Zitat von Cosima:
Das ist ein sehr schwieriges Thema. Vom gesunden Menschenverstand aus müssten diese Kinder solchem vergifteten Einfluss entzogen werden, aber es ist eine Gratwanderung.
Zitat:Wie gesagt, ich bin da sehr ratlos.
@Cosima,
ja, im konkreten Umgang ist es sicherlich eine Gratwanderung.
mir ging es aber erstmal um die Einstellung zur Situation.
Dieses "dem Vater das Kind wegnehmen" - Das ist ja häufig Thema und führt zu komischen Entwicklungen.
Man hat halt einerseits ein leidendes Kind und andererseits im schlechtesten Fall ein sozial inkompetentes Elternteil.
Ich habe eben auch zeitweise den Eindruck, daß sich da etwas vermischt.
Man wünscht dem Kind Frieden und Zuwendung, die kommt von einer Seite nicht, das Kind ist traurig,
man versucht, den anderen Elternteil dazu zu bewegen, weil man die Trauer und Enttäuschung des Kindes kaum ertragen kann und
auch stellvertretend wütend wird, für das Kind einstehen will,
und rechtfertigt das manchmal dann eben damit, daß man dem Kind den Vater erhalten möchte.
Weil: Jetzt leidet das Kind schon so, jetzt kann ich doch nicht auch...
Aber wie soll das gehen ? Wenn er nicht mitmacht.
Die Beziehungsthemen werden einfach unter anderen Vorzeichen weitergeführt.
Das "den Anderen zu etwas bringen, was er partout nicht will/einsieht".
Im Nachgang und wenn man sich das klar gemacht hat, sich die eigene Machtlosigkeit eingestehen kann,
ist es auch möglich, klare Grenzen zu setzen.
Ich denke, die Grenzsetzung gegenüber übrgriffigen Vätern/Exmännern (...Müttern/Ex--) ist für das Kind sehr wichtig.
Das Kind gewinnt dadurch auch an Selbstwert und merkt, daß es eine Entscheidungsfreiheit hat.
Das es nicht aus Leiden und Schuld jede Minute- egal, wie sie sich gestaltet-mit dem "fehlenden Elternteil" verbringen und
zur Verfügung stehen muß,
sondern daß der Mangel nicht durch es entstanden ist und auch nicht durch es repariert werden kann (zB durch Wohlverhalten).
Das würde sonst nur die eh vorhandene Zerrissenheit und die Schuldgefühle des Kindes verstärken.
Und es fördert natürlich auch unser Lieblingscharakterbild: den Größenwahn
Es bürdet ihm auch eine falsche Form von Verantwortung auf, eine , die es als Kind auch nicht haben sollte.
Es sollte lernen, auf sich zu achten.
Ich denke, wenn man Kinder dabei unterstützt, ist schon viel gewonnen.
Und ihr kommt mir überhaupt nicht so ratlos vor
(nebenbei: ich bin auch seit 20 Jahrn
glücklich geschieden und kenne die Probleme beim Umgang von problematischen oder/und unzuverlässigen Vätern mit Kindern aus eigener Erfahrung)