Gerade kürzlich gelesen in einem Buch ... es dauert angeblich drei Jahre nach dem Auffliegen eines solchen Betrugs, um die Ehe/Beziehung wieder zu reparieren. Es dauert auch im Schnitt drei Jahre, um sich aus einer Langzeitbeziehung endgültig zu lösen (lustig, war bei mir in meiner Ehe von 16 Jahren tatsächlich auch so - mir war 2012 klargeworden, dass die Ehe für mich "zu Ende" ist, es hat dann dennoch bis 2015 gedauert, bis ich das auch klar und deutlich ausgesprochen hatte und ohne selbst noch an meiner Entscheidung zu zweifeln, da war ich dann zu dem Zeitpunkt aber auch wirklich "durch").
Zufall? Nö, eigentlich ganz "logisch" ... eine Beziehungsanbahnung dauert 18-24 Monate. So lange braucht man, um Sicherheit, Komfort und Vertrauen aufzubauen. Und im Falle eines Betrugs hat man quasi eine neue Beziehungsanbahnung, man fängt aber halt nicht bei Null an, sondern bei minus irgendwas, denn nun weiß man ja schon, dass das Vertrauen nicht wirklich verdient ist/war und muss erstmal schauen, wie sich das in Zukunft entwickelt. Ein neuer Partner bekommt ja immer erstmal einen Vertrauensvorschuss, im Betrugsfall ist der Vorschuss natürlich dann negativ
Und um sich aus einer langjährigen Beziehung zu lösen, muss man wahrscheinlich einen ähnlichen Prozess durchlaufen, nur halt umgekehrt.
Den kann man aber womöglich gar nicht durchlaufen, habe ich mir überlegt, wenn man nebenbei schon eine neue Beziehung anbahnt (im Sinne einer Affäre). Weil man dadurch ja nur vor den eigentlichen Konflikten flüchtet, um sich eben NICHT damit auseinandersetzen zu müssen. Und dann dreht man sich im Kreis, weil man die eine Beziehung nicht beendet bekommt, und die neue natürlich auf Basis einer Affäre gar nicht anbahnen kann. Menschen, die sich relativ schnell trennen, wenn sie eine/n Neue/n kennengelernt haben, haben die drei Jahre der Lösungsphase dann wahrscheinlich schon hinter sich und nur auf eine "Gelegenheit" oder einen endgültigen Auslöser gewartet, den Absprung letztlich dann auch zu wagen.
Was ich damit sagen will - wenn man als Affäre zur "richtigen Zeit" vor Ort ist, kann man halt "Glück" haben (ob das am Ende dann wirklich Glück ist, lasse ich mal dahingestellt

, wenn das Objekt der Begierde sich bereits seit Jahren von seiner Partnerin emotional gelöst hat. Wenn man zur falschen Zeit vor Ort ist, hat man so oder so Pech. Es sei denn, man ist sehr geduldig, beendet die Affäre und wartet drei Jahre lang darauf, dass der Ex-AM seine Beziehung doch endgültig beendet und steht dann mit offenen Armen bereit.
Du kannst also jetzt drei Jahre auf ihn warten

- nee, natürlich nicht

! Aber vielleicht hilft Dir das ein wenig beim Einordnen dessen, was Du nun wirklich für ihn warst?!
Es liegt ja nicht an Dir, dass er sich nicht getrennt und sich für seine Frau entschieden hat. Es geht nicht darum, ob sie die bessere Frau ist, ob er sie mehr liebt als Dich, ob er Dich überhaupt geliebt hat oder doch nur benutzt und so weiter. Das alles spielt eine geringere Rolle.
Aber mehrere Jahre Beziehung "kleben" natürlich viel viel fester als ein paar gemeinsame schöne Momente

und um diesen Kleber zu lösen, dauert es halt seine Zeit. Da kann dann auch die Traumfrau daherkommen - das macht es am Ende nur schwieriger, denke ich - aber wenn es der falsche Zeitpunkt war, war es eben der falsche Zeitpunkt. Da beißt die Maus keinen Faden ab ... und das passiert einem ja auch, wenn man eine neue Beziehung anbahnt. Weil einer von beiden vielleicht emotional noch gar nicht frei ist nach einer kürzlichen Trennung oder so. Da kann es dann auch der/die Richtige sein, aber man merkt, dass es halt einfach noch nicht "geht". Das ist dann eben leider so.