Zitat von schlumpf2011:
Liebe Pinie,
Deine harten, aber ehrlichen Worte öffnen mir zum Teil immer wieder die Augen, wie dieser Mann tickt.
Moin Schlumpfi,
was dir wie _meine harten_ Worte erscheint, ist für mich nur die aneinandergereihte Aufzählung von _seinem Verhalten_, das _du dir hart_ hast antun lassen.
Wie gelingt es dir, die stumpfe Realität auszublenden, bzw. jemand anderem als "harte Worte" zu begreifen?
Zitat:Da von Liebe zu sprechen, die ich aber so sehr gespürt habe (da muss ich wohl sehr an meiner Wahrnehmung zweifeln), ist fast schon paradox.
Hm.
Paradoxien können einen Sinn ergeben.
Hier ist's m.M.n. anders.
Vielleicht klaffen deine und meine Vorstellungen von 'Liebe' weit auseinander?
Dass du bei einem Narzissi mit viel Gefühlsaufruhr "Du bist etwas ganz besonderes für mich", grossartige Versöhnungsszenen etc. pp. in den Himmel gehoben wirst, da sind wir hoffentlich d'accord?
Wirkt umso besser, je massiver du dann wieder fallen gelassen wirst wie eine heisse Kartoffel. Umso stärker gierst du danach, wieder in den Himmel gehoben zu werden.
Wenn du jemandem weiter die Kontrolle über dein Wohlbefinden überlässt, der Bestätigung braucht wie ein Fass ohne Boden, reflexartig Gemeinheiten raushaut und mehr oder weniger subtil mit Trennung droht und dich dann mal wieder kalt abstösst.
Ganz großes Gefühlskino. Das ist durchaus 'echt', die grosse Gefühlswelle. Bis zum nächsten Abschuss aus heiterem Himmel.
Bis auf das 'verheimlicht werden', was in jeder Affäre noch hinzu kommt. Dazu muss ein Göttergatte nicht mal ein so ausgewachsener Gestörter sein.
Für dich ist das "echte Liebe", für mich ein unselbständiger Abklatsch von Madame Bovary.
Ich bin mir besseres wert, als ein abhängiges Anhängsel von einem Narzissten und/oder Göttergatten zu mimen. Der kurze Ausflug in dieses Fach hat mich ganz schnell und nachhaltig davon kuriert.
Ich kenne auch keine Frau, bei der das je gut gegangen wäre. Bei dir war es so -erinnere ich mich recht?- dass du nach dem letzten Abschuss deines Affärenmannes nahezu lebensuntüchtig wurdest. Psychosomatiken von hier bis Bagdad. Schnell, schnell eine Familienaufstellung, schnell eine Therapeutin finden. Und dann die nächste.
Nix ging mehr.
Ständiges Gedankenkreisen um "ihn", den großen, den tollen, den gefühlsechten Göttergatten.
Also für mich wär das gesundheitlich auch schief gegangen.
Unter "Liebe" subsummiere ich u.a. Respekt und Wohlgesonnenheit. Zuverlässigkeit. Taten. Mininum ist offen zu mir stehen. Ohne Ausreden, niemals verhandelbar.
Aber du scheinst vielleicht grundsätzlich mit viel weniger zufrieden sein zu können ohne nochmals komplett zusammen brechen zu müssen, wer weiss das schon?
Dann würdest du dir mit deiner locker-leichten Definition von "Liebe" (alá Heute-so-morgen-so und bin ich eben immer ne halb abservierte Zweitfrau bis er mir wieder mit Anlauf eine verpasst) super gut fahren.
Den Teil des Ausblendens von schlichter Realität hast m.M.n. jedenfalls schon gut drauf.
Das waren jetzt "harte Worte".
Nicht, dass ich mir einbilde, sie würden dich erreichen.
Insgesamt fühle ich mich an Malena erinnert, die auch irgendwas an sich verbessern wollte "um seinetwillen".
Mit dem System von Zuschreibungen (ER bewirkt das Positive in meinem Leben, erst durch ihn spüre ich Motivation etwas voranzubringen), ist m.M.n. tiefes Unglücklichsein schon alleine zementiert. Dazu bräuchte es weder einen Narzissten noch ne Affäre.
Das ist so eine knalldependente Grundhaltung, hossa.
Wie sagen die Anonymen Al. immer:
In Liebe fallen lassen.
Ich hoffe doch sehr, ich täusche mich und du beziehst jetzt deinen wunderbaren Elan nicht darauf, dass er wieder irgend nen bulls.hit sendet.