scallisia
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vor über 6 Monaten hat sich der Vater der Kinder nach über 21 Jahren Beziehung und 11 Ehejahren von mir getrennt. Die Trennung kam für mich - wie wahrscheinlich für die meisten hier - völlig unvermittelt und hat eine tiefe Wunde gerissen. Obwohl ich selbst nicht mehr zufrieden war und auch den Rückzug des Mannes gespürt habe, habe ich höllische Schmerzen. Mal mehr, mal weniger. Mein Problem: ich kann die (Ver-)Bindung zu ihm einfach nicht kappen. Er hat sich in den letzten 2-3 Jahren entliebt. Den Kopf in den Sand gesteckt und einfach abgewartet, bis er bereit war diesen Schritt zu tun, wobei ich sagen muss, dass ich die Trennung initiiert habe. Ich habe sein Verhalten mir gegenüber angesprochen. Von allein hätte er wohl bis heute nichts gesagt. Selbst dazu war er zu feige. Nun gut. An diesen 2-3 Jahren hänge ich jetzt. Ich fühle mich total verarscht, verraten, verkauft, wie Dreck, nichts wert (zumindest was ihn angeht). Bereits 3 Monate nach der Trennung hat er wieder eine neue Freundin. Nach 21 Jahren! Was meinen Stellenwert in seinem Leben mehr als verdeutlicht und auch daran habe ich mächtig zu knabbern.
Aber wie gesagt, die vermutlich erstmal letze Baustelle in der Trennungsverarbeitung ist die lange Zeit während der Beziehung in der er sich aktiv entliebt hat.
Um auch dies von mir zu lösen war ich am Samstag bei einer sysetmischen Familienaufstellung. Ich habe vorher schon viel positives davon gehört. Es soll die intensivste Art sein, sich mit sich auseinanderzusetzen und deshalb eigentlich auch immer gut funkionieren. Für alle die damit nichts anfangen können
Für die einen mag das Spökes sein. Gut. Aber ich möchte mir jede erdenkliche Hilfe holen, die mir beim Lösen dieser inneren Verstrickungen und Zerrissenheit weiterhelfen kann.
Die Aufstellung war sehr intensiv, wobei ich sagen muss, dass es eine Einzelaufstellung war. Aufgestellt wurde neben meiner Kernfamilie auch der Vater meiner Kinder. Zum genauen Ablauf möchte ich hier eigentlich nichts sagen, das würde zu weit führen und ist auch für meine Frage unerheblich. Nur soviel: Das Band zwischen mir und dem Ex wurde durchschnitten.
Jetzt ist es so, dass ich am Samstag direkt danach sehr müde war, aber nicht traurig oder wütend oder so. Ich habe die Aufstellung einfach Revue passieren lassen und war schon sehr beeindruckt davon, was da abgegangen ist. Seit Sonntag geht es mir aber wieder schlechter. Ich fühle mich weiter zurückgeworfen als je zuvor. Ja, ich habe sogar "ich will dich zurück"-Gedanken. Das ist doch Käse! Eigentlich sollte die Aufstellung doch bei der Loslösung helfen. Das habe ich auch schon von einigen gehört, die das gemacht haben. Stattdessen habe ich jetzt das Gefühl, die Bindung ist wieder stärker geworden.
Habt ihr Erfahrungen damit? Ist das vielleicht auch normal, weil diesen Intensität vielleicht doch noch mal ein Schritt auf das Loslösen zu ist?
Ich bedanke mich schonmal bei euch!
Betrachte es doch mal selber! Ihr wart 21! Jahre zusammen, ihr habt Kinder zusammen, er hat dich geheiratet. Denkst du, das alles hat dein Ex gemacht ohne Liebe? Er hat dich mal geliebt, sehr sehr doll sogar. Ja, ihr habt euch verloren aber für eine ganz lange Zeit warst du der wichtigste Mensch in seinem Leben. Nicht mehr die letzten Jahre, was traurig ist aber eben oft passiert. Aber du warst für ihn lange Zeit die tollste Frau, die es gibt. Und das musst du einfach auch sehen!