AmericanSweety
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Achtung, sehr lang!
Ich (34) und mein Mann (44) sind auf seinen Wunsch seit Montag "getrennt ".
Angefangen hatte es bereits Sonntags, bei einer kurzen Diskussion meinte er, er denkt es wäre besser sich zu trennen.
Ich war kurz geschockt, denn das war das erste Mal, dass er das in unseren über 16 gemeinsamen Jahren ausgesprochen hatte.
Ich habe dann gefragt was denn auf einmal los wäre und er meinte, er denkt es wäre besser für uns, wenn wir nur noch Freunde wären). Er könne nicht mehr, würde nur die "sch." anziehen (uns droht zum 3.mal die Eigenbedarfskündigung, der letzte Umzug ist nun grade 2 Jahre her)
Nunja, das Ende vom Lied war, dass wir es weiter versuchen wollen. Ich fragte ihn, ob er es ernst meine oder nur sage, damit Ruhe ist. Nein, er meine es Ernst.
Am nächsten Vormittag, hab ich ihm einen Spruch geschickt "Wenn etwas kaputt ist, das wichtig ist, schmeißt man es nicht weg, sondern repariert es", er hat mit einem Herz geantwortet.
Am Abend waren wir kurz gemeinsam einkaufen u später hab ich nochmal das Gespräch gesucht. Da eröffnete er mir, er würde mich nicht mehr lieben bzw einfach nichts mehr fühlen, wäre leer und das schon länger. Und er würde keinen Sinn darin sehen, es nochmal zu versuchen. Meine Reaktion darauf war nicht die beste. Ich war natürlich verletzt, verwirrt etc. Am nächsten Abend hatte ich mich halbwegs gesammelt und haben nochmal geredet. Ich hatte mich für mein Verhalten entschuldigt und wollte wissen, wie es nun weitergeht. Habe ihm Verständnis entgegengebracht und ihm gesagt, dass es mir ähnlich ginge, ich aber nicht aufgeben möchte.
Ich sollte noch erwähnen, dass wir eine 14-jährige Tochter haben. Diese hat es recht gut aufgefasst. Nunja, mein Mann meinte, wir lassen alles erstmal wie es bisher war, er schläft im Wohnzimmer und gehen alles was nun ansteht Schritt für Schritt an. (also nach wie vor gemeinsam einkaufen, einer von uns kocht für alle, Finanzen werden nicht getrennt etc) Also der einzige Unterschied bestünde darin, dass wir eben kein Paar mehr sind. Ich weiß, bei vielen ist dies ein Zeichen, es gibt da eventuell eine andere. Aber dazu später mehr
Nach einer für mich schlaflosen Nacht brachte er mir am nächsten Morgen (wie sonst auch) einen Kaffee ins Bett.
Den ganzen Tag über habe ich mir 100000 Gedanken gemacht und hatte viele Fragezeichen. Mit diesen konnte ich nicht ruhig bleiben und suchte daher nochmals das Gespräch. Ich fragte ihn, was er denn denkt, was er eigentlich fühlen müsste. Er sagte, zb dass er gerne nach Hause kommt, dass er mich gerne in den Arm nimmt, küsst.
Ich sagte ihm dann, dass viele langjährige Paare, genau am selben Punkt stehen wie wir.
Man hat nur noch nebeneinander gelebt, Kommunikation kam nur sporadisch vor, Sex gab es schon sehr sehr lange keinen mehr, Probleme (zb Schulden, evtl erneuter Umzug) die einen gefühlt alle paar Wochen aus der Ruhe bringen etc.
Wie soll man da noch Liebe spüren können?
Und dass man was dafür tun kann, dass diese Gefühle evtl wieder zurück kommen.
Ich schlug vor, wir belassen es bei der Trennung und haben etwas Abstand, ich zb gehe meine persönlichen Probleme an und in ein paar Wochen setzt man sich nochmal zusammen und schaut weiter.
Darauf möchte er sich nicht einlassen, Trennung ist unausweichlich.
Er meinte, er hätte im Moment vielleicht auch keine Kraft um uns zu kämpfen und es wäre zu anstrengend, er wäre nur noch leer.
Eine andere gibt es definitiv nicht und das glaube ich ihm wie gesagt auch.
Er wisse nicht mal, ob er jemals nochmal für ne Beziehung geeignet wäre und allein vielleicht besser dran.
Da mir der Gedanke, was nun alles auf mich zukommt etwas Angst macht, fragte ich ihn, ob es ihm auch so ginge. Darüber hat er sich allerdings bisher keine Gedanken gemacht. Ich gab ihm noch mit, dass er sich die vielleicht mal machen sollte und auch, was seiner Meinung nach zu all dem geführt hat.
So und nun zu den Gründen aus meiner Sicht:
Wie bereits gesagt, haben wir fast nur noch nebeneinander hergelebt. Kommunikation beschränkte sich auf den Alltag oder Freunde etc. Über die Arbeit oder uns haben wir sehr selten gesprochen.
Das meiner Meinung nach größte Problem ist, dass es weit über 2 Jahre kein Sex mehr gab. Das kam von beiden Seiten. Er war noch nie ein Mann, der es zig x die Woche "braucht" und ich habe bis zu diesem Zeitpunkt beginnend mit der Schwangerschaft sehr viel zugenommen (35kg). Er sagte immer, er würde mich lieben wie ich bin, aber joa, das sagt man dann eben. Leider hab ich mich nie richtig aufraffen können, daran was zu ändern.
Hinzu kommt, dass ich seit knapp 1 Jahr die Diagnose habe, dass beide Knie komplett hinüber sind. Ein Knie wurde letztes Jahr operiert und das andere steht im nächsten Jahr an. Ein wenig eingeschränkt bin ich dadurch, aber brauche keine Hilfe o.ä. Allerdings bin ich die letzten 2-3 Jahre in einem Loch gewesen (fast schon zeitweise depressiv), hab mich immer mehr selbst und ihn natürlich auch vernachlässigt. (Zb ihn mal in den Arm genommen, gestreichelt beim Film schauen etc, also ausser mal Küssen keine spürbare Liebe entgegen gebracht)
Vor wenigen Monaten bekamen wir bei einer unserer Katzen die Diagnose Krebs und vor wenigen Wochen mussten wir sie leider gehen lassen. Das hat sehr an uns beiden genagt.
Dann natürlich auch die Schulden, die wir beide mehr oder weniger ignoriert, uns aber beide wahnsinnig belastet haben.
Er hat 2 Jobs. Schon immer. Im Hauptjob allerdings meist sehr unglücklich.
Dazu kommt, dass unsere Tochter seit Monaten "schwierig" ist. Typisch Pubertät. ständig motzig, stinkfaul und erledigt ihre Aufgaben nicht etc. Statt wie schon oft versucht sie dazu bewegen und es gibt dann immer Zoff, erledigt er sie.
Ich habe bisher keinen Führerschein und daher sind wir bei Einkäufen auf ihn angewiesen. Das ist nach einem anstrengenden Tag natürlich nervig und das dank wenig Planung, mind.3x die Woche.
Ich habe für mich schon vor wenigen Wochen entschieden, dass was passieren muss und mir viele Gedanken gemacht. Denn diese Probleme waren mir nicht erst durch die Trennung bewusst.
Ich ziehe nun mein Ding durch. In erster Linie für mich, aber ich möchte natürlich auch ihm beweisen, dass es mir Ernst ist. Denn ich möchte kämpfen. Um ihn und um uns! Aber vorerst meine "Baustellen " abarbeiten! Heute habe ich mich in der Fahrschule angemeldet und starte nun mit Low Carb. (Hab damit vor 3 Jahren schon mal 8kg abgenommen, aber wg eines Trauerfalls wieder aufgehört und schleifen lassen)
Mit unserer Tochter hab ich Gespräche geführt und eine Einigung getroffen, wie das mit ihren Aufgaben (zb Spülmaschine ausräumen) besser klappt.
Mit meinem Mann hab ich beschlossen, dass wir gemeinsam zum Schuldnerberater gehen.
Ich schaue, dass ich wieder etwas mehr mit Freunden unternehme. Das tut mir sicher gut und gibt etwas Raum für Abstand.
Ich würde mir natürlich wünschen, dass er in ein paar Wochen die Veränderungen sieht und vielleicht gibt es dann die Möglichkeit, dass er doch auch bereit ist, dass wir wieder zueinander finden.
Ich versuche, mich nicht daran fest zu klammern! Dass dies nicht leicht wird, ist mir durchaus bewusst!
Wegen einer Wohnung für mich und meine Tochter und ihn lassen wir uns Zeit erstmal meinte er, (noch) stehen wir nicht unter Druck bezüglich der eventuellen Eigenbedarfskündigung.
Er möchte (mein Einverständnis vorausgesetzt) bis zum Auszug hier bleiben, mich in allem unterstützen und nicht hängen lassen. Auch anschließend finanziell.
Ich vermute, er fühlt nichts mehr aufgrund der ganzen Probleme und genannten Gründe, ist ausgelaugt und glaubt nicht daran, dass sich tatsächlich alles ändern und die Gefühle wiederbelebt werden können.Hat nicht nur uns, sondern auch sich aufgegeben. (Er reflektiert die Beziehung nicht, was falsch gelaufen ist auf beiden Seiten, hat noch keinen wirklichen Gedanken an ein Leben nach der Trennung verschwendet)
Es geht ihm seit der Trennung ziemlich schlecht.
Eigentlich müsste es ihm ja besser gehen, zumindest ein Stück weit. (Erleichterung)
Ausser, dass ich nun keinen Kuss mehr bekomme wenn er geht und kommt und dass er im Wohnzimmer schläft und wir daher nicht mehr kuscheln, merke ich kaum eine Veränderung. Wir reden halt ein bisschen weniger als vorher bzw jeder zieht sich in "sein" Zimmer zurück.
Meine Freunde denken wie ich. Dass es etwas Abstand, Zeit und vorallem Dingen die Lösung der Probleme braucht und dann gibt es vielleicht noch eine Chance, sofern es beide wollen.
Er hat mir noch versprochen, dass er es sagt, sollte sich irgendwann an seiner Meinung zur Trennung was ändern. (er ist kein großer Redner und habe ihn darum gebeten)
Mir geht es heute besser, weil ich endlich den Hintern hochbekommen habe! Morgen geht es direkt zum Friseur, das wollte ich schon seit Monaten. Ich versuche so gut es geht, nur an mich zu denken jetzt.
Phasenweise trifft es mich. zb als ich vorhin ins Bett bin und da eben niemand mehr ist. Höre ihn allerdings bis hierher schnarchen
Ich weiß, viele würden raten, dass er tatsächlich wenigstens erstmal für paar Tage woanders unterkommt. Aber wenn wir damit beide (vorerst) klar kommen?
So das war's erstmal. Danke fürs lesen des Romanes
LG