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These Selbstfindung durch Coronavirus

whilrwind

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Liebe Foren Gemeinde,

ich stelle mal folgende These in den Raum und bin auf Eure Antworten gespannt. Bitte bleibt sachlich und höflich.
Falls diese These in dem anderen Corona Thread bereits behandelt wurde, dann bitte ich um Entschuldigung, ich hab den Thread nicht komplett verfolgt.

These: Die Einschränkungen des Soziallebens wegen der Corona Pandemie bietet die einzigartige Möglichkeit wieder zu sich selbst zu finden.

Ich bitte um Eure Kritiken, Antithesen, Verbesserungen der Formulierung oder Diskussionen.

Bin gespannt

18.03.2020 22:09 • x 12 #1


Fullspeed


Die Welt steht still und wir bekommen pl√∂tzlich die Gelegenheit, unser Leben zu √ľberdenken, neue Seiten an einem selber zu entdecken, schwere Entscheidungen zu treffen und sich mit √Ąngsten auseinanderzusetzen...
Plötzlich werden Dinge wichtig, die wir lange genug als Selbstverständlichkeit angesehen haben:
Wir vermissen körperliche Nähe zu Menschen, soziale Kontakte, das Privileg sich frei zu bewegen, das Reisen, das unbeschwerte Leben, finanzielle Sicherheit und die Normalität...
Hat es einen Grund warum alles auf den Kopf gestellt wird? Ist es ein Hilfeschrei der Natur, welche eine Pause von uns braucht? Haben wir den Wert des Lebens verloren? Muss einfach wieder einmal daran erinnert werden, was f√ľr eine Bedeutung unser Leben hat?
In dieser Ausnahmesituation lernen wir uns n√§her kennen und haben die Gelegenheit, ein St√ľckchen "besser" zu werden, Priorit√§ten anders zu setzen, unseren Mitmenschen mit R√ľcksicht und Liebe zu begegnen.

18.03.2020 22:18 • x 11 #2



These Selbstfindung durch Coronavirus

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Mira_

Mira_


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Zitat von whilrwind:
These: Die Einschränkungen des Soziallebens wegen der Corona Pandemie bietet die einzigartige Möglichkeit wieder zu sich selbst zu finden.

Inwiefern bietet es dieses Möglichkeit?

18.03.2020 22:19 • x 1 #3


Raida

Raida


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Ich finde die Idee gut.
Bezweifle aber ein wenig, dass Menschen, die nicht schon vorher auf dem Zug waren, aufspringen.

19.03.2020 02:00 • #4


whilrwind


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Genau das Video hat mich zu dieser These inspiriert. Wie klein die YT Welt doch ist

Zitat von Raida:
Bezweifle aber ein wenig, dass Menschen, die nicht schon vorher auf dem Zug waren, aufspringen.

Es ist an denjenigen, die eine Taschenlampe haben, denjenigen die im Dunkeln sitzen, den Weg zu leuchten.

Zitat von Mira_:
Inwiefern bietet es dieses Möglichkeit?

Vieles hat Fullspeed schon geschrieben, dessen Beitrag ich sehr gut finde.
Man hat die M√∂glichkeit in sich zu gehen, seine Sorgen, N√∂te oder Hilflosigkeit in sich zu erkennen, seine √Ąngste zu identifizieren und sich ihnen stellen.

19.03.2020 09:02 • #5


Flocke_


https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/

Schöne neue (post Corona) Welt.

Lässt hoffen!

19.03.2020 09:07 • x 2 #6


Raida

Raida


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"Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung f√ľhrten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre f√ľhrten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikan√§len pl√∂tzlich zu einem Halt kam."

Wir m√ľssen aufh√∂ren hier zu schreiben

19.03.2020 09:30 • x 3 #7


Tuvalu123


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Zitat von Raida:
"Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung f√ľhrten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre f√ľhrten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikan√§len pl√∂tzlich zu einem Halt kam."

Wir m√ľssen aufh√∂ren hier zu schreiben

Gilt vornehmlich f√ľr den Corona-Thread

19.03.2020 12:04 • x 1 #8


Raida

Raida


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Zitat von Tuvalu123:
Gilt vornehmlich f√ľr den Corona-Thread


"den"?

Hier?

19.03.2020 12:06 • #9


Tuvalu123


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Zitat von Raida:

"den"?

Hier?

Der Hauptthread in dem seit Tagen debattiert wird.

Ich finde es gut, dass der TE das hier angesto√üen hat, philosophisch bzw. auf einer anderen Ebene als die Angstebene zu besprechen. Daf√ľr ist in dem anderen Thread kein Platz.

19.03.2020 12:07 • x 7 #10


Raida

Raida


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Zitat von Tuvalu123:
Der Hauptthread in dem seit Tagen debattiert wird.


Der macht wenig Sinn.
Vor allem die Zahlen beigetrei.

Ich werde am Nachmittag Mal auf den Berg kraxeln.
Hoffe der Blickwinkelwechsel hilft.
Zuoberst, mit dem Blick von oben = √úberblick

Der Humor hilft mir im Moment nicht weiter.

19.03.2020 12:16 • #11


SandraKincaid


Hallo in die Runde,
vielen Dank - das sehe ich genau so. Ich bin Coach und arbeite mit Ver√§nderungsprozessen und ich denke auch dies kann eine wundervolle Zeit sein um sich zur√ľckzuziehen in sein Innerstes und zu reflektieren. Die Welt und vor allem die Natur und Tiere brauchen eine Verschnaufpause. Wohin wollen wir als Menschheit gehen? Wohin will jeder einzelne gehen? Welchen Beitrag kann ich leisten, dass unsere Erde f√ľr jeden lebenswert ist? Bin ich wirklich in meinem Leben gl√ľcklich? Es gibt so viele Fragen, die man sich stellen kann... jeder einzelne f√ľr sich!
Ich hoffe, dass wir alle gest√§rkt aus dieser Krise herausgehen und unsere Welt danach weniger narzisstisch ist, wo andere Werte, die verloren schienen wie Empathie und Mitgef√ľhl etc. wieder wichtiger werden...

19.03.2020 12:32 • x 8 #12


NichtLustig

NichtLustig


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Zitat von Fullspeed:
Ist es ein Hilfeschrei der Natur, welche eine Pause von uns braucht?

Absolut. Ob Sinnfluten, Pandemien oder andere Naturkatastrophen, Big Mama hat sich in regelmäßigen Abständen von uns Urlaub genommen. Das wird sie auch in Zukunft weiter tun. Was allerdings bedeutet, dass wir immer noch da sein werden, um uns zu bekämpfen.
M√∂glicherweise gehen nun die Menschen mehr in sich, √ľberdenken ihre Rolle im gro√üen Gef√ľge und positionieren sich neu, ganz ohne den moralinsauren Blick einer au√üer Rand und Band geratenen 17J√§hrigen mit Z√∂pfen.
Vielleicht fangen wieder an, selbstst√§ndig zu denken. ...Allerdings glaube ich das nicht wirklich. Big Mama hat uns schon so viele Warnsch√ľsse vor den Bug gegeben. Den Schuss haben wir noch nie geh√∂rt. Da lernen eher Schweine fliegen!
Diese Hassliebe zwischen ihr und uns ist ja nicht neu.

Zitat von whilrwind:
Es ist an denjenigen, die eine Taschenlampe haben, denjenigen die im Dunkeln sitzen, den Weg zu leuchten.

Bei den G√∂ttern, jeder erwachsene Mensch muss in der Lage sein, selbst seinen Weg aus der Dunkelheit zu finden. Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Das ist doch das gro√üe Problem unserer Zeit, dass wir uns wirklich jeden Shiet vor denken lassen. Wir trauen uns doch schon gar nicht mehr, unliebsame Wahrheiten auf den Tisch z7u bringen, weil wir f√ľrchten m√ľssen, von einer gleichgeschalteten Meute in der Luft zerrissen zu werden, die es nicht ertragen k√∂nnte, die eigenen grauen Zellen zu benutzen, statt die der anderen! Ein Leben in der Filterblase. Sicher wie in Mutters Scho√ü, leider auch mit recht beschr√§nkten M√∂glichkeiten!

Zitat von whilrwind:
Genau das Video hat mich zu dieser These inspiriert.

Es gab ein Video? War wohl nicht in meiner Filterblase. So, 2 Minuten geschafft. Der Typ sieht aus, wie mein ehemaliger Deutschlehrer. Den konnte man in der Pfeife rauchen.


Zitat von Mira_:
Inwiefern bietet es dieses Möglichkeit?

Weniger eine Möglichkeit, als mehr eine Notwendigkeit.
Heute musste ich wieder ein Online-Seminar geben. Ich weiß nicht, nach wie vielen Jahren das mein erstes war. Ich war dementsprechend nervös. Wirklich, ich tauge nicht zur Dozentin. Weder digital, noch analog.
Nun musste ich zu allem √úberfluss recht kurzfristig planen, die Technik wurde mir auch nicht bereitgestellt, wie eigentlich zugesagt, ich stolper bei jedem Schritt √ľber meine technische Improvisation.
Gestern hat sie noch funktioniert, heute ist nat√ľrlich die Kamera ausgefallen. Wenigstens Whiteboard und Ton konnte ich zeigen, so wie meinen Desktop spiegeln. Dabei sind allerdings auch Mangabildchen in der Fotobearbeitung aufgetaucht, die da nicht hingeh√∂rten. Ich kann das erkl√§ren, echt, w√ľrde hier nur zu lange dauern.
So souverän und todesverachtend, wie ich mich immer gebe, so hätte ich mich doch am liebsten verkrochen. Irgendwo, wo mich NIIIEE wieder jemand findet.
Ich habe den Wahnsinn trotzdem bis zum Ende durchgezogen. Und dabei gezittert, wie Espenlaub. Da war ich froh, dass die Kamera ausgefallen war. Später war ich nur noch auf Autopilot.
Ich glaube, ich habe noch nie soviel Lob f√ľr ein Seminar bekommen, wie heute. Sogar von meinem Auftragsgeber.

Danach hatte ich mehr Adrenalin im Blut, als ein tollw√ľtiger K√∂ter. Das musste irgendwo hin. Bl√∂d nur, dass alles, was Abhilfe schaffen k√∂nnte, geschlossen ist. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr wieder regelm√§√üig ein Fitness-Center zu besuchen. Ich kann ja nix daf√ľr, dass Corona mich ausbremst.
Deswegen habe ich jetzt eine Stunde auf diesem H√∂llen-Hamsterrad von Heimtrainer verbracht und danach noch 20 Minuten Vibromatte. Nach einem YT-Tutorial. Diese Schmerzen! Diese UNFASSBAREN Schmerzen! Ich werde die n√§chsten 3 Tage nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen k√∂nnen. Ich glaube, das ist noch funktionst√ľchtig.
Hinzu kommt noch die Nervosit√§t, ob es nun in meinem Umfeld 2 Corona-F√§lle gab und ich endg√ľltig in Quarant√§ne muss.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich schon lange nicht mehr so lebendig gef√ľhlt habe. Okay, es mag Panik sein, aber sie f√ľhlt sich gut an.
Und ehrlich, wenn ich wieder nur darauf gewartet hätte, dass mich jemand zwangsweise in einen Fitness-Club schleppt, wäre es doch nie was geworden.
Zitat von Raida:
Der Humor hilft mir im Moment nicht weiter.

Um mir den abzugew√∂hnen, m√ľsste man mich schon erschie√üen!
Ehrlich, man sollte die Corona-Krise nutzen, um endlich seinen Schneid wieder zu finden. Nur das zu denken und zu empfinden, was man nun mal denkt und empfindet, nicht was uns die gesellschaftliche Konsens vorgibt. Wer hätte gedacht, dass Corona soviel Spaß macht?
Shietstorm incoming....

Zitat von SandraKincaid:
Empathie und Mitgef√ľhl etc. wieder wichtiger werden...

√Ąhm, klar. Das auch. F√ľrs Protokoll- NichtLustig will auch das mit Empathie und so.

19.03.2020 13:23 • x 11 #13


Tuvalu123


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@NichtLustig
Ich lese Dich ganz gerne. Du schreibst meist provokanter, aber durchaus erfrischend. Und Humor ist auch f√ľr mich eine √úberlebensstrategie.

19.03.2020 13:41 • x 1 #14


Angi2


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Zitat von whilrwind:
These: Die Einschränkungen des Soziallebens wegen der Corona Pandemie bietet die einzigartige Möglichkeit wieder zu sich selbst zu finden.

Dann finde ich t√§glich zu mir selber...ich brauche Corona nicht, um alleine gl√ľcklich zu sein, um mich zu hause alleine wohlzuf√ľhlen....
Mir gehen nie die Ideen aus, mir mein Leben schön zu gestalten...

Ich habe nat√ľrlich auch Kontakte, aber ich brauche diese Kontakte nicht zwingend, bin auf Kontakte nicht angewiesen....ich vermisse niemanden.
Nat√ľrlich war ich auch mal verheiratet, ich habe einen Sohn, und ich hatte Familie....es war eine anstrengende Zeit, deswegen genie√üe ich meine Freiheit nun um so mehr.

Wie gesagt, Corona ver√§ndert mein Leben nicht.....au√üer, dass nun eine gewisse Angst/Unruhe st√§ndiger Gast bei mir ist. Ich w√ľnsche mir, dass er geht, leider liegt das nicht in meiner Hand.

19.03.2020 13:56 • x 1 #15



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