Zitat von Emily: Ja, ist es. Er hat mir nach drei Wochen offen und ehrlich gesagt, dass sie mit Kind in Urlaub fahren.
Uff. Das ist aber auch ein Brocken.
Ich meine - wenn du die Ex und das Kind hättest kennenlernen dürfen (nicht unbedingt nach drei Wochen aber grundsätzlich) wäre das schon hart zu schlucken, aber so..?
Versteh mich bitte nicht falsch, auch nach der Scheidung meiner Eltern hat es noch gemeinsame Familienurlaube gegeben. Allerdings machte sich mein Vater wohl noch jahrelang Hoffnungen, dass meine Mutter ihn zurücknehmen würde. (Wie wir als ich 13 war erfuhren.)
Also aus Perspektive des Kindes finde ich natürlich super, dass die Eltern gemeinsam Urlaub machen - denn natürlich sind auch meine eigenen Erinnerungen auf diese Weise "normaler" und viel schöner als hätten meine Eltern nach der Scheidung als ich fünf Jahre alt war, nie wieder ein Wort miteinander gesprochen.
Allerdings waren damals bei meinen Eltern noch lange keine neuen Partner involviert, auf beiden Seiten nicht, ich kann mir aus heutiger Erwachsenensicht gut vorstellen wie schwierig das gewesen wäre.
Da ich bei dir deutlich spüre, dass es absolut nichts mit Missgunst dem Kind gegenüber zu tun hatte, kann ich deine Gefühle sehr gut nachvollziehen und ich frage mich ob da irgendjemand so viel anders reagiert hätte als du.
Sicher: einerseits hat man nach drei Wochen Null Ansprüche an irgendjemanden zu stellen. Klar.
Aber auf der anderen Seite mag man sich ja auch nicht in schwierige Geschichten begeben - und gerade so eine Geschichte wie mit einer Ex und Mutter des gemeinsamen Kindes, die absolut nichts von einer neuen Beziehung wissen darf... ich weiß, ich sagte es schon öfter... aber das wäre und ist für die meisten eine Red Flag.
Wäre ja alles total nachvollziehbar und verständlich wenn sie sich noch mitten in der Trennung befunden hätten oder die Trennung ganz frisch gewesen wäre. Es ist einzusehen, dass da keiner mit der Tür ins Haus fallen mag (falls er noch Respekt vor dem Expartner hat.)
Hm...
Zitat von Emily: Meine Verlustängste haben das ganze gekillt
Sehe ich nach wie vor nicht so. Und ich habe in solchen Dingen nicht die schlechteste Intuition.
Bitte verstehe mich nicht falsch - falls du es so sehen möchtest um leichter damit abschließen zu können, dann will ich dir definitiv nicht widersprechen.
Nur, objektiv von außen gesehen stellt es sich nicht so dar.
Du hast einen Mann kennengelernt, der noch schwer mit seiner Ex und dem Kind involviert ist. Kind ist gut - aber nur unter den Augen der Ex..? Mit sieben Jahren..? Uff.
Die Trennung lag halt auch noch nicht so lange zurück. Nächstes Uff. Viel Familienzeit mit Ex und Kind obwohl klar war, dass sie nicht von dir wissen dürfen... puh.
Also, natürlich kann man nun argumentieren und sagen: ja, geht einen nach drei Wochen alles noch nichts an.
Aber ganz so ist dem auch nicht - man muss doch anfangs abklären ob die gesamten Umstände und Lebenskonzepte und -vorstellungen zueinander passen.
Dein Verhalten mag ungünstig gewesen sein, aber auch nachvollziehbar. Wenig nachvollziehbar ist, warum er sich in diesem Stadium nach der Trennung emotional auf etwas Neues eingelassen hat.
Aber "du hast mich wieder ganz gemacht" sagt es, fürchte ich, aus. Er hat ein wenig Kitt für seine Seele gesucht, und auch gefunden.
Denke da leider nach wie vor, und nach der Schilderung mit Familienurlaub + Kind nur bei der Ex betreuen etc. mehr denn zuvor an Rebound.