einige Zeit ist vergangen und unendlich viel passiert...
Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen sollte!
Die Feiertage waren hart, es gab viele Gespräche und Tränen... Und immer war die Hoffnung mein ständiger Begleiter.
Ein Auf und Ab der Gefühle.
Ein Gefühl hat mich dabei auch immer begleitet. Dass da vielleicht doch jemand neues ist... Eigentlich hatte ich das Gefühl seit Tag 1 der Trennung. Einfach aus den ganzen Reaktionen meines Mannes und dass er sich so komplett verschlossen hatte und ich absolut null an ihn rankam und ihn nichts erreichte, was ich sagte.
Nun, genau heute vor einer Woche hat es sich bestätigt.
Ich hab ihn echt oft gefragt, ist das vielleicht schon jemand...Ihm gesagt, er könne es mir mitteilen, es würde mir sogar helfen bezgl. der Hoffnung. Und dass es mich mehr verletzen würde, wenn er mich anlügt.
Er hat mich dabei sogar mal angeblafft, es würde nun reichen, dass ich ihm da was unterstelle, was er gar nicht machen würde etc...
Selbst meine Freundinnen meinten, ich rede mir da nur was ein.
Aber ich hab weiter auf mein Bauchgefühl gehört und dann den Beweis gehabt. Nun konnte er nicht mehr lügen.
Es folgte ein über 12h langes Gespräch in dem die Emotionen sehr hochkochten. Er wollte seine Sachen packen und zu seinem Vater gehen...
Letztendlich haben wir uns wieder beruhigt und ziehen den Plan, dass wir gemeinsam aus dieser Wohnung gehen, sobald eine neue für mich und unsere Tochter vorhanden ist, weiter durch. Aus organisatorischen und vorallem auch finanziellen Gründen.
Klar, ein Funke von "dann kann er sie auch nicht so oft sehen" spielt da sicher auch ein wenig eine Rolle... Würde lügen, wenn ich mir das nicht eingestehe.
Das blöde ist, dass ich mich dauernd frage, vielleicht wäre es sogar besser, wenn er bei seinem Vater o.ä ist, mehr Zeit mit ihr verbringt und vielleicht eher merkt, das ist doch nicht das gelbe vom Ei... Aber das Gegenteil ist eben auch möglich...
Hierzu muss ich sagen...Ja, ich habe nach wie vor die Hoffnung, dass wir irgendwann wieder zusammen finden... Diese Hoffnung werde ich auch sicher noch sehr lange haben... Aber sie ist nicht mehr mein Lebensmittelpunkt. Zumindest versuche ich, sie immer weiter von mir zu schieben. Noch gelingt mir das nicht immer und nicht besonders gut...
Ich knabbere auch sehr an dem Vertrauensverlust. Uns beiden ist es wahnsinnig wichtig, dass wir uns gut verstehen und wollen den anderen auch zukünftig nicht komplett aus unseren Leben streichen. Dafür sind wir uns auch nach wie vor zu wichtig...
Die Tatsache, dass da nun jemand anderes ist war zwar ein Schlag ins Gesicht, aber lange nicht so hart wie die Anlügerei...
Es tut ihm zwar sehr leid und bereut es, aber rückgängig kann man es nicht mehr machen.
Zu der anderen:
Er kennt sie schon einige Jahre von seinem Nebenjob und seit August ist sie auch in der selben Firma, wo er Vollzeit arbeitet. Dadurch kam der engere Kontakt zustanden, irgendwann private Gespräche und das ganze hat seinen Lauf genommen. Fest zusammen sind beide erst 3-4 Wochen nun. Vor und direkt nach der Trennung hat er keinesfalls an was neues gedacht, aber das hat sich dann eben ergeben, weil sie ihm ihre Gefühle eröffnet hat.
Ob ich das glauben kann oder soll, lass ich mal offen. Eigentlich hat er nun ja keinen Grund mehr, weiter zu lügen. Und eigentlich spielt es letztendlich auch keine Rolle mehr.
Nunja, aktuell ist das in meinen Augen allerdings keine Beziehung. Sie sehen sich auf der Arbeit, evtl in der kurzen Mittagspause, und kurz nach der Arbeit, falls er zeitgleich Feierabend machen kann. Nach der Arbeit kommt er heim zu Frau und Tochter und lebt das "Familienleben". (Einkaufen, gemeinsam essen, alles was eben so ansteht)
Ich würde sowas niemals eingehen, wenn ich jemals einen Mann kennenlernen sollte, der sich in der Situation meines Mannes befinden sollte. Es würde mich quälen, ihn jeden Tag bei Frau und Kind zu wissen und das noch auf unbestimmte Dauer.
Unternehmungen sind für beide nicht möglich. Auch am Wochenende ist er zuhause, ausser wenn er eben Abends im Nebenjob arbeitet und da sehen sie sich zwar, aber bleibt keine Luft für große Gespräche o.ä.
Einfach freinehmen und mir vorspielen, er ginge arbeiten geht nicht...Das würde ich sofort bei der Abrechnung sehen...
Zumal ich ihm gesagt habe, nun keine Lügen mehr, sondern offen und ehrlich. Ansonsten bekommt er den Rosenkrieg, den er nie haben wollte!
Denn irgendwann geh auch ich K.O und kann keine weiteren Tiefschläge mehr einstecken!
Meine Freunde ziehen alle den Hut vor mir... Wie ich so "gefasst" bleiben könnte und nach wie vor möchte, dass wir friedlich auseinander gehen... Dass ich noch an dem Mensch festhalte, der mir unabhängig von der Ehe, so wahnsinnig viel bedeutet und immer bedeuten wird...
Wundere mich über mich selbst, muss ich ehrlich sagen.
Auch mein Mann ist seit Tag 1 der Trennung überrascht über mich und mein Verhalten. Er hätte mich komplett anderst eingeschätzt und hatte ein völlig falsches Bild von mir.
Was mir sehr zu schaffen macht ist, dass er vor paar Tagen meinte, er wusste nicht, dass ich die ganzen Probleme/Schwierigkeiten der letzten Jahre genauso sehe und mir dessen bewusst bin! Er dachte, für mich ist das alles ok so, bin zwar nicht glücklich, aber sehe die Fehler nicht so wie er....
Klar, das hätten wir nur durch reden feststellen können. Aber nun ist es zu spät. Man kann nicht mehr zurück...Er möchte so eine Beziehung auch nicht mehr. (Seine Worte)
Ich entgegnete, es ist nie zu spät und man kann immer zurück. Hab mich dann aber revidiert und meinte, nicht zurück, das möchte ich auch nicht und so eine Beziehung auch nicht mehr, wie sie zuletzt gewesen ist. Aber man kann immer von vorne beginnen...
Laut ihm war das Gefühl, nicht mehr Mann zu sein und nur noch Fußabtreter, der Ausschlag zur Trennung für ihn.
Das hat mich auch sehr getroffen. Dass er sich nur noch so sieht, wusste ich ja nicht und tut mir wahnsinnig leid. Habe da auch viel drüber nachgedacht und sehe, wie es dazu kam...
Dieses Gefühl gibt ihm aktuell die Neue und deswegen kam auch alles, wie es nun gekommen ist...
Die Neue ist übrigends das genaue Gegenteil von mir (optisch, da leicht dunkelhäutig worauf er sonst eigentlich absolut überhaupt nicht stand). Aber das ist ja anscheinend öfter so...
Für mich kommt es vor wie eine Flucht. Da ist jemand, die gibt ihm ein gutes Gefühl und er stürzt sich direkt drauf... Er kann eigentlich gut alleine sein, aber ist ja doch was anderes, mal eine Woche ohne Frau und Kind oder ab nun muss er sein komplettes Leben mit allem drum und dran alleine meistern. Es wird keine sehr große Rolle für diese " Flucht" sein, aber ich glaube ein klitze kleines bisschen schon...
Ich bin gespannt, wie sich das nun die nächsten Wochen entwickelt... Denn es ist noch nicht absehbar, wie lange wir hier gemeinsam in der Wohnung sein werden... Das kann noch 3 Monate sein, aber auch 6....Ich glaube, von ihr wird da schon irgendwann Druck kommen... Aber wer weiß, wie sie tickt und ob sie das selbst überhaupt wirklich ernst meint...
Kann mich auch komplett täuschen und er hat da nun das Glück seines Lebens gefunden (

Sorry) Aber daran glauben kann ich unter all diesen Vorraussetzungen und Aspekten nicht...
Gefühlt ist das für mich eine Rebound-Beziehung... Aber naja, wird sich irgendwann zeigen...
Hab nun die eine Woche gebraucht, um etwas runter zu kommen, hab viel geweint und war sehr verzweifelt (ihm gegenüber weniger).
Was meine Freunde über meine Stärke gesagt haben, hat mich allerdings sehr berührt. Meine Freundin meinte, ich kann zurecht stolz auf mich sein und mir jeden Tag auf die Schulter klopfen. Naja, dass man das selbst nie so sieht, kann man sich vorstellen.
Aber ich denke nun, soll er tun, was er für richtig hält. Ich kann es eh nicht ändern. Ziehe weiter mein Ding nun endlich durch, möchte meine gesetzen Ziele erreichen, die beste Version meiner selbst werden und Schritt für Schritt einen Plan für mein neues Leben sehen können... Denn noch ist alles ganz weit weg und nur theoretisch und macht mir auch viel Angst...
Vielleicht erkennt er mit der Zeit, wie sehr er sich wirklich getäuscht hat und dass ich mit allem Recht hatte...Und sieht nicht mehr nur das negative, was gewesen ist, sondern das, was ich im Laufe der Zeit wirklich (wieder) geworden bin...
Durch die letzten Gespräche hat sich gezeigt, dass er nämlich tatsächlich nur noch das negative gesehen hat, das positive hat er erst durch unsere letzten Gespräche wieder richtig wahrgenommen bzw realisiert.
Vielleicht gibt es irgendwann wieder einen gemeinsamen Weg... Vielleicht aber auch nicht.
Das ist etwas, was ich nicht in der Hand habe und ich möchte mich nun auf Dinge konzentrieren, die ich in der Hand habe!
Ich liebe ihn...Nach wie vor bzw eigentlich sogar mehr als je zuvor (oder es ist mir durch die Trennung erst wieder wirklich bewusst geworden)... Wünsche ihm nichts schlechtes, im Gegenteil... Aber mit einem lachenden und einen weinendem Auge...
Es tat gut, alles nochmal aufzuschreiben...
Bis sicher bald mal....