Zitat von freisein:@Janni
Mein "Glück" ist wohl, dass es zwischen Vater & Kind keine Basis gibt - d.h. er ist definitiv keine Bezugsperson, denn was vorher nicht geleistet wurde fehlt nicht & ja, das Kind stärken &es lernen lassen mit Niederlagen aber auch mit "Siegen" umzugehen. Nicht alles ist sooo toll - die gesunde Mischung macht es ..
LG freisein
Ja, die Basis ist bei uns leider da. Aber irgendetwas ändert sich da gerade. Er erzählt kaum von seinem Papa in der letzten Zeit. Er war letzte Woche auch nicht ganz so euphorisch wegen dem Papa-WE. Als er wieder kam, war sein Tablet wichtig. Aber jetzt liegt es schon wieder nur rum, glücklicherweise. Bin ich gar nicht böse drum. Er erzählt auch kaum von seinem Papa. Ganz selten, dass da mal was kommt. Als wenn er nicht existiert. Das kommt erst wieder, wenn Papa-WE dran ist.
Er lechzt nach Aufmerksamkeit und Zuwendung. Er spielt gar nicht in seinem Zimmer, er ist immer nur da wo wir auch sind, immer alles mit uns bzw. einem von uns zusammen, bloß nicht alleine. Immerhin ist es jetzt auch mal möglich ihn für eine kurze Zeit alleine zu lassen, z.B um mal kurz im Laden um die Ecke etwas einzukaufen.
Ich hab die ganzen Jahre immer nur an mir selber gezweifelt, aber jetzt mit dem Abstand sehe ich vieles klarer. Ich bin nicht unfähig, aber auch nicht fehlerfrei. Ich glaube meine eigenen Selbstzweifel haben auch dazu beigetragen, dass mein Sohn so ist wie er ist. Aber jetzt mit dem Abstand ist mir soviel bewusster, was da so gelaufen ist, so dass sich mein eigenes Verhalten geändert hat. Ich glaube wir müssen uns auch erst wieder neu kennenlernen und zusammenfinden. Bin froh, dass er in meiner Partnerin

eine Vertraute gefunden hat, die ihm erstmal Stabilität bieten kann und mir selber auch, um meine eigene Stabilität wieder herzustellen. Aber es tut auch weh, dass er mir zur Zeit noch nicht soviel Vertrauen entgegenbringen kann. Auf jeden Fall läuft es langsam besser. Gestern abend lief es auch wieder recht gut. Nachdem er sich durch die Hausaufgaben gekämpft hatte, wenn auch mit Jammern und kann ich nicht usw., hat er es am Ende doch geschafft und zum Schluss wurde es sogar besser. Gab ein dickes Lob und einen Smilie. Die Freude war groß.
Wenn er erzählt oder von Filmen oder Spielen redet, geht es immer um Gut und Böse, das Kämpfen ist wichtig, damit das Gute gewinnt. Ich hab mich so oft gefragt, warum dieses Kämpfen für ihn so wichtig ist. Ich selber steh da nicht so drauf, also körperlicher Kampf. Aber evtl. ist das seine Art, das Alles zu verarbeiten und zu verstehen. Er hat auch oft mit meinem Ex gekämpft, zwar spielerisch, aber er wurde dann so richtig zornig und wurde richtig aggressiv ihm gegenüber. Und mein Ex hat sich das alles gefallen lassen. Er ist bei uns längst nicht mehr so aggressiv, er misst zwar immer noch gerne seine Kräfte mit uns, aber Jungs brauchen dass wohl auch irgendwie. Aber er ist nicht aggressiv oder zornig und wütend dabei. Und es ist gar nicht mehr so oft notwendig. Jetzt ist es eher dieses Gerangel, wie es Jungs eben brauchen. Aber der Wunsch nach Wettkampf und gewinnen wollen läßt auch nach. Er will nicht mehr um die Wette fahren, wer schneller irgendwo ist. Er redet dabei lieber, wenn wir unterwegs sind. Das ist eigentlich eine positive Entwicklung.
Es geht in die richtige Richtung und das macht mir Mut und gibt mir die Kraft weiter zu machen.
@Phoenix07
Meiner war auch nicht gerne alleine, musste er aber notgedrungen. Wenn es unsere Arbeitszeiten mal zugelassen haben und wir gleichzeitig zu Hause waren, hat er nie verstanden, dass ich auch mal nur für mich sein wollte. Sonst hatte ich ja das Kind und hatte kaum Zeit für mich alleine. Und wenn dann die Möglichkeit da war, habe ich die Chance genutzt, jedenfalls zum Schluss (so die letzten 2 Jahre). Das Verständnis dafür hat gefehlt. Wir sind doch eine Familie, wir müssen doch zusammen... Aufräumen hat er mitgemacht, wenn ich angefangen habe. Aber er hat seltenst damit angefangen. Immer nur spielen - online mit anderen Zockern zusammen, übers Internet. Aber zu Hause wollte er angeblich Zweisamkeit, hat er aber nie herstellen können. Und wenn ich dann mal versucht habe Zweisamkeit herzustellen, hat er angefangen über Facebook mit anderen zu chatten oder war dann doch wieder vor dem Rechner und hat gespielt.
Um so mehr ich hier lese, um so mehr wird mir klar, was er die ganzen Jahre für ein Spiel gespielt hat und ich hab es nicht gerafft

. Nur ein komisches Bauchgefühl gehabt. Und er hat es immer wieder geschafft, dass ich an mir selber gezweifelt habe.
ABER DAS IST JETZT VORBEI!