Zitat von bazinga:dass die AM tun, was sie tun, weil sie es können, ist ja nur die eine hälfte.
die andere ist nämlich die AF selbst. hier müssen sich weitere, schmerzhafte fragen an sich selbst gestellt werden.
warum habe ich das mit mir machen lassen ?
warum habe ich nicht auf mein bauchgefühl gehört ?
warum habe ich mich mit brosamen zufrieden gegeben ?
warum habe ich immer gehofft und gehofft, anstatt dem ganzen irrsinn ein ende zu bereiten ?
warum habe ich seinen offensichtlichen lügen geglaubt ?
@kuddel : doch, deshalb bin ich ja hier, um Hilfe und Austausch zu finden. Kein Metathemen-Philosophiere. bringt mich nicht voran. Also Frage-Antwort-Spiel (und ja, es ist zum Übelwerden):
warum habe ich das mit mir machen lassen ?- weil sich das Gute in dieser Beziehung besser angefühlt hat als alles Gute in den Beziehungen/ der Ehe davor. Kein Mensch vorher hat es geschafft, dass ich mich emotional so vollständig auf ihn eingelassen habe, mich körperlich so vollkommen fallen gelassen habe, alle meine Sinne so vollkommen einverstanden waren. Ich bin weiterhin überzeugt davon, dass mein AM biochemisch gesehen mein Traumpartner ist. Das erlebt zu haben erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit. Nicht jedem ist dieses Erlebnis vergönnt.
warum habe ich nicht auf mein bauchgefühl gehört ?Das ist eine hier schon oft gelesene Begründung, die ich für mich auch so akzeptieren muss: weil mein Bauchgefühl beschädigt war. Ich hatte mich ein halbes Jahr vorher von meinem EM getrennt, nach 18 Jahren super Team. Weil er mich über Jahre mit bezahlten Damen betrogen hat. Appetit auf frisches. statt Affäre sozusagen. Ich war noch immer verletzlich, unsicher und natürlich schwerstens in meinem empfundenen Selbstwert angegriffen. Saubere Beute für einen AM. Ich habe noch Monate gebraucht, meinem Bauch wieder zu vertrauen, im Prinzip hat der AM durch das Auffliegen dafür gesorgt, dass mein Vertrauen darin schlagartig zurück war!
warum habe ich mich mit brosamen zufrieden gegeben ? Siehe 1., es hat ja nicht an Beschwerden meinerseits gefehlt, allerdings hatte ich den AM eine ganze Zeitlang allein am Anfang. Deshalb habe ich es ja auch nicht gemerkt, sondern nach und nach erst vermutet, dass da was nicht stimmt. Seine LP hatte in der Woche unseres Kennenlernens ( über Tinder übrigens!) eine plastische OP gegen ihre dicken Beine, die suboptimal verlief. Sie war lange im KH und dann noch zur Reha, wie sie mir ein Jahr später erschüttert erzählte. Und ab unseren Telefonaten gab es einen weiteren Grund zur Hoffnung: sie erzählte mir ja auch, dass seit langem nix intimes mehr lief, sie aber soooo gute Kumpel wären, sie ihm nun aber nie, nie, nie wieder vertrauen könne ( hielt eine Woche, dann hat sie ihn auf Dienstreise nach Asien mitgenommen. Kontrolle ist besser. )
warum habe ich immer gehofft und gehofft, anstatt dem ganzen irrsinn ein ende zu bereiten ?Weil auch mein AM ein begnadeter Manipulator und Rhethoriker ist. Zog ich mich einen Schritt zurück, kam er zwei hinter mir her. Und wieder siehe 1., kaum war er da, ging es mir supermegaklasse! Selbst meine ihm ansonsten herzlichst abgeneigte Mutter äußerte mal zähneknirschend, dass dieser Mann mir gut tut, man merke es sogar beim Telefonieren. Trotz des Schmerzes habe ich 2 Jahre nur gestrahlt, fühlte mich großartig. Ich habe dem AM mehrere neue Hobbies zu verdanken, auf die ich ohne ihn nie gekommen wäre, wir haben wunderbare Sachen zusammen unternommen ( für die er sich tatsächlich bei seiner LG das Geld geborgt hat!) und jede Stunde genossen. Manchmal war ich auch gar nicht böse, denn die intensiven Tage waren oft anstrengend.
warum habe ich seinen offensichtlichen lügen geglaubt ? Habe ich ab Monat 7 ja nicht mehr. Besser noch: ich habe mir die unschlagbare Strategie gebastelt, dass mich seine Märchen ja nicht berühren. Damit meine ich jetzt nicht die Lügen über unsere Zukunft, sondern die Hochstaplergeschichten. Betrifft mich nicht, ist mir egal, wenn ers braucht. sowas wie Selbsthypnose
Die haarsträubenden Lügen zu Aktivitäten ohne mich, Urlaub mit der LP usw. habe ich abgebrettert, indem ich ihm mantraartig immer wieder gesagt habe, dass ich doch nun weiß, dass er sie hat und er solle damit aufhören. Taten statt Worte. Ganz AM-artig hat er dann immer kleine Schritte in Richtung unserer gemeinsamen Zukunft unternommen, die mich beruhigt haben. Sich z.B. eine eigene Wohnung ausgebaut, wochenlang. Irgendwie wurde die aber nie fertig, ich fand sie aber fertig. ganz plötzlich war die Wohnung aber zu einem HAMMERpreis untervermietet, das Geschäft des Jahres. so als Beispiel.
Und zu guter Letzt, kuddel: ich gebe zu, dass seit einigen Wochen auch mein Ego mitgemischt hat. Ich habe irgendwann diesen Winter begriffen, dass die Beziehung bei meinem inzwischen völlig fehlenden Respekt vor ihm, bei meiner Überzeugung, dass er nur lügt, mit allem, bestimmt keine Liebe mehr ist. Es ging wohl zuletzt auch darum, dass ich ungern als Verlierer vom Platz gehe. Fühlt sich eben sch. an. Das ist im Moment auch noch ein Problemfall in mir: ich gönne ihn als Mann keiner anderen Frau. Ich, ich, ich.

Da muss ich mich jetzt sehr gründlich erden. Fühlt sich nämlich unsympathisch an
