Bazingas 5W:
Warum habe ich das mit mir machen lassen?Am Anfang wartete ich auf den Tag X, wenn wir zusammenziehen könnten. Der Tag, an dem ich keinen Unterhalt vom Ex-EM mehr bekomme. Dann war er plötzlich lebensbedrohlich herzkrank und ich wartete den Ausgang der OP ab. Dann, als er gesund wurde und ich merkte, die versprochene Scheidung passiert nicht, stattdessen konsolidieren sie ihre Ehe, war er schon so ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, dass ich nicht gehen konnte. Zumal meine Ehe und Familie kaputt waren und ich finanziell kurz vor HarztIV stand. Mir fehlte die Kraft. Ich hatte Angst.
Warum habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört?Ich habe es gehört, die ganze Zeit. Aber ich hatte keine Beweise. Oft haben die Beweise auch gegen mein Bauchgefühl gesprochen. Aber ich habe sein Handy durchforstet und seine Tagebücher gelesen (sie waren durch Zufall auf meinem Laptop), und selbst da war zwar ab und zu von der EF zu lesen, aber eigentlich gings dort nur um mich. Dem glaubte ich, weil es Beweise waren. Mein Bauchgefühl war zu indirekt.
Warum habe ich mich mit Brosamen zufrieden gegeben? Weil ich glaubte, das wäre nur für den Übergang. Weil sie bis heute wie Anker sind; sie kommen zuverlässig über den Tag und die Nächte verteilt, so dass er immer da sich anfühlt, auch wenn er zuhause ist - und gleichzeitig kleistert er mich auf diese Weise an sich, weil er dafür sorgt, omnipräsent zu sein. Heute betrachte ich es als eine Art, Kontrolle und Macht über mich zu haben.
Warum habe ich immer gehofft und gehofft, anstatt dem ganzen Irrsinn ein ende zu bereiten?Weil es plausible Gründe gab vor der OP (Das waren drei Jahre, die Gründe lagen bei mir). Ich wollte auch hoffen. Als es keine Hoffnung mehr gab, habe ich versucht, eine glückliche Geliebte zu sein. Blöderweise gab es in meiner Kindheit ein Vorbild in der Familie: eine exzentrische schöne Tante, Kunsthändlerin, 30 Jahre Geliebte eines Mannes, der sie nach dem Tod seiner Frau heiratete. Ich dachte irgendwie, nach meiner desaströsen Ehe, ich könnte auch so eine coole, unabhängige Geliebte sein. Die aber leider nachts verlassen heulend auf dem Sofa lag. Nicht so cool. Und jetzt: Ich bin seit einem Jahr am Verabschieden. Ich schaffe nur den Absprung nicht. Da sind all die täglichen Gewohnheiten (er arbeitet nicht, seine Frau ist dauernd fort, wir haben viel Zeit zusammen), der 6, die Reisen, die Pläne, die Vertrautheit. acht Jahre. Da bindet viel.
Warum habe ich seinen offensichtlichen Lügen geglaubt? Ich hab sie nie geglaubt. Ich weiß, dass er seine Frau liebt und mich auch, aber anders. Das ist ja das Problem: Ich verstehe ihn. Ich weiß, dass ich das Salz in seiner Suppe bin und dass seine Loyalität IHR gilt, und ich finde das nach mehr als 30 Jahren Ehe auch legitim. Ich verstehe, warum er weder sie noch seine Umstände verlassen kann noch wird; er ist gefangen in seinem System aus Liebe und Schuld und Abhängigkeit. Aber ich bin Teil dessen geworden, Teil DEREN System, und das will ich nicht mehr.

Ich will da raus.