×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

213

Tod einer ungeklärten Liebe

A
Wobei, das hatte ich wohl überlesen. Du hattest Grooming erwähnt.

Bei Grooming handelt es sich um das gezielte Ansprechen von Kindern und Jugendlichen, um sexuellen Kontakt anzubahnen. Das wirft nochmal ein anderes Licht auf die Sache. Tippe also auf Lehrer. Wobei er ja auf einen professionellen Umgang pochte (wobei Grooming eher Fremde betrifft, im Internet oä) Und du IHN verführen wolltest. Als Minderjährige? 😳 Und da beschwerst du dich über SEIN Ghosting?

Wird irgendwie immer seltsamer.

x 2 #61


S
@Arnika

Wenn es wirklich grooming gewesen sein sollte, dann würde ich die Wut, die Jahre danach aufkam, verstehen. Was ich dann aber nicht verstehe, warum sie jetzt immer noch hofft, dass es vielleicht doch mehr gewesen sein könnte.

x 1 #62


A


Tod einer ungeklärten Liebe

x 3


A
Zitat von Sincerite:
@Arnika Wenn es wirklich grooming gewesen sein sollte, dann würde ich die Wut, die Jahre danach aufkam, verstehen. Was ich dann aber nicht verstehe, ...

Wenn es wirklich Grooming gewesen wäre, wäre als fast 40jährige die Retrospektive eine andere. Sie war ja nicht wütend, weil irgendwas war - sondern weil es ihr eben zu wenig war. Und er eben nicht (wirklich?) auf IHRE Verführung einstieg, ein professionelles Verhältnis betonte, Gefühle nicht erwiderte, sich auf ihre Kontaktversuche nicht mehr meldete etc.. Er war zu konfliktscheu, deswegen stand uns auch der Altersunterschied im Weg passt sicher nicht zu Grooming.

Ich vermute also eher, sie wirft da wohl einfach mit psychologischen Vokabeln herum, um dem Ganzen mehr Gewicht zu verleihen..

x 4 #63


S
@Arnika
Vielleicht ist das alles nur verletzter Stolz.

x 2 #64


A
@Sincerite Ja eben. Klassiker einer narzisstischen Kränkung. Dafür muss man kein pathologischer Narzisst sein, es hat aber vermutlich ihr Ego, Eitelkeit, Stolz massiv verletzt, dass er sie ziemlich anrennen ließ.

Möglich, dass er am Anfang ambivalente Signale sendete (oder sie diese als solche interpretierte), weil er sich geschmeichelt fühlte, das junge Ding nicht verletzen wollte und auch nicht so genau wusste, wie er mit ihrer Verliebtheit und ihren Avancen umgehen soll. Und als sie nicht aufhörte, ist er dann halt vehement auf Abstand gegangen - was sie als „Ghosting“ bezeichnet.

Was auch erklärt, warum er auch Jahre später auf ihre immer noch wütenden (ergo gekränkten) Emails nicht reagierte - und mit Sicherheit nicht in den letzten Wochen seines Lebens mit Wehmut an sie zurückdachte.

x 6 #65


S
@Arnika
Klingt logisch...

x 1 #66


DiesDasAnanas
Zitat von Arnika:
Ich gehe wie bereits erwähnt auch von Professor und Studentin, ev seiner Studienassistentin aus. Oder gar Schülerin

Oh, das hatte ich überlesen. An Schülerin dachte ich tatsächlich auch schon.
Die Vermutung Studentin/Studienassistentin/Schülerin ist naheliegend, weil nicht von einem gemeinsamen beruflichen Umfeld gesprochen wird, sondern nur von einer professionellen Beziehung.
Zitat von Kauzette:
die eine nicht professionelle Beziehung offiziell verunmöglichten.

Umstände die eine nicht professionelle Beziehung unmöglich machen, kann natürlich auch einfach nur der Umstand sein das er bereits verheiratet war. Allerdings gibt es nahezu überall die Möglichkeit zur Scheidung, auch wenn das Ausmaß Fallbedingt sehr unterschiedlich ist. Also muss es ja eine Konstellation sein, bei der auch eine Scheidung den Weg in eine echte Beziehung nicht freigeräumt hätte. Da die TE häufig SEIN unprofessionelles Verhalten anprangert, nicht aber ihr eigenes wie das z.B. bei gleichgestellten Arbeitskollegen, selbst in der Kombi mit ihm als Vorgesetzten der Fall wäre, muss sie sich aus meinem Verständnis heraus in einer Art Schutzposition befunden haben.

Ich tippe eher auf Studentin/Studienassistentin. Grund: Die enge Zusammenarbeit dauerte mehrere Jahre, zumindest eng genug damit "Irgendetwas" passieren/entstehen konnte. Als Studentin arbeitet sie nach dem Abschluss in der selben Branche und in irgendeiner Form müssen die beiden noch in derselben Branche arbeiten, denn Zugriff auf den Nachruf hatten ja nur Menschen aus seinem beruflichen Kreis.
Zitat von Kauzette:
Keine Zeitung, in seinem beruflichen Kontext.


Was mich auch irritiert ist das hier
Zitat von Kauzette:
ist es aber in den Kreisen nicht ungewöhnlich den Kollegen/der Verwaltung das abzunehmen, indem man selbst schreibt,

Mit welchem Kreis fühlt sich die TE so verbundem, damit der Satz "den Kollegen das abnehmen und selbst verfassen" schreibt? Mit dem medizinischen Bereich, dem Verwaltungsbereich?

Zitat von Arnika:
„Diskretion“ ist aber was anderes. So wirkt es auf mich zumindest so, als würde mit schönen vagen Worten, Feenstaub und Magie viel Lärm um Nichts gekippt.

Zitat von Arnika:
Wie sollte auch jemand nachvollziehen, wer das ist, wenn sie zB schriebe „Ich hatte mich vor vielen Jahren als Studentin in einen Prof verliebt, wir hatten ein kurzes leidenschaftliches Verhältnis, vor einiger Zeit ist er leider nach schwerer Krankheit gestorben. Jetzt hab ich das Problem, dass ich viele Jahre später immer noch…“ Nur in D gibt es über 50.000 hauptberufliche (!) Profs zB. Noch „diskreter“ würde es mit dem Wort Mentor, und da könnte man absolut diskret das Wesen der „Bekanntschaft“ näher umreißen.

🎯 Danke.
Zitat von Lukrethia:
An deiner Stelle würde ich mir eher Gedanken darüber machen, warum ich nicht abschließen kann? Warum du eine Geschichte, die Jahre her ist, nicht ad acta legen kannst? Welcher Art die Verletzung auch ist, du solltest das dringend aufarbeiten.

👍
Zitat von Sincerite:
Vielleicht ist das alles nur verletzter Stolz.

Nein, ich glaube es geht der TE um fehlende Verantwortungsübernahme.

Diese Klarheit die sich die TE wünscht resultiert nicht aus dem verletzten Stolz weil sie ihn nicht verführen konnte, sondern aus einer großen Ungewissheit und die damit einhergehende Verletzung und Unsicherheit. Den ab irgendeinem Punkt warem ihm ihre Gefühle bekannt und wurden wohl konsumiert, am lodern gehalten und doch irgendwie nicht? (tja, wenn wir jetzt nur wüssten was denn tatsächlich passiert ist).

Ich glaube das ist kein Stolz, sondern der Wunsch von einem Menschen der in jungen Jahren (warum auch immer) so prägend war, Verantwortung zu übernehmen dessen Verhalten in dieser Zeit sehr verletzend gewesen ist.

In wie weit das jetzt berechtigt ist lässt sich durch die Diskretion schwer abschätzen und selbst mit mehr Informationen frage ich mich, ob es uns überhaupt zustehen wurde darüber zu urteilen.

x 4 #67


A
Zitat von DiesDasAnanas:
Grund: Die enge Zusammenarbeit dauerte mehrere Jahre, zumindest eng genug damit "Irgendetwas" passieren/entstehen konnte.

Bin bei dir. Das stimmt allerdings so nicht - sie erwähnte nur, dass er mehrere Jahre von ihren Gefühlen wusste. Könnte also auch eine Schülerin/Studentin gewesen sein, die ihm dann auch nach dem Abschluss noch lange Mails schrieb und ihn dann immer am Stadtfest anbaggerte.

Zudem sei die Kommunikation nur inoffiziell und indirekt verlaufen. Was Arbeitskollegen genauso ausschließt wie jede Art näherer direkter Kommunikation, inkl persönlicher Schreiberei. Also gehe ich eben auch davon aus, dass sie ihn im Schulzimmer/Hörsaal halt anschmachtete und sie sich ihn vielleicht bei einem Studentenjob, der Schülerzeitung oä krallen wollte, um mit dieser Trophäe ihr Ego zu streicheln. Und als das nicht gelang, wurde sie immer verbissener.

Und sie daraufhin jeden Blick oder Lob in ihre Richtung so interpretierte, dass er ja was besonderes für sie empfinden müsste, sie ergo was ganz besonderes sei. Weshalb er sie dann immer eindeutiger auf Abstand hielt, bis es ihm endgültig reichte und er jeden Kontakt abbrach. Da sie bereits damals eine Therapeutin hatte, hatte er vielleicht nur Mitleid, was sie als „ambivalentes Verhalten“ und „Breadcrumbing“ interpretierte, und seinen eindeutigen klaren Rückzug dann eben als „Ghosting“.

Der Nachruf fand sich ergo vermutlich auf der Seite der Schule oder Uni, weshalb auch klar ist, weshalb sie davon erfahren „musste“. Was auch ihre übertriebene „Diskretion“ nochmal erklärt, aber nicht um ihn zu schützen, sondern um nicht selbst in den Geruch zu kommen, sie hätte sich bessere Noten anklimpern wollen.

Kurz und gut: Kann genauso gut sein, und halte ich durch ihre Aussagen und Nicht-Aussagen am wahrscheinlichsten, dass da eben von ihm genau gar nichts kam, was über eine nette professionelle Ebene seiner Funktion als Lehrender hinausging, aber sie sich in ihn verbiss wie ein Schießhund, und jede seiner Handlungen als Beweis seines Interesses an ihr und seiner Gefühle interpretierte.

Wie sie es ja selbst bis heute und über seinen Tod hinaus tut, der Nachrud natürlich auch von ihr handeln muss, wenn auch für alle anderen - wie sie selbst schreibt -, nur als normaler Nachruf mit Hobbys und Interessen zu interpretieren ist.

x 2 #68


DiesDasAnanas
@Arnika ja, das wäre auch eine Möglichkeit.

Ich interpretierte das eher so, dass es der professionellen Konstellation geschuldet eben normalen Kontakt gab, diese zweideutige Kommunikation welche dann letztendlich wohl zu dieser Unsicherheit führte immer indirekt und inoffiziell war.

Vlt. mag die TE uns hier einfach, trotz der Diskretion, den Abschnitt etwas genauer erklären:
Zitat von Kauzette:
dass man sich die richtigen Fragen stellen muss.
Nicht: Ist es wahrscheinlich, dass so etwas passiert? Sondern: Wie würde er es mitteilen, wenn er wollte? Und ehrlich, dabei kommt heraus: Genau so. Es passt zu allem. Die Kommunikation lief letztlich immer indirekt und halboffiziell ab. Und ihm hätte es auch einen Heidenspaß gemacht, wie damals, etwas halb in der Öffentlichkeit zu verstecken. Das passt exakt zu seinem Humor, Subversion ohne wirklich subversiv zu sein.


Denn irgendeine Art von direkter Kommunikation muss es auch von seiner Seite aus gegeben haben, sonst wäre ihre Therapeutin nicht hellhörig geworden. Worte wie Grooming und Double Bind beschreiben eher ein aktives zugehendes Verhalten.
Auch das hier
Zitat von Kauzette:
Es gab auch eine geradezu Bilderbuch artige Eifersuchtsszene, die mich damals erschrocken hat, später aber eher belustigte, weil so niemand reagiert, der nichts empfindet.

Passt nicht ganz in das Bild eines Lehrenden der unbeteiligt angeschmachtet wird.

Es hilft leider nichts, wir spekulieren blind und wild mit jedem noch so kleinen Informationsfetzen 😆 und das ist auch irgendwie ärgerlich, denn was soll man groß Hilfestellung leisten, wenn alles so unklar bleibt.

Letztendlich wird die TE mit ihrer Vergangenheit und ihren Gefühlen alleine abschließen müssen. Der betreffende Mann wollte ihr schon vor seinem Tod nicht die Klarheit geben die sie gerne gehabt hätte. Sie hatte dennoch die Möglichkeit ihren Frust und ihrer Wut in einer Mail zu seinen Lebzeiten freien Lauf zu lassen. Vlt. ist er wirklich der kryptische Typ der ein paar versteckte Botschaften für sie hinterlies und vlt. auch nicht. Was er beabsichtigt oder unbeabsichtigt jedoch geschafft hat, ist es, die TE erneut im Unklaren zu lassen. Sie befindet sich mehr oder weniger wieder in derselben unschönen Situation wie damals. Die Frage "Ist da was oder ist da nichts?" wurde zu "War da was oder war das nichts?" und wandelte sich nach seinem Tod zu "Bin ich gemeint oder bin ich nicht gemeint?"
Also irgendwie doch auch sehr quälend für sie, ob jetzt berechtigt oder nicht. Ich denke die TE sollte einfach für sich selbst entscheiden wie sie den Nachruf und die Vergangenheit bewerten will. Wenn sie den Nachruf auf sich beziehen will um besser mit der Vergangenheit abzuschließen, dann Bitteschön und Auf geht's!
Aber warum sich jetzt ewig den Kopf zerbrechen und selbst mit Themen quälen auf die sie nie konkrete Antworten bekommen wird.

x 1 #69


A
@DiesDasAnanas
Zitat von DiesDasAnanas:
Denn irgendeine Art von direkter Kommunikation muss es auch von seiner Seite aus gegeben haben, sonst wäre ihre Therapeutin nicht hellhörig geworden. Worte wie Grooming und Double Bind beschreiben eher ein aktives zugehendes Verhalten.

Liest sich das für dich „hellhörig“?

Zitat von Kauzette:
Ich hab damals mit meiner Therapeutin (ich war in Behandlung wegen Depressionen) davon erzählt. Sie hat es auch abgetan, bis ich ihr berichtete, was er gesagt hatte, was er gesagt hatte. Sie kam letztlich zu dem Ergebnis, dass da etwas ist, aber er eben nicht handelt.

Für mich liest sich das genauso vage wie alles andere. Therapeutin hat abgewunken - und ihr irgendwann mal zu kleinen Teilen zugestimmt. „Etwas“ kann ja alles sein, von Lieblingsschülerin bis hin zu subtilem „indirekten“ Flirt - aber er hat demgemäß ja nie in diese Richtung gehandelt.

Und ja, wenns ihr damit besser geht, dass er am Totenbett noch verzweifelt ihren Namen schrie, kann sie sich das gern einreden. Ich hab allerdings den lauten Verdacht, sie redet sich von damals bis heute viel zu viel - zu ihren Gunsten - ein - und darüber sollte sie mal nachdenken - weil so kommt man nicht gut durchs Leben, sondern heimst sich immer nur neue Probleme ein. Denn da stolpert man zwangsläufig von einer Enttäuschung in die nächste.

x 1 #70


DiesDasAnanas
Zitat von Arnika:
Und ja, wenns ihr damit besser geht, dass er am Totenbett noch verzweifelt ihren Namen schrie, kann sie sich das gern einreden.

🤣🤣🤣
Liebe Arnika, SOO hat sie das aber auch nirgends geschrieben 🤣🤣🤣

Danke für den Lacher 😆

x 2 #71


Heffalump
Die kryptischen Botschaften, gerichtet nur an sie.

#72


S
Also, ich denke gerade, dass wir über sie genau so rumrätseln, wie sie über ihn. Nennt man das Übertragung oder Gegenübertragung? Er hat ihr nicht alle Informationen über sich gegeben und sie gibt uns auch nicht alle Informationen über sich. Ich wundere mich nur, dass sie scheinbar nie damit abgeschlossen hat in dem Sinne: ich habe jetzt mein Leben und das ist gut, damals ist vorbei und war nur eine Schwärmerei von mir.

Liebe war es aus meiner Sicht nicht.

Sie schreibt: Wie damit umgehen? Vielleicht weiß jemand Rat oder hat ebenfalls eine lange ungeklärte Beziehung zu einem geliebten Menschen gehabt. Wenn sie ihre damaligen und aktuellen emotionalen inneren Bewegungen nicht mitteilt, kann ich nicht helfen. Für mich war das auch keine Beziehung. Unklar: ja. Aber für mich bedeutet unklares Verhalten: Nein. Er wollte nicht. Egal wie ambivalent es rüber kam. Insgesamt war es ein Nein. Wieso können viele Menschen ein Nein nicht als Nein akzeptieren? Das erinnert mich wieder an die Nachbarskinder. Die können auch kein Nein akzeptieren und quengeln ewig daran rum.

x 2 #73


DieSeherin
ich verfolge diesen faden schon die ganze zeit und finde es echt spannend, wieviele möglichkeiten zum "was für eine beziehung war das wohl" so in den ring geworfen werden 😁

im grunde ist es irgendwie egal @Kauzette ob es ein prof, ein lehrer, der pfarrer oder sonstwer war, weil du in dir selber eine antwort finden musst, die dir deinen inneren frieden zurück gibt.

ich habe in meinem leben gelernt, dass es fragen gibt, auf die man einfach keine antwort von jemand anderem bekommt und dann ist es an einem selber, entweder mit dieser offenen frage zu leben, oder selber eine antwort zu finden.

x 5 #74


ElGatoRojo
Zitat von DieSeherin:
ich habe in meinem leben gelernt, dass es fragen gibt, auf die man einfach keine antwort von jemand anderem bekommt und dann ist es an einem selber, entweder mit dieser offenen frage zu leben, oder selber eine antwort zu finden.

👍🎯

x 3 #75


A


x 4