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Tod einer ungeklärten Liebe

K
@VictoriaSiempre Auch dir vielen Dank für deine Antwort. <3

Zitat:
(Relativ) Offiziell ja, öffentlich nein. Quelle: Ich. Meine Freundin ist - aus Gründen, aber ohne aktuellen Suizidgedanken - grade Mitglied bei der DGHS geworden und ich habe in dem Zusammenhang einige Vollmachten übernommen, ich kenne also den Papierkram frisch aus erster Hand. Der wird bei anderen Organisationen nicht viel anders sein.

Das war tatsächlich ein Missverständnis, das auf meiner leider notwendigen Auslassung beruht, wo und wie ich ihn kennengelernt habe. Ich meinte tatsächlich einen professionellen/beruflichen Nachruf, keinen der mit der Organisation zusammenhängt, die ihm diesen Weg ermöglicht hat.

Grundsätzlich ist das aber gut zu wissen, dass du diese Erfahrung hast. Sobald der Chat für mich freigeschaltet wurde, hätte ich vielleicht die ein oder andere Frage, weil mich schon wundert, wie wenig es offensichtlich dafür bedarf ...
Zitat:
Nur wäre es dann nicht naheliegender, grundsätzlich noch im Leben aufzuräumen und z. B. persönliche Brief an diejenigen zu hinterlassen, denen man noch etwas sagen möchte, statt verklausuliert den eigenen Nachruf zu schreiben? Gut - jeder Mensch tickt anders

Die Frage habe ich mir natürlich auch gestellt und sie wurde mir auch bereits mehrfach gestellt. Und ja, natürlich, so würde man meinen. Ich bin aber irgendwann zum Schluss gekommen, dass man sich die richtigen Fragen stellen muss.
Nicht: Ist es wahrscheinlich, dass so etwas passiert? Sondern: Wie würde er es mitteilen, wenn er wollte? Und ehrlich, dabei kommt heraus: Genau so. Es passt zu allem. Die Kommunikation lief letztlich immer indirekt und halboffiziell ab. Und ihm hätte es auch einen Heidenspaß gemacht, wie damals, etwas halb in der Öffentlichkeit zu verstecken. Das passt exakt zu seinem Humor, Subversion ohne wirklich subversiv zu sein.

Zudem: Wenn er wirklich krank war und schon im gesunden Zustand nicht wusste, wie er mit mir umgehen/wie er den Konflikt auflösen sollte, hat er die Kraft krank natürlich erst recht nicht mehr gehabt. Dann besser so, dass ich nicht mehr antworten kann. Das ist feige und pathetisch, passt aber ebenfalls zu ihm.

Zitat:
Im Grunde ist es doch schön, dass Du so tiefe Gefühle für einen anderen Menschen hast/hattest und ich will auch nicht absprechen, dass es ihm vielleicht genauso ging.

Tatsächlich bin ich trotz aller Zweifel und aller Wut noch immer sehr dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte. Dass wir diese Momente hatten. Das Leben ermöglicht manchmal nicht mehr, aber man kann genießen, was war.

x 2 #16


A
Zitat von Kauzette:
Tatsächlich bin ich trotz aller Zweifel und aller Wut noch immer sehr dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte.

Grüß dich und mein Mitgefühl von mir für dich, wenn du magst.

Du wolltest Gedanken dazu oder? Hier meine meine:

Ich finde er war in seinem Verhalten schon sehr klar. Wollte sich nicht öffnen, eine diesbezügliche Verbindung oder Nähe zu dir schaffen.

Warum dass eine Entscheidung war, weiß ich nicht. Vielleicht konnte er mit der Absolutheit nicht umgehen? Ich weiß es nicht.

Hat er denn gewusst, wo du zu finden bist? Also vor seinem Tod meine ich?

Vielleicht gehe ich da zu sehr von mir aus und ich kenne da die angedeuteten Umstände nicht, aber bevor ich was kryptisch in eine Traueranzeige packen, die der Empfänger EVTL liest, hinterlasse ich Zeilen beim Notar oder Anwalt oder bei einem Freund.

x 4 #17


A


Tod einer ungeklärten Liebe

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E
Zuallererst mein Beileid zu deiner Verlust, solche Abschied sind innerlich schwer.

Ich fürchte, du wirst mit der fehlenden Klarheit leben müssen, er hat sie dir zu Lebzeiten verwehrt - was ich ehrlich gesagt nicht verurteile. Jetzt nach versteckte Zeichen zu suchen, halte ich für gefährlich, da dies deinen Wahn bestärkt. Dein Engagement in dem Kontakt über die Zeit halte ich übrigens auch für ungesund. Man kann sich immer was einreden, respektive schönreden. Er wollte nicht ist die krude Realität, der gehst du aus dem Weg über seinen Tod hinaus. Das ist gefährlich.....

x 5 #18


K
@Akelei76 immer her mit deiner Meinung und deinen Gedanken!🙂

Er konnte sich absolut sicher sein, dass ich früher oder später von seinem Tod erfahren und daraufhin auf diesen Text stoßen würde. Weil er wusste, dass ich auf Antwort wartete. Und würde ich nicht mehr warten, wäre seine Antwort auch nicht mehr relevant gewesen, schätze ich.

In den Handlungen war er sehr klar, im sonstigen Verhalten nicht.

Es gab auch eine geradezu Bilderbuch artige Eifersuchtsszene, die mich damals erschrocken hat, später aber eher belustigte, weil so niemand reagiert, der nichts empfindet.

#19


K
@Ella Vielen Dank für deine Gedanken dazu, die ich sehr gut nachvollziehen kann und in deiner Sorge auch völlig teile.

Wäre ich allein und nicht in einer Beziehung, stark sozial eingebunden und berufstätig, würde ich dir vollends zustimmen.

Damals war ich all das nicht. Ich glaube das kommt gerade eben alles mit hoch, die Zweifel von damals. Das versuche ich jetzt auch mit zu verarbeiten, mit abzuhaken.

Ich hatte die Sache eigentlich auch schon ad acta gelegt, seitdem ist viel passiert, es gab mehr als einen anderen Mann seitdem. Aber der Tod und solche Mehrdeutigkeit reißen alte Wunden wieder gnadenlos auf.

x 3 #20


Arnika
Tut mir sehr leid für dich. An manchen Menschen kiefelt man ewig herum.

Allerdings steigerst du dich auch massiv rein. Fakt ist doch, er wollte dich nicht, hat sich auch nicht mehr gemeldet. Einen Nachruf schreibt in 99,9% der Fälle zudem ein anderer. Und selbst wenn er, den Tod vor Augen, ausgerechnet an dich gedacht hätte, obwohl sehr viele andere Menschen wohl sehr viel wichtiger für ihn waren - was bringt es dir? Dann hat er eben am Ende seiner Tage im Zweifel mit Wehmut auf eine nichtgelebte Liebe zurückgeblickt. Das kann jetzt posthum dein Ego streicheln, mehr bringt es dir aber nicht mehr.

Es wirkt aber eher so auf mich, als hättest du eben seine Hobbys und Interessen gekannt - und eben auch in deinem Mails aufgegriffen.

Hätte er dich wirklich in seinem Leben gewollt, hätte er dich in seinem Leben gehabt. Schließe ab, behalte euer „Dings“ in guter Erinnerung, aber du kannst hier nichts mehr gewinnen oder ändern. Alles Gute!

x 4 #21


A
Zitat von Kauzette:
Er konnte sich absolut sicher sein, dass ich früher oder später von seinem Tod erfahren und daraufhin auf diesen Text stoßen würde. Weil er wusste, dass ich auf Antwort wartete.

Aber obwohl alles geplant - wenn man davon ausgehen möchte - hat er wieder nicht Verbindung, Nähe hergestellt, sondern höchstens Brosamen gestreut.

Vielleicht auch "nur" in einem schwindligen Anfall von "mei damals, als ich noch jung war... und diese Frau... seufz"

Zitat von Kauzette:
es gab auch eine geradezu Bilderbuch artige Eifersuchtsszene, die mich damals erschrocken hat, später aber eher belustigte, weil so niemand reagiert, der nichts empfindet.

Ja, aber manche Männer reagieren auch so, weil das Ego quietscht.

Aber egal: Wie könnte denn ein "gut sein lassen" für dich aussehen in dieser Sache?

x 3 #22


ElGatoRojo
Zitat von Kauzette:
Nach Jahren Funkstille meinerseits, startete ich einen wütenden Versuch mit mehreren Mails, doch noch zu klären, was das damals war. Auch hier wieder keine Reaktion.

Zitat von Kauzette:
für mich wie eine posthume Liebeserklärung, da die genannten Punkte sich 1:1 auf die Themen beziehen, die ich in meinen Mails angesprochen hatte.

Was also liebst du, staunenswerter Fremder? –
Ich liebe die Wolken ... die ziehenden Wolken ... dort ... die wundervollen Wolken.

Ch. Baudelaire 😎🤔

x 3 #23


K
Zitat:
Vielleicht auch "nur" in einem schwindligen Anfall von "mei damals, als ich noch jung war... und diese Frau... seufz"

So jung war er nicht mehr, das war Teil des Problems und seiner Unfähigkeit damit umzugehen - ich jung, er nicht.

Zitat:
Ja, aber manche Männer reagieren auch so, weil das Ego quietscht.

Da ich ihn anfangs nur verführen wollte, wusste, dass er in einer Beziehung ist, war das Teil der erhofften Wirkung. Es wurde später komplizierter.

Zitat:
Aber egal: Wie könnte denn ein "gut sein lassen" für dich aussehen in dieser Sache

Es wird sich nichts mehr ändern, ich muss also akzeptieren was war. Und das geht nur, indem ich mir langsam klar werde, was war. Und was sich nie klären lässt.
Mein Problem ist, dass beide Varianten (er empfand etwas/ich habe es mir alles eingebildet) beide unangenehm und schmerzhaft sind- durch seinen Tod. Meine Psyche hat sich noch nicht völlig entschieden, welche Variante weniger schmerzhaft ist und was sie daher eher als Wahrheit akzeptieren will, es gibt aber eine Tendenz. @Akelei76

x 1 #24


K
Zitat von ElGatoRojo:
Was also liebst du, staunenswerter Fremder? – Ich liebe die Wolken ... die ziehenden Wolken ... dort ... die wundervollen Wolken. Ch. Baudelaire ...

Er hatte eher eine Vorliebe für astronomische Metaphern 😁 @ElGatoRojo

x 1 #25


Heffalump
Zitat von Kauzette:
dass er einmal klar äußert, was das war.

was es war.. vielleicht wenig vielleicht viel, du wirst es nun nicht mehr herausfinden. Akzeptanz, auch hier trotz so vieler Möglichkeiten und Optionen, dein einziger Weg ist. Das Grübeln, warum, wieso, bringt dich um wertvolle Lebenszeit. Meist ist ja sein Verhalten die Botschaft an dich - und den Nachruf würde ich nicht überbewerten, weil diesen hat nicht ER an Dich verfasst, sondern ein anderer Mensch an ihn.

x 3 #26


K
@Arnika
Zitat:
Es wirkt aber eher so auf mich, als hättest du eben seine Hobbys und Interessen gekannt - und eben auch in deinem Mails aufgegriffen.

Tatsächlich ist mir nichts von dem, was da steht vorher bekannt gewesen. Es passt alles zu seinem Wesen, aber weder wusste ich, dass er sich privat mit Lyrik beschäftigt hat, noch kannte ich genannte Dichter oder hatte sie jemals ihm gegenüber erwähnt.
Die thematische Überschneidung zu meinen Mails (mit anderen Dichtern u.a.) ist der Punkt.
Zitat:
Allerdings steigerst du dich auch massiv rein.

Ja, weil er in meiner Psyche mehrere Funktionen erfüllt. Mein Verstand kann das trennen, emotional geht das drunter und drüber.

#27


Heffalump
Zitat von Kauzette:
emotional geht das drunter und drüber.

was dir fehlt, ist ein neuer Mensch zum kennenlernen, einer, der dich von den Kufen haut. In der *ach so schönen Vergangenheit leben, hindert dich, auf Neues zu konzentrieren.
er bindet dich, obwohl er längst fort

x 4 #28


K
@Heffalump
Zitat:
den Nachruf würde ich nicht überbewerten, weil diesen hat nicht ER an Dich verfasst, sondern ein anderer Mensch an ihn.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Dokument bereits vor seinem Tod verfasst wurde, also vorbereitet. Höchstwahrscheinlich in Absprache mit ihm.
Zitat:
Das Grübeln, warum, wieso, bringt dich um wertvolle Lebenszeit

Nur wenn ich etwas bedauern oder bereuen würde. Tue ich nicht. Wenn man mit sich im Reinen ist, kann man darüber grübeln und es ist trotzdem wertvolle Zeit. In gewissen Grenzen natürlich- aber dafür sorgt mein Alltag.

#29


Heffalump
Zitat von Kauzette:
Hinweise darauf, dass das Dokument bereits vor seinem Tod verfasst wurde, also vorbereitet. Höchstwahrscheinlich in Absprache mit ihm.

hörensagen

du solltest es nicht überbewerten.

x 2 #30


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