@ Gastmann:
Zitat von Gastmann:@belladonna
Das was du als restbehindertheit beschreibst (find ich treffend) , ist das nicht restangst?
Nee, das meinte ich damit nicht. Ich habe es nur einfach mal so überhaupt nicht erklärt...sorry...
Das ist nämlich so:
Ich selbst hatte diese Erkenntnis recht früh, und letztens konnte ich darüber auch einen Artikel lesen (den finde ich aber nicht mehr):Wenn man als Kind bereits einem Übermaß an Streß ausgesetzt war, äußerst sich das später in gewissen Leistungsdefiziten, fehlender Streßresistenz, auch gern in manchmal eklatantem Mangel an Konzentrationsfähigkeit. Man hat quasi einen überstrapazierten "Think-tank". Ich habe auch heutzutage noch ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis,
ein Bedürfnis, allein zu sein, auch wenn ich an sich gern unter Menschen bin. Aber ich brauche Pausen. Zeit ohne Geräusche, ohne TV, plappernde Leute,
Kneipen, U-Bahnen, Berieselungen jedwederArt...- (O-Ton Sohn: extrovertierte Eremitin...

)
Das durchzieht mein Leben wie ein roter Faden. Ich glaube auch, die defizitäre Bezeichnung ADHS passt dazu. Kinder, die schon so früh den Kontrollzwängen Erwachsener ausgesetzt waren, können sich eben nicht entfalten, müssen ihre Lebendigkeit verstecken, wegdrücken. Das ist ja eine enorme Lebensenergie, die nicht einfach so verpufft. Und immer, immer in Habacht-Stellung sein....
Und auch das führt später zu gewissen Verspannungen, so als ob auch manche Schaltkreise im Hirn für immer kurzgeschlossen sind. Das fasse ich mit „restbehindert“ zusammen.
Zitat:Ich meine, was ist schon passiert ?
Wir leben und sind gesund.
Wir haben eine gehörige Portion schiss und reagieren teilweise ohne dies beeinflussen zu können.
Aber muss das so bleiben?
Nö, gar nicht. Aber ich bin mich selbst eben auch nicht „am optimieren“, sondern las mich eher mal in Ruhe so sein, wie ich eben bin.
Zitat:Musst du verbalkaratisch zicken, was ich übrigens auch mache?
Hihi, „verbalkaratisch“...
Also ich habe eher einen Abriss der Vergangenheit geschrieben, das hat sich geändert- eben im Zuge des „Schmerz-zulassens“ und des bessren Gefühls für mich selbst. Echte Autonomie braucht eben keine brutale Zurückweisung, sondern ruht gelassen in sich selbst. Andere sind nicht bedrohlich, weil sie etwas von mir
wollen. Können sie ja, und ich kann ja gucken, ob ich das auch will.
Zitat:Sich einlassen heisst zuallererst mal den Mut dazu haben und sich selbst vertrauen.
Und einen eventuellen schmerz durch Verletzungen nicht zu scheuen.
Wir und die meisten anderen hier haben doch schon fetten schmerz ertragen und"....leben noch.
Jupp.
Zitat:Mein alter fand es früher lustig weil nachhaltig zielführend, uns durch erschrecken aus dem "zu lauten" spielflow zu kicken.
Heute habe ich diesen flow vor hunderten leuten beim mucke machen mit meiner band.
Und solche Dinger habe ich auch erlebt. Immer stören. Immer das Kind stören. Immer nerven und kontrollieren. Aber das mußte ich „nur“ 15 Jahre mitmachen, dann bin ich weggelaufen und habe woanders gewohnt. Und hatte somit auch anderen Kontakt zu Menschen- überhaupt mal Kontakt zu anderen
Menschen, meine Eltern hatten keine Freunde, haben niemanden reingelassen und die einzige Oma durfte auch nur mit 3 Wochen Voranmeldung kommen.
Was glaubst Du, was da los war....in meiner Kindheit.
Wir hatten sogar Tassen, die nummeriert waren, von 1 bis 4 (Vater, Mutter, Sohn, Tochter (jüngste, sozusagen schwächstes Gl. in der Kette und somit Symptomträgerin für die ganze Familie)- ich hatte-naaa?- natürlich die Tasse Nummer 4.
Und wenn ich mal - in Absprache mit meinem Bruder- seine Tasse , also die "3" anstatt "meine" 4 benutzt habe, denn war aber was los,
unter 3 Wochen Stubenarrest kam ich da nicht weg...Crazyness...
Ich denke, ich habe nicht umsonst ein gewisses Talent, Persönlichkeitsgestörte bis in die Tiefen ihrer Abgründe durchleuchten zu können
Ich hab - fast - alles gesehen. ...
lg, Belladonna