Zitat von ElGatoRojo: O.k. - aber da ist dann eben auch der Gedanke, dass das Leben ohne dieses Problerm einfacher wäre und der weitere Gedanke: "Warum schildert jemand dieses sein Problem?" Doch wohl mit der Erwartung, dass man dabei etwas tun könnte.
Denn einfach so Probleme erzählen wird ja nicht als Unterhaltung empfunden, sondern eher als eine Art Belästigung.
Also wenn mein Partner es als Belästigung empfindet, wenn ich mich ihm öffne und davon erzähle, was mich bewegt und besorgt, dann ist das nicht der richtige Partner für mich. Umgekehrt empfinde ich es niemals als "Belästigung", über die Probleme meines Partners zu sprechen! So ist das Leben, es gibt nicht nur rosarot und heititei und Ponyhof, es gibt auch Frust, Leid und doofe Gefühle, und alle haben ihre Berechtigung.
Ich kann mich nur @Blind-Meg anschließen: Genau so lief sich die Beziehung zu meinem Exmann schleichend tot. Er hat sich mir nie geöffnet, nie, aber auch gar nie darüber gesprochen, was ihn bewegt. Und mich hat er mit meinen Gefühlen, Ängsten und Problemen tatsächlich nur als Belastung empfunden, als zu lösendes Problem. Nähe, Innigkeit, Vertrauen gingen komplett verloren.
Mein Rat an @Pepino2024: Ich habe auch manchmal mit (irrationalen) Verlustängsten zu kämpfen. Wenn sie kommen, ist der erste Schritt für mich immer, dass ich sie als solche erkenne und mich versuche, zunächst mal körperlich zu beruhigen (Atemübungen, Sport, Gedankenkreisen stoppen etc. - was immer Dir persönlich hilft).
Der nächste Schritt ist, mich mit ihren Ursachen auseinanderzusetzen. Diese liegen nicht in meinem Partner, sondern in der Vergangenheit. Teilweise in meiner Kindheit, aber auch in Erfahrungen mit anderen Partnern. Woher kenne ich dieses Gefühl? Wann ist es früher in meinem Leben aufgetreten. Das musst Du für Dich selbst herausfinden. Zugleich liegt darin auch die Chance, mit der Verlustangst umzugehen, sie nicht mehr so groß werden zu lassen. Ich persönlich gehe für mich worst-case-Szenarios durch und lege mir Strategien zurecht, wie ich diese überstehen könnte. Außerdem mache ich mir klar, dass ich derartige Szenarios auch in der Vergangenheit bereits überstanden habe. Das hilft mir sehr, die Angst nicht mehr so groß werden zu lassen. Bzw. tritt sie mittlerweile kaum noch auf.
Ich mache das also zunächst mit mir selbst aus. Aber, ein bis zwei Tage später oder bei nächster sich bietender Gelegenheit, wenn ich wieder ruhiger bin bzw. die Ängste weg sind, berichte ich auch meinem Partner davon. Beim ersten Mal habe ich direkt betont, dass diese Ängste nicht seine Schuld und nicht seine Verantwortung sind, sondern ganz allein meine. Und dass er letztlich auch gar nichts aktiv tun kann, um sie zu beenden (im Gegenteil, wenn ich mich abhängig von seinen Handlungen/seiner Bestätigung mache und ständig Rückversicherung brauche, wird das alles ja noch viel schlimmer). Sondern ich selbst an der Sache "dran" bin und versuche, sie für mich zu lösen. Gottseidank ist er sehr einfühlsam und verständnisvoll, hört sich das alles einfach an und unterstützt mich bei der Ursachenforschung.