Zitat von paulaner:Naja, du hast mich in deinen Antworten schon ziemlich abgebügelt. Aber . . . ist anscheinend dein "Stil" hier.
"Gebügelt" ist meinem Sprachgebrauch ein Synonym für "beep"... Du Süßer, Du.
Zitat:Das war ca. 10 Jahre nach ihrem Fremdgehen. Ich habe ihr das dann gesagt. Dass ich mich verliebt habe. Dass ich aber nichts von ihr will. Dass ich keinesfalls vorhabe da irgendwas anzufangen (BTW: Sie war deutlich jünger als ich. Also war da auch eine "Vernunftentscheidung" dabei. Das muss ich schon zugeben). Ich wollte eigentlich "durch die Blume" erreichen, dass wir uns wieder "fangen".
Les ich das jetzt falsch? Du wolltest, damit dass Du ihr erzählst, Du hättest Dich in eine Jüngere verliebt, aber nichts mit ihr anfängst, erreichen, dass ihr Euch wieder fangt?
Zitat:Ich selbst habe das tatsächlich als Weckruf empfunden oder eingeordnet.
Das ist aber ziemlich nach hinten losgegangen. Es war zeitweise fast das Ende unserer Ehe.
Warum?
Tja, da konnte man sehr schön sehen, wie verschieden Menschen eben sein können. Ich bin sicher, dass ich auf solch eine Nachricht komplett anders reagieren würde. Z.B. wenn sie mir damals ihre Verliebtheit gebeichtet hätte,
bevor es "in Medias res" ging.
Meine Frau neigt dazu gleichartige Sachen vollkommen unterschiedlich zu beurteilen, je nachdem, ob sie sie tut, oder ob sie jemand anderer (respektive ich) tut

Das ist so, damit muss ich leben, das kann ich wohl nicht mehr ändern.
Führt natürlich oft zu einer Schieflage...
Also hab ich offenbar doch richtig gelesen. Na ja, ohne dass jetzt disrespektierlich zu meinen, aber hat das nicht ein bisschen was von einer Oma, die allen von ihren Krampfadern erzählen muss? Warum behältst Du die Verliebtheit nicht für Dich? Als ich das gerade las, dachte ich sofort: Oh oh, das wird als eine Art "Drohung" aufgefasst werden. Denn natürlich wird Deine Frau das Fremdgehen nicht ausschließlich als toll empfunden haben (ansonsten hätte sie sehr wahrscheinlich eine Persönlichkeitsstörung im Sozialverhalten), demnach ist sie was das emotional angeht, auch irgendwann mal durch eine Hölle gewandert. Es ist nachgewiesen per Studie, dass Frauen negative Emotionen fast drei Mal so stark wahrnehmen wie Männer. Gut, kann nicht jeder wissen. Aber wenn sie sich selbst dafür schon durch die Hölle gestapft ist, kann natürlich so ein "Beichten" das absolute Gegenteil hervorrufen, nämlich eines, indem sie glaubt, Du wolltest Dich über sie stellen. So wie das sehr wahrscheinlich bei ihr ankommt, ist nämlich, dass Du ihr das indirekt vorhältst. War sicherlich nicht Deine Absicht, aber ich persönlich hätte diese Gedanken für mich behalten, v.a. wenn ich schon weiß, da läuft nichts bzw. meine Ratio hat sich dagegen entschieden.
Zitat:Unser Stand heute? Tja, schwierig bis festgefahren. Ich wollte nach einer wirklich langen Zeit endlich die "ganze Geschichte" hören. Das hatte sie mir damals, quasi als eine Bedingung für meine "Akzeptanz", versprochen.
Diese "Aufarbeitung" ist total in die Hose gegangen und hat uns irrsinnig weit voneinander entfernt. Da geht es eben um so Stichworte wie Ehrlichkeit, Offenheit, Verschweigen, Falschdarstellungen, Kleinreden, Abwehr, usw. Und irgendwann bleibt die Glaubwürdigkeit auf der Strecke. Und dann besteht irgendwann die gesamte gemeinsame Zeit nur noch aus Fragezeichen.
Ich denke aber, das führt hier in diesem Thread zu weit.
Ja, das führt vermutlich zu weit. Ich kann lediglich versuchen zu interpretieren. Aber ja, "Aufarbeitung" (vor allem 10 Jahre danach... hab ich da richtig gelesen?) ist auch echt ne schwierige Sache, denn es ist in keiner Weise "zeitnah". Und den Schmerz oder das Problem dann wieder "hochzukochen", kann natürlich beim Gegenüber zu einem kompletten Stillstand führen, gerade weil sie sich nicht nochmal in das emotionale Defizit begeben will.