Liebe @Stefanja ,
Ich finde wirklich auch, dass Du auf einem gutem Weg bist. Du liest dich für mich so, als ob es Dir so langsam nicht mehr so schwer fällt, die Sache anzunehmen und zu akzeptieren.
Bezüglich der therapeutischen Unterstützung. Ich nenne es ja gern Coaching. Weil Therapie hört sich nach Krankheit an. Es ist aber aus meiner Sicht keine Krankheit, wenn man mit einem emotionalen Ausnahmezustand nicht gleich und sofort zurechtkommt. Die Situation kommt ja nicht mit einer Bedienungsanleitung daher gesegelt, der man entnehmen kann, wie man mit ihr umzugehen hat. Da wir Menschen sehr verschieden sind, geht auch jeder anders damit um und braucht auch entsprechend seine Zeit. Viele müssen ausprobieren, welcher Weg der Verarbeitung der Beste für sie ist. Sich dabei Unterstützung zu holen, ist sicher eine gute Idee, aber ob eine Therapie notwendig ist, würde ich dann doch eher einen Fachmann entscheiden lassen.
Daneben finde ich eine Sache bedenkenswert: man verliebt sich ja nicht gleich sofort, sondern das ist ein Prozess, der sich durchaus über eine längere Zeit hinweg zieht. Warum meint man eigentlich, dass das "Entlieben" so viel schneller gehen muss? Weil die Gefühle so unangenehm sind? Weil man so unglücklich ist? Gehört das aber nicht auch zu uns dazu?
Liebe @Stefanja: Deine "Trennung" ist jetzt knapp vier Wochen her, mit einem kleinen Aufflackern letzte Woche. Das ist im Vergleich zur Dauer Eurer Beziehung nicht lang. Klar möchte man gern, dass die schrecklichen Gefühle, das Vermissen, das Unglücklichsein schnell aufhören, aber es ist so, wie ich bereits schrieb: - thats the deal - das gehört zur Geschichte dazu. Und wenn wir nicht auch die Gefühle, die wir als unangenehm empfinden, "liebevoll" annehmen, dann wird die Verarbeitung entsprechend länger dauern, daran wird auch eine Therapie nichts ändern. Weil was ist am Ende des Tage wirklich ist, ob Liebe, emotionale Abhängigkeit oder was auch immer, kann man erst dann ergründen und begreifen, wenn die Gefühlsachterbahn einigermaßen unter Kontrolle gebracht ist. Vorher ist das schwierig, weil einen die Gefühle schon so sehr Anspruch nehmen, dass die Kraft oftmals nicht für mehr als Funktionieren reicht. Jedenfalls reagiere ich so. Erst als ich wieder in ruhigeren Fahrwasser unterwegs war, konnte ich anfangen zu fragen: was ist da genau passiert bzw. was ist das genau mit mir passiert?
Meine Erfahrung ist, dass es eine unbestimmte Angst gibt, die uns auch an toxischen Geschichten festhalten lässt, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten. Und das ist meiner Meinung nach die Angst vor dem unbekannten neuen Leben ohne diesen einen besonderen Menschen darin. Stefanja, Du schriebst, dass Du Deinen Alltag an ihn angepasst hast. Das habe ich übrigens auch getan, den sonst hätte man sich ja noch weniger sehen können. Jetzt hast Du ein Leben ohne ihn, welches noch keinen richtigen Alltag hat, weil das noch zu frisch ist. Und dieses Leben erfüllt Dich gerade nicht und macht auch noch nicht richtig Spass, richtig
Liebe @JetztGöttin
ich versuche es liebevoll anzunehmen, um leichter zu verarbeiten und mir kommt es vor, dass mir auch ein bisschen gelingt. Aber ich traue dem Frieden nicht, es geht mir fast zu schnell. Null Kontakt tut mir gut und ich bin dZ nicht in Versuchung mich bei ihm zu melden. Dafür bastle ich weiter an einem Abschiedsbrief, dass hilft mir auch. Auch wenn ich meinen Alltag nicht an ihn anpasse, ist Versuchung groß ihm doch nicht zufällig zu Begegnen, um ihn nur mindestens aus der sicheren Entfernung zu sehen. Ich weiß ziemlich genau, wo er wann ist. Tue ich nicht. Troste mich damit, dass ich es doch tun könnte, wenn Sehnsucht zu groß wird
Von ihm gibts kein Lebenszeichen, dass ist gut, ob ich so gut unterwegs wäre, wenn er sich plötzlich melden wurde, bezweifle ich sehr. Ich bin mir sicher, er wird nichts versuchen, wenn er kein Wink von mir bekommt... und kann mich darüber auch nicht wirklich freuen, dass er ruhig bleibt
