dass das was über seine Persönlichkeit oder über sein eigenes Selbstwertgefühl aussagt. Vielleicht.
Wahrscheinlich gibt GENAU das ihm das Selbstbewusstsein. Dass er einen kleinen Fan an seiner Seite hat. (Obwohl er sich immer beschwert hat, dass ich ihn nie in den Clubs besuche, wo er auflegt - also so Fan kann ich in seinen Augen ja nicht gewesen sein, aber ich denke unterbewusst hat er das schon gemerkt, dass ich sein Leben besser finde als mein eigenes).
Er findet das also auf der einen Seite unattraktiv, sonst wäre er ja jetzt noch da.
Und auf der anderen Seite braucht er aber diese Art Frauen. Die dürfen nicht ausstrahlen, dass sie selbstsicherer sind, als er. Er ist nämlich eigentlich nicht so selbstsicher. Er hat sooo viele Päckchen aus seiner Kindheit zu tragen. Krankheiten haben ihn sehr geprägt und es gibt einiges an seinem Körper, was er ganz schlimm findet (was aber nicht schlimm ist).
Ok, ich steigere mich da jetzt nicht weiter rein, aber ich sitze grinsend am PC, weil einiges Sinn ergibt.
Das Gute daran ist, dass ich das jetzt alles herausfinden konnte, reflektieren und daran arbeiten kann und er tappt weiter im Dunkeln und lernt eigentlich nichts daraus. Wird sich irgendwann wieder eine angeln, die irgendwie nicht so ganz in Ordnung ist. Oder er bekommt tatsächlich mal eine ab, die ihr Leben total im Griff hat und dann wird es auch nichts.
Weiß man natürlich nicht.
Und zudem merke ich, dass ich über den Punkt hinaus bin, an dem ich dachte, dass sein Leben viel besser ist als meines. Ich habe da lange nicht mehr drüber nachgedacht, aber es fühlt sich nicht mehr so an, dass ich wieder Teil seines Lebens sein muss um was wert zu sein.
Jetzt ist Schluss mit Analyse-und Interpretationsstunde. Im Grunde mache ich mir gar nicht solche Gedanken über ihn (nicht, dass es jetzt gleich heißt "Du bist nicht bei dir!"), aber das fügte sich irgendwie gerade so zusammen und wollte raus. Kann jan auch alles Quatsch sein, aber ich glaube, ich liege nicht so ganz daneben.
Sorry, ich bin dezent abgeschweift...