rosenrot
Gast
Hass ist das Gegenteil von Liebe. beides sind sehr starke Gefühle. Der verstand ist dabei (leider) weitgehend ausgeschaltet.
Gleichgültigkeit ist berechnend. Wenn mir jemand gleichgültig ist, dann gilt er für mich nichts mehr, er ist mir gleich im Sinne von egal. Unabhängig davon, was er tut. Eine person, die mir gleichgültig ist, bewerte ich nicht mehr. Ich messe ihr keinen Wert bei. Damit läzft das verhalten dieser Person ins leere und trifft mich nicht mehr in meinen innersten Kern. Diese Person kann mich nicht mehr verletzen.
Umgekehrt erfährt diese Person von mir keine Aufmerksamkeit, keine Reaktion auf ihre Aktionen. Sie kann sich selbst damit nicht mehr an mir orientieren. Weder Bewunderung noch Demütigung wird dieser Person zuteil. Das ist schlimmer als eine Bestrafung.
Sicher kennt das jeder auch schon von kleinen Kindern. Wenn sie für ihr Verhalten gelobt werden, zeigen sie dieses Verhalten öfter, weil sie damit auch Wertschätzung und Geliebtwerden verbinden.
Kinder, die keine Grenzen gesetzt bekommen, d.h., weder gelobt oder bestraft werden, versuchen irgendwann mit extremen Verhalten Aufmerksamkeit zu erhalten. Z.B., indem laut schreien oder irgendetwas kaputt machen oder schlagen.
Selbst, wenn andere nur durch Strafen reagieren, beachten sie die Kinder und reagieren auf deren Verhalten. Wenn sie aber nur Gleichgültigkeit zeigen, egal, wie Kinder sich verhalten, dann fühlen diese sich wertlos, sinnlos.
Ds ist ja auch der Grund, warum ein Narz sich dann total abwendet und schnellstmöglich ein anderes Objekt der Begierde suchen muss. Solange man noch etwas für den Narz fühlt, sei Liebe oder Hass, steht dieser immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und kann daraus Energien schöpfen.
Erst, wenn ihm Gleichgültigkeit entgegenschlägt, dann ist keine Energie mehr zu holen.
Der Zustand der Gleichgültigkeit wird aber nur erreicht, wenn man mit anderen Themen beschäftigt und diese in den Mittelpunkt der eigenen Gedankenwelt rückt. Das ist auch eine Zeitfrage. Je mehr man Abstand hat, desto mehr verblasst das innere Bild. Und irgendwann kann es durch ein neues ersetzt werden oder es ist so unscharf, dass es einem nicht mehr berührt.


