groupie
Zitat:Auch ich denke, dass es ganz unterschiedliche Gründe gibt,
sich an einen N. zu binden.
Natürlich ist es komplex.
Zitat:Ich glaube sogar, dass es sehr unterschiedliche N. gibt.
Habe dazu gerade erst Kernberg gelesen, der die unterschiedlichsten Typen beschreibt.
Oder Haller, der hier gerne zitiert wird.
Das macht das Ganze aber sehr kompliziert und undurchschaubar.
Auch ich lese viele Psychologiebücher, nichts dagegen aber interessant ist doch, dass Du ihn analysiertst, statt Dich oder nicht? Es ist wie wenn ich mit einem Süchtigen zusammen bin und über SEINE Sucht lese. Ich glaube nicht dass man auf diese Weise sich selbst näher kommt. Das ist für mich Co-Verhalten. Kennst Du Dich so gut wie Du ihn zu kennen meinst? Und ist das nicht eigentlich anmaßend? Hast Du Dich je so um Dich selbst gekümmert wie um einen Partner?
Zitat:Was uns selbst dazu bewog, da mitzumachen,
können wir letzten Endes nur selbst wissen.
Ja und genau so könnte man sagen, was den N bewog, so zu handeln, kann nur er selbst wissen.
Zitat:Die Erforschung dieser Gründe könne wir aber gemeinsam betreiben.
Dann sind wir immer noch ohne Kompass.
können aber unsere unterschiedlichen Seekarten miteinander vergleichen.
Das finde ich gut.
Kimberly
Zitat:es ist wie immer im Leben, es ist zu komplex, um mit einer vermeidlich einfachen Lösung daher zukommen.
Die Lösung ist ganz und gar nicht einfach. Wenn man der eigenen Problematik näher kommt, erkennt man, dass es genau so komplex ist wie den N zu erforschen und dass die eigenen Muster vielleicht genau so tief sitzen und schwer zu verändern sind wie die des Ns.
Zitat:Nicht alle Menschen, die auf einen Narzissten/-in treffen, haben ein Handicap aufgrund ihrer Kindheit. Der Narzisst arbeitet mit paradoxen Strukturen, und hier - das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit vorausgesetzt- können alle zum Opfer werden!
Darüber kann man bis zum Sankt Nimmerleinstag streiten. Ihr müsst es für euch entscheiden. Ich glaube nicht, dass ein Mensch, der jahrelang eine Beziehung führt wie viele sie hier beschreiben, ohne Handicap ist.
Zitat:Und ja, es stimmt, dass Partner/-inen aus narzisstischen Beziehungen sich übermäßig lang mit der Beziehungen beschäftigen (irgendwo habe ich das gelesen), es wäre aber zu einfach, zu sagen, sie alle nagen an ihrem Näheproblem, weil sie die Negativseiten ihres Partners ausgeblendet haben und nun die Quadratur des Kreises probieren wollen, indem sie aus dem nichtpassenden einen passenden Partner machen wollen, woran sie ja nur scheitern können.
Es ist nur EIN Aspekt des Problems. Fakt ist doch, dass man sich jahrelang miteinander beschäftigt, versucht, Probleme zu lösen, permanent gedanklich verwickelt ist. In diesem Ausmaß ist das Nichtbeziehung auch zu sich selbst. Es ist genau wie wenn man mit einem Alk. zusammen wäre. Man ist unentwegt mit seiner Sucht beschäftigt, versucht IHN zu ändern. Ist nicht bei sich und hat immer mit einem Partner zu tun, der anders WERDEN soll.
Man braucht auch nicht alle Merkmale auflisten und sich einprägen um nicht wieder einem zum Opfer zu fallen. Je näher man sich selbst kommt, desto weniger reagiert man emotional auf einen. Ich kann als Co-Alkoholikerin jedes Merkmal eines Alkis auflisten um mich zu wappnen, ich kann mich auch mir selbst zuwenden. Und was geschieht dann? Wer bin ich ohne dieses sich um den Partner drehen?
Im Grunde tut man in einer dysfunktionalen beziehung mehr um seiner selbst willen als um des anderen selbst willen als man glaubt. WOLLTE der N jemals "geheilt" werden? WOLLTE ER sich ändern? (wohl kaum oder?) aber jahrelang macht und tut man um ihn vermeintlich um seines Glückes Willen zu ändern. Das ist keine wirkliche Bezogenheit.
Will man den anderen Kennenlernen so wie er ist oder will man ihn zum Traumprinzen verändern? Und warum? Guckt ihr euch wirklich das gegenüber an wie es ist? Oder eher, warum er nicht so funktioniert wie man sich selbst es wünscht?
Vielleicht ist u.A. das Problem, dass man nicht den Menschen wie er ist liebt, sondern dass was er werden könnte. Und in diesem Punkt unterscheiden sich vielleicht Menschen mit Co-Abhängigkeitstendenz von Menschen die diese nicht haben.
Zitat:deswegen braucht die Verarbeitung so viel Zeit.
Es spricht rein gar nichts gegen die Verarbeitung aber es bringt nichts wenn man dabei den Blick immer nur auf den N richtet.
Gastman
Zitat:Das "Attest näheproblem" . Du stellst das für mich so zusammenhangfrei in den raum. Und natürlich ist es einunbewusstes muster.
Es ist keine Nähe vorhanden wenn man anstatt aufeinander bezogen zu sein, auf die vermeintlichen Probleme des anderen bezogen ist. Stell es Dir so vor: du hast eine Freundin und sie nimmt Dich nicht wie Du bist, sie korrigiert an Dir herum. Ihr diskutiert unentwegt über Deine Fehler. Ist sie Dir dann nah? Nein, sie versucht für sich selbst ein Problem zu lösen.
Es ist komplex und wenn Du es verstehen willst, dann lies Bücher zum Thema. Menschen mit der Neigung zu Co-Abhängigkeit definieren sich häufig durch den anderen, machen ihr Befinden vom anderen abhängig, haben zu sehr gelernt, für andere statt für sich selbst zu sorgen. Wenn man ihnen das nimmt, entsteht oft eine Hilflosigkeit so suchen sie sich unbewusst den nächsten komplizierten Partner und kämpfen dort weiter. Wenn sie nun einen Partner häten, der ihnen ganz selbstverständlich das gibt, was sie sonst immer meinten, erkämpfen zu müssen, fühlen sie sich hilflos. Sie werden vermeintlich nicht gebraucht, ihre Beziehungsmuster funktionieren nicht mehr. Sie werden tief unsicher.
Was ist wenn ein potentieller Partner kommt und einem das gibt was man sich wünscht? er wird wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen.
Zitat:Das hat was von einem killerargument, gegen das sich der "attestierte", da er das problem ja unbewusst - also ohne willentlichen einfluss- hat, nicht wehren kann.
Wehrt er sich, wird es für dich vermutlich nur noch deutlicher, dass er er eben hat.
interessant dass Du vonsich wehren sprichst. warum sich wehren? Man kann sich auch damit auseinander setzen. Ich erstelle hier keine Diagnosen, ich schreibe, was ich vermute.
Zitat:Das ist der Grund, warum ich Therapeuten scheue.
Weil sie oft auch von oben herab zwingen.
Ja aber es gibt auch welche die das nicht tun. Aber viele suchen auch einfach nur einen Therapeuten der ihnen uneingeschränkt Recht gibt, praktisch einen Komplizen und natürlich fühlt sich das erstmal gut an, Bestätigung für die eigenen Gefühle aber wenn man nicht wagt sich selbst in Frage zu stellen, dann kommt man nicht weiter.