Hallo zusammen,
ich wünsche euch ein frohes Osterfest

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@Gabi: Die Schilderung deiner „Beziehung“ würde mich auch misstrauisch machen. Immer wollte er zu dir fahren, aber du durftest ihn nicht besuchen. Ob er gebunden ist oder etwas anderes dahinter steckt, ist egal. Aber in einer Partnerschaft sollte man sich gegenseitig vertrauen. Wenn sich jemand so verhält wie dieser Kerl, kann das Vertrauen doch gar nicht entstehen. Ich finde deine Entscheidung mehr als nachvollziehbar. Wieso sollst du Geld und Zeit für lange Fahrten investieren, wenn du ihm eh nicht über den Weg trauen kannst? Ich denke du hast im richtigen Moment die Notbremse gezogen

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@sabi63: Zwischen dir und mir gibt es so einige Parallelen. Auch ich war früher empfänglich für schöne Worte und bin drauf reingefallen. Das siehst du ganz richtig, schöne Worte sind nichts anderes als das was sie sind – schöne Worte und sonst NICHTS.
Du beschreibst dich als offene Persönlichkeit, die kaum Geheimnisse hat. Weißt du was? In meiner Familie gibt es kulturbedingt so gut wie keine Geheimnisse. Meine Eltern teilen noch heute Freud und Leid mit uns Kindern, anderen Familienangehörigen und Freunden. Und umgekehrt genauso. Für mich war das immer ganz natürlich. Wenn es z. B. meiner Mutter mal nicht so gut geht, ruft sie ihre Schwester oder eine Freundin oder mich an und redet über ihr Problem. Ich kenne das gar nicht aus meinem Elternhaus, dass man Probleme mit sich selbst ausmacht. Bei uns gibt es auch keine Tabuthemen, das gab es noch nie.
Ich konnte lange nicht begreifen, warum manch andere mir gegenüber so verschlossen waren. Die ersten Male wurde mein Vertrauen in der Schulzeit missbraucht. Damals sagte meine Mutter, das hätte am Alter und an der Unreife meiner Schulfreunde gelegen und würde im höheren Alter nicht mehr passieren. Jetzt bin ich längst erwachsen und weiß, dass das keine Frage des Alters ist. Ich weiß wie es dir geht, wenn du es gewohnt bist, deine Gedanken und Gefühle mit Partner, Familie und Freunden zu teilen und eines Tages hintergangen wirst... und dann passiert es wieder... und noch einmal... und schon wieder. Das zermürbt dich irgendwann. Es ist verdammt schwer, sein Inneres weitestgehend für sich zu behalten, wenn man das jahrelang nicht getan hat. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Kimberly hat es richtig formuliert:
Zitat:der Misstrauische hat dir immer was voraus, nämlich seine Geheimnisse. Im Gegensatz machst du dich mit der deiner Offenheit verletzlich, zeigst deine wunden Punkte.
Nur woher sollen Kinder/Jugendliche das wissen, wenn sie ganz anders aufgewachsen sind und ihre Eltern im Umgang mit Menschen immer sehr offen sind? sabi, deine Schilderungen machen mich traurig... weil mir bewusst wird, dass mich über 90% der Menschen, mit denen ich jemals in Kontakt war, für eine naive dumme Gans halten, die man jederzeit beliebig verA.en kann. Wie soll ich denn bitte weitere Kontakte knüpfen, wenn ich ständig aufpassen muss, was ich sage und mache? Mich hemmt das extrem, weil ich es nicht gewohnt bin. Es strengt mich wahnsinnig an. Ich will Kontakt mit Menschen, deren Respekt ich mir nicht erst verdienen muss... die gegenseitigen Respekt für ebenso selbstverständlich halten wie ich das tue. Das macht mich echt fertig.
@sahara: Stimmt, wir müssen nicht alles verstehen. Es ist wohl auch besser so. Wieso sollten wir jemanden verstehen wollen, der kein Gewissen hat? Da hab´ ich Besseres zu tun

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