Zitat von missi54:@Kaetzchen
Das mit dem Auffliegen ist auch der Supergau! Denn jetzt hast du mindestens 3 (plus Kinder), die durch die Hoelle gehen.
Kinder gibt's in meinem Fall keine, nicht mal eine Ehe ... und er ist schon vor mir aufgeflogen und weiß, dass ein erneutes Auffliegen das endgültige Ende seiner Beziehung bedeutet, das wurde ihm unmissverständlich klargemacht. Und hat damit gedroht, dass ich ihn dann "nehmen" müsste, das will ich aber halt gar nicht. Und als es brenzlig wurde, bin ich ja schnell ausgestiegen - vor allem deshalb, weil ich seiner Partnerin den Schmerz eines solchen Betruges ersparen wollte. Ich hätte mit dieser Schuld nicht leben können, zumal mir klar war, dass mein "Leiden" deutlich geringer ausgefallen ist als ihres im Fall einer Trennung mit Betrugskenntnis ausfallen würde. Schließlich kann man zwölf Monate Affäre mit wenigen intensiven Momenten, aber trotzdem viel Austausch deutlich leichter hinter sich lassen als zehn Jahre Beziehung mit Zusammenleben, Alltag und so weiter.
Es war ja bei uns keine tiefe "Liebe" im Spiel. Verliebtheit, ja. Auf meiner Seite und angeblich auch auf seiner. Eine starke Sympathie füreinander, ein Gleichklang, ein großes Verständnis, und eine sehr heftige Anziehung, die eben nicht nur körperlich war.
Es gab aber weder Trennungsversprechen von ihm noch Beziehungswünsche bei mir (er hat seinen allerdings am Ende klar geäußert, aber ich habe das abgewiesen, denn eine Beziehung ist für mich immer noch unvorstellbar mit ihm, unsere Lebensentwürfe passen halt leider null zusammen und ich halte uns absolut nicht für alltagstauglich), es gab keine großen Dramen, keine Liebesschwüre - wir sind beide immer sehr rational mit unseren Empfindungen füreinander umgegangen. Und vor allem sehr ehrlich.
Aber bevor das tiefer werden konnte, habe ich es beendet, weil ich wusste, dass es danach nur schwieriger und schmerzhafter werden würde. Und wie ich hier ja immer wieder lesen "darf", war das wohl auch ganz richtig, die Notbremse zu ziehen. So konnten wir uns ohne Groll und mit immer noch viel Zuneigung füreinander trennen. Es gab keine bösen Worte, keine Verletzungen, keine offensichtlichen Lügen. Hätten wir weitergemacht, wäre es mit Sicherheit genau dazu gekommen, wozu es bei den meisten anderen hier auch gekommen ist - zum Supergau eben. Und das wollte ich nicht - ich hatte zum Glück mich ja schon während der Affäre intensiv mit all dem auseinandergesetzt
Was bleibt, ist das nagende Gefühl, etwas "verpasst" zu haben. Mein Ex-AM hatte zum Abschied noch gesagt: "Ich denke den ganzen Tag nur einen blöden Reim - hätte, hätte, Fahrradkette."
Das hängt uns jetzt wohl beiden noch eine Weile nach, denn unter anderen Umständen, zu einer anderen Zeit - wer weiß. Das hat es für mich sehr schwer gemacht, loszulassen, weil man sich halt von seinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten verabschiedet und nicht von der grauen Realität. Und das war für mich eine neue Erfahrung, mit der ich aber jetzt, nach ein paar Wochen, gut klarkomme.
Ich würde weitermachen, wenn er das mit seiner Partnerin klärt und sie die Beziehung "öffnet", und er sich bezüglich seiner Gefühle für mich, die er angeblich hat, im Griff hat und das Ganze wieder auf das reduzieren kann, was wir mal hatten. Aber das bleibt ein frommer Wunsch, das wird nicht passieren
