Thymian
Gast
Zitat:Ja das ist ähnlich wie wo ich auch stehe.
Ich erlebe mich jetzt wo ich all den Stress und Terz hinter mir habe als passiv. Ich muss mich echt zu allem zwingen aber nicht aus Erschöpfung sondern weil der Babysitter weg ist. Entscheidungen fallen mir schwer, mein X. hat sich leicht damit getan. Er ist sehr drängend, übergriffig, Neins nicht achtend, aber ich bin viel zu zögerlich. Er war meine "bessere Hälfte" so hart das klingt, nur zu viel davon, aber ich habe ja auch zu wenig.
Nun hab ich mir einen Tagesplan gemacht, einen Wochenplan, führe Terminkalender alles auf dem handy das dauernd erinnert.
Ich bin so langsam in allem, ich weiß auch nicht was ich jetzt überhaupt will. Ich habe ganz wenig Eigenwillen entwickeln können als Kind, kriege kaum einen Plan ins Leben.
Vieles mache ich jetzt nicht was ich mir vorgenommen habe, freue mich vor allem wenn ich schlafen darf wann u wie ich will und wenn ich mir koche dass es ist wie ich es will, und auch beim Einkaufen. Vielleicht bin ich grad im Kleinkindstadium, keine Ahnung. Ich hoffe das ändert sich mal wieder, war früher sehr aktiv und erfolgreich!
Oder bin ich einfach kaputt für immer, ich weiß es nicht.
Verstehe das gut Lassy. Nach meinem Eindruck sind die meisten hier eher Powerfrauen die ihr Leben im Griff haben...Ich war da auch eher das hilflose Lieschen mit dem Mann von Welt an meiner Seite. Das gab mir viel. Ich musste das gleiche lernen wie Du und bin noch lange nicht am Ende. Zu Dir fällt mir aber etwas ein: Du bist nach 20 Jahren frisch getrennt...Es geht bei Dir sicherlich ersteinmal darum ins Fühlen, sich selbst wahrnehmen hineinzukommen! Ich verstehe dass Du jetzt voll durchstarten möchtest, alle Baustellen schnell bearbeiten willst...Aber es braucht Zeit. Entwicklung braucht Zeit. Das konnte ich auch nicht akzeptieren. Mein Therapeut sagte mir immer wieder "Kleine Schritte Frau Thymi!" Ich wollte aber den großen Absprung. Lass, Du bist mit Sicherheit nicht kaputt für immer! Du, ich habe die ersten Monate nach dem Schlussstrich nichts getan! Gegessen, geschlafen, geraucht, zur Therapie gekrochen. Ich habe ganz neu beginnen müssen...Die Gefühle, die aufkommen, die Verarbeitung, das sich selbst gewahrwerden nimmt ganz viel Energie...Da ist es kein Wunder wenn Du Dich erstmal aufs Bilderaufhängen, Einkaufen, Dich bekochen kümmerst...Ich konnte erst Monate nach der Trennung wieder ins Leben treten, habe mir Arbeit gesucht, konnte mich Menschen öffnen...Ich habe wie Du in diesem "Kleinkinsstadium" verbracht, dachte auch, ich käme nie weider zu Kräften. Das ändert sich, glaube mir. Sei nicht zu streng mit Dir! Du bist auf einem guten Weg. Und das was ich fett markiert habe, das musst Du dann halt jetzt mit 51.? lernen. Es ist schmerzhaft aber jeder Mensch hat irgendwo Defizite und sucht sich zu drücken, sie zu bearbeiten, kompensiert...Ich glaube, wenn Du diesen Eigenwillen entdeckst, dann bist Du wesentlich glücklicher als Du es mit Deinem ex warst- dann haste Dich selbst, das macht immer glücklich.
Writer, noch etwas. Ich stimmte Dir in meinen letzten Post in ganz vielem zu aber dennoch glaube ich, Medi hat recht: wir können wählen, mit wem wir uns umgeben. Und man braucht nicht erst verstehen, was einem mit einem N geschieht um sich zu trennen. Hätte ich eine andere Prägung, wäre ich mit Sicherheit früher aus dieser Beziehung ausgestiegen, ganz einfach wei sie mir nicht gut tat, weil mir Schuldgefühle und das Zurücktreten und das Verständnis für andere nicht so fatal vertraut gewesen wäre.
So das war der morgentliche Thmi-Sturm. Passt auf Euch auf.
