Zitat von Der Wolf der tanzt:Leider denken viele Männer ziemlich hormonell und so fällt es solchen Weibchen leicht, sich eine Fangemeinde aufzubauen, die alle hoffnungsschwanger durch die Gegend wabbern und klarer Gedanken nicht mehr fähig sind.
Ich weiß schon, dass sich viele Männer von hübschen Frauen einwickeln lassen. Wobei ich jetzt auch nicht schlecht aussehe, nur bin ich halt keine Frau, die raffiniert einen Mann um den Finger wickelt. Und mein Chef ist auch nicht der Typ Mann, der sich von einer Frau mit Charme und Schmeicheleien überreden lässt. Ich denke eher, dass er das Problem mit der Stellenbesetzung endlich vom Tisch haben wollte. Der Mann ist wie gesagt noch recht neu in seiner Position und konzentriert sich in erster Linie auf seine eigene Einarbeitung in die neue Rolle.
Zitat von Der Wolf der tanzt:Mein Chef hat eine Mitarbeiterin aus solchen Gründen versetzen lassen, obwohl sie nichtmal eine Mobberin war. Er fand das zu 'unprofessionell' und hatte nicht unrecht. Dazu bedarf es aber Führungspersönlichkeiten, die Charakter und Rückgrat haben und die sind leider nicht allzu häufig, das ist das Problem.
Diese Erfahrung habe ich leider schon mehrmals gemacht. Die meisten Führungskräfte wollen einfach nur in Ruhe ihre Arbeit machen. Ich will auch in Ruhe meine Aufgaben erledigen, aber wenn mich jemand bewusst daran hindert, dann muss was passieren. Mein Noch-Chef ist jung und in seiner Position unerfahren, aber wer weiß ob er eines Tages wieder in so eine Lage kommt und wie er dann reagiert. Ich kenne meine Nachfolgerin, weil sie ein paar Wochen bei mir im Büro war und weiß so einiges über sie. Ein ganz liebes Mädel, aber sehr ängstlich und unsicher… könnte mir gut vorstellen, dass auch sie zum Mobbingopfer wird.
Zitat von Der Wolf der tanzt:Du hast Dauerprobezeit, Du darfst sogut wie keine Fehler machen, Du darfst nicht krank werden, Du darfst nicht aufmucken ... Etwas überspitzt kann man das genau so beschreiben. Und egal aus welchen Gründen, wenn jemand geht, bist Du bei den ersten.
Schlimm ist das. Ich bin bei weitem nicht die einzige externe Mitarbeiterin in unserem Bereich. Die anderen Externen wurden/werden alle übernommen. Das sind nämlich Ingenieure, und die haben alle ihre Gruppenleiter. Die Sachbearbeiterinnen gehören in keine Gruppe und sind den Abteilungsleitern direkt unterstellt. Diese haben bekanntlich viel zu tun, und die Frauen nehmen sich Dinge heraus, die ihnen eigentlich untersagt sind.
Zum Thema "Fehlzeiten" kann ich auch noch was beitragen:
Ein paar Wochen nachdem ich dort angefangen hatte, wurde mein Vater sehr krank. Wir haben innerhalb der Familie die Vereinbarung getroffen, dass wir uns abwechselnd um ihn kümmern. Deshalb musste ich manchmal nach 6-8 Stunden Arbeitszeit Feierabend machen (ich arbeitete damals täglich um die 9-10 Stunden), aber nicht immer, nur an manchen Tagen. Meine Vertretung habe ich frühzeitig eingeweiht, um sie darauf vorzubereiten. Ich war etwas überrascht über ihre eher nüchterne Reaktion, weil sie sich davor als recht emotionale Persönlichkeit präsentiert hatte. Wie gesagt, ich habe eine sehr weite Anreise (105 Min in eine Richtung) und entsprechend weniger Freizeit.
Mit dieser Ehrlichkeit habe ich mir letztendlich keinen Gefallen getan. Es folgten immer häufiger subtile Bemerkungen so nach dem Motto, die Melody könnte ja auch noch was erledigen, aber sie macht jetzt lieber Feierabend, denn sie hat doch was Besseres zu tun.
Im Sommer erkrankte der Ehemann einer anderen Sachbearbeiterin. Ich erfuhr erst im Oktober davon und musste mir anhören, dass ich gefühlskalt und herzlos sei, weil ich die Frau nicht nach dem Wohlbefinden des Mannes gefragt hatte. Wie denn auch, wenn ich lange nichts von seiner Krankheit wusste. Mich haben diese Frauen übrigens nie gefragt, wie es meinem Vater ging. Warum sollten sie auch, ich bin doch „nur“ die Externe… Sie konnte kommen und gehen, wann immer ihr Mann sie brauchte. Niemand hatte ein Problem damit. Aber ich, die böse Externe, ich habe es mir tatsächlich herausgenommen, wegen der Krankheit meines Vaters manchmal früher Schluss zu machen.
Entwürdigend fand ich auch ihr Verhalten bei Abwesenheit im Krankheitsfall. Die Sachbearbeiterinnen bei uns haben eine hohe Fehlzeitquote. Gerade die jüngeren Frauen gehen häufig nachts auf die Piste und sind entsprechend oft erkältet. Meine Vertretung hat letztes Jahr insgesamt 2 Monate gefehlt. Als ich im Spätsommer mal 1,5 Wochen krank war, hieß es ich sei lustlos, so wie immer. Aber sie darf das natürlich. Sie war fast den ganzen Monat Dezember aus gesundheitlichen Gründen nicht im Büro. Ich habe massig Überstunden gemacht und bin kurz vor Weihnachten auch erkältet ins Büro gegangen, weil ich mir ihr gegenüber keinen Schnitzer leisten wollte.
Mittlerweile gibt es ein neues Opfer, das wegen Fehlzeiten so langsam immer mehr Probleme bekommt. Eine junge Sachbearbeiterin hat Anfang des Jahres ihre Ausbildung abgeschlossen. In ihrer Abteilung wird sie seit September eingesetzt und war seitdem wirklich jeden Monat 1-2 Tage bis maximal 2 Wochen krank. Das ist schon viel, das gebe ich zu. Nun geht das Geläster los, und die Bemerkungen werden immer abwertender. Wieso nehmen sich die ganzen Biester das Recht heraus, über sie zu urteilen? Niemand kann wissen, ob sie wirklich krank war oder nicht. Das Mädel ist zwar fest in der Firma angestellt, aber eben noch recht neu. Und Neulingen gestehen diese Frauen wirklich gar nichts zu.